Schon auf ihrer Anfahrt sah die Feuerwehr, was sie in der Rabenstraße erwarten würde: ein offener Dachstuhlbrand. Das Feuer in der Hechinger Altstadt war der Wehr in der frühen Montagnacht, um 1.57 Uhr, gemeldet worden.
Sofort nach Erreichen des Unglücksorts forderte Einsatzleiter Maik Bulach die Drehleiter aus Balingen nach, um das Feuer „von oben und unten gleichzeitig löschen zu können“. Im Einsatz waren in den folgenden Stunden zirka 80 Einsatzkräfte der Feuerwehrabteilungen Hechingen-Stadt, Boll, Weilheim, Stein, Sickingen und Bechtoldsweiler.

Binnen einer Stunde, sagt Bulach, hätten seine Kollegen und er das Feuer unter Kontrolle gehabt. Bekämpft wurde es unter anderem mit zwei Wenderohren über die Drehleitern und mit zwei Atemschutzträgertrupps im Innenangriff. Die Gefahr, dass das Feuer auf die Nachbarhäuser übergreift, habe nicht bestanden, beruhigt der Stadtbrandmeister – wenn auch allein die Hitzestrahlung und der Funkenflug nie unterschätzt werden dürften.

„Zum Glück“, sagt der Gesamtstadtkommandant, „war das Haus unbewohnt“. Allein deshalb habe sich die Situation in der Montagnacht nicht so dramatisch dargestellt wie beim vorangegangenen Altstadtbrand am 6. Februar 2012, als in der Marktstraße außerdem Gefahr für Leib und Leben bestand. Die Ursache des Brands in der Rabenstraße ist noch völlig ungeklärt. Das bestätigt auch die Kripo in Balingen, die am Montag mit einem Kriminaltechniker vor Ort war.

Alles sei möglich, sagt Pressesprecher Lambert Maute – ein technischer Defekt ebenso wie fahrlässige Brandstiftung.
In jedem Fall, weiß Maute, seien im Innern des über 100 Jahre alten Gebäudes (früher noch mit Scheunen- und Stalltrakt) aktuell Reparatur- und Sanierungsarbeiten ausgeführt worden. Das erschwere die Schätzung der Schadenshöhe, ausgegangen wird trotzdem von rund 100.000 Euro. Klar sei indes, dass das Haus bei dem Feuer total zerstört wurde.

Die Hechinger Wehr beziehungsweise die GW-T-Besatzung, erneut unter der Leitung von Maik Bulach, wurde am Montagmittag übrigens direkt von der Rabenstraße weg nach Albstadt beordert. Dort musste sie nach dem Zusammenstoß zweier Sattelzüge zwischen Lautlingen und Laufen eine Ölsperre in den nahen Bach einbauen.