Jungingen Da wackelt das Killertal

HORST BENDIX 07.01.2014
Das war ein einzigartiges Spektakel: Die Dorfrocker aus dem Frankenland rockten mit annähernd 800 Besuchern die gute Stube von Jungingen.

Es bebte und stampfte, der Boden der Junginger Festhalle vibrierte, packende Dynamik und mitreißende Melodien bestimmten die Szene, als die Dorfrocker durchs Killertal fegten. Zu verdanken hatten dieses Ereignis die rund 800 begeisterten Besucher der Narrenzunft Schneidstuhlreiter aus dem nur einen Steinwurf entfernten Burladinger Teilort Killer.

"Hier rockt der Bär, es ist fantastisch, wie viele Leute sich aufgemacht haben, um die Dorfrocker zu erleben," freute sich hinter dem Tresen, wo das Bier in Strömen floss, Ute Wannenmacher. Der Fanblock reichte, wie die stellvertretende Schneidstuhlreiter-Vorsitzende mit Begeisterung erzählte, von Frankreich über Österreich bis ins Frankenland - wo die Dorfrocker eigentlich herkommen.

Im Jahr 2005 ist die Gruppe aus der Taufe gehoben worden, und 2007 folgte der erste Fernsehauftritt. Seither touren die Volksmusikrocker mit sichtlichem Erfolg durchs Land und erfreuen ihre Fans. Ute Wannenmacher: "Dieses Publikum ist umwerfend." Diese Meinung teilte der Kommandant der Junginger Feuerwehr, Frank Speidel, der mit seinen Männern für den Brandschutz präsent war. Sein Fazit: "Bis zum Ende hin war alles in friedlicher Harmonie vereinigt, keine Vorkommnisse."

"Heute wegen gestern geschlossen." So konnte der Veranstalter nach der langen Nacht nur noch mitteilen, und manchmal hatte man den Eindruck, auf einer Kinderparty gewesen zu sein: Wer hat wen mitgenommen, Eltern ihre Kinder oder umgekehrt? Aber Spaß hat es allen gemacht. Die Kniestrümpfe zur Lederhose, wo man die strammen Waden hervorblitzen sah, die Dirndl, manchmal so offen wie ein Scheunentor: "Die Mädchen werden auch immer schöner", hörte man hinter sich munkeln.

Der Auftakt der "Dorfkind"-Tour in Jungingens gute Stube war also äußerst gelungen. Die sechs Bandmitglieder der Dorfrocker wissen genau, wie sie die Stimmung immer wieder aufs Neue entfachen und anheizen. Die Band bot eine bestechende, professionelle Show. Das Publikum ging mit - ob beim Titel des brandneuen Albums "Ich bin a Dorfkind" oder auch bei "Auf der Alm, da gibts koi Sünd", der "Schwarzwaldmelodie" und dem "Vogelbeerbaum", um nur einige der vielen Titel zu nennen.

Hits zum Hüpfen oder Abtanzen oder auch zum Kuscheln und Anlehnen, dann wieder die Hände zum Himmel, oder auch die Mitklatsch-Nummern - und, und, und. Die Dorfrocker ließen sich feiern in Jungingen und gaben alles. Es war ein wunderbarer Erlebnisabend für die ganze Region und weit darüber hinaus. Die große Dorfrocker-Sause, an die man noch lange denken wird, ging erst weit nach Mitternacht zu Ende.