Rangendingen Das bange Warten hat ein Ende

Sie erleidet Schmerzen und hat große Angst, aber die leukämiekranke Angela Wehrmann aus Rangendingen  ist eine Kämpferin. Die 32-jährige  steht kurz vor der Knochenmark-Transplantation.
Sie erleidet Schmerzen und hat große Angst, aber die leukämiekranke Angela Wehrmann aus Rangendingen ist eine Kämpferin. Die 32-jährige steht kurz vor der Knochenmark-Transplantation. © Foto: privat
Rangendingen / Andrea Spatzal 28.07.2018
Angela Wehrmann aus Rangendingen steht kurz vor der Knochenmark-Transplantation, die ihr das Leben retten kann.

Die junge Frau in dem Video wirkt überhaupt nicht wie jemand, der eine tödliche Krankheit hat und schon eine Chemo- und Strahlentherapie hinter sich hat. Angela Wehrmann, 33, aus Rangendingen wirkt heiter – obwohl sie den inzwischen 9750 Lesern ihres „Tagebuchs“ im Internetportal Instagram von schier unerträglichen Schmerzen berichtet. Aber es sind Schmerzen, die ihr das Leben retten können. In der Uniklinik Tübingen wurde  der 32-jährigen Leukämiepatientin am Mittwoch für die anstehende Knochenmark-Transplantation ein zentraler Venenkatheter gelegt. „Ich bin kein Weichei, aber das hat so sehr wehgetan“, sagt sie über den Eingriff.

Angela Wehrmann weiß, dass sie die nächsten fünf bis sechs Wochen isoliert in ihrem Krankenzimmer verbringen muss, wenn sie wieder gesund werden möchte. „Es ist schon sehr komisch und schwierig, eingesperrt zu sein und hier zu sitzen und zu hoffen, dass alles anschlägt“, schreibt sie auf ihrem Instagram-Kanal #angis_Kampf.

Selbst von ihrer geliebten kleinen Familie musste sich die Lehrerin aus Rangendingen fürs Erste verabschieden: „Mein Herz blutet. Meine Kinder, mein ein und alles. Aber ich bin eine Kämpferin und ich werde das schaffen“, trug sie an jedem Tag in ihr Online-Tagebuch ein.

Zur Vorbereitung einer Knochenmark-Transplantation gehört auch eine hochdosierte Chemotherapie sowie eine Ganzkörperbestrahlung, die bewirken, dass das gesamte Knochenmark des Patienten und im Idealfall auch alle erkrankten Zellen zerstört werden.

Über diese vorbereitende Behandlung, die auch Konditionierung genannt wird, berichtet Angela Wehrmann: „Man merkt eigentlich gar nichts, trotzdem unheimlich, dieses Gefühl dort zu liegen und zu wissen, dass alle Zellen platt gemacht werden.“

Im nächsten Schritt werden der Patientin – als Ersatz für das zerstörte Knochenmark – die gesunden Stammzellen ihres Spenders wie bei einer Bluttransfusion in die Vene übertragen. Für Angela Wehrmann wurde im Mai ein geeigneter Spender mit etwa 90-prozentiger Übereinstimmung gefunden.

Als nächstes müssen die Blutstammzellen in die Markhöhlen der Knochen wandern, sich dort ansiedeln und neue funktionstüchtige Blutzellen bilden. Nach etwa drei Wochen können die Ärzte anhand der Blutwerte feststellen, ob das fremde Knochenmark angewachsen ist.

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