Update, Montag, 11. Mai, 15 Uhr:

Drei weitere Corona-Infektionen hat das Landratsamt Zollernalbkreis am Montag bestätigt. Angesteckt haben sich drei Frauen zwischen 21 und über 80 Jahren.

86-jähriger Mann an Covid-19 gestorben

Außerdem ist im Zollernalbkreis ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus ein weiterer Todesfall zu beklagen. Ein 86-jähriger Mann ist an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es handelt sich um den 64. Corona-Todesfall im Zollernalbreis.

Wichtig: Die Inzidenz der Neuinfektionen sinkt auf 24,9

Die wichtigste Zahl ist derzeit die sogenannte Inzidenz. Sie liegt im Zollernalbkreis – nach aktuelle Angaben des Nachrichtensenders NTV – bei 24,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die Obergrenze, bei der ein neuerlicher Lockdown droht wurde bekanntlich auf 50 festgesetzt.

Online-Pressekonferenz über den Hotspot Zollernalb mit überregionaler Beteiligung

Angesichts des vor ein paar Tagen noch bedrohlicher wirkenden Szenarios gaben Landrat Günther-Martin Pauli und hochrangige Vertreter des Zollernalb-Klinikums am Donnerstagnachmittag eine kurzfristig einberufene Online-Pressekonferenz mit überregionaler Beteiligung. Und Paulis Botschaft war klar: Dem Zollernalbkreis droht aus seiner Sicht keine akute Lockdown-Gefahr. Am Donnerstag lag der Zollernalbkreis bei 88 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen. Daraus errechnet sich ein Faktor von rund 47 Fälle auf 100.000 Einwohner. (Update: Stand Samstag beträgt der Faktor 26,9).

„Ich gehe davon aus, dass wir die 50 nicht überschreiten“, sagte Pauli. 50 ist bekanntlich die Zahl, ab der neue, regional begrenzte Einschränkungen für die Bürger drohen. Darauf hatten sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Mittwoch verständigt. Pauli wies aber darauf hin, dass „bei der Schallgrenze von 50 nicht gleich der Lockdown einzuläuten“ sei, sondern dass dann vielmehr in eine vertiefte Ursachenforschung zusammen mit dem Robert-Koch-Institut eingestiegen werde.

Aber warum sind die Zahlen so hoch?

Aber wo liegen die Ursachen dafür, dass der Zollernalbkreis immer noch relativ hohe Zahlen von Neuinfektionen aufweist? Pauli bemühte sein eingeübtes Argument: „Wir führen deutlich mehr Testungen durch. Deshalb ist es auch logisch, dass wir mehr positive Ergebnisse haben.“ Außerdem sei der Zollernalbkreis „relativ früh hoch belastet“ gewesen und habe „viele hochbetagte“ Bürger. Auch das, so der Landrat, könne mit eine Ursache sein. Es sei aber „eine ganzheitliche Betrachtung nötig“. Und dabei werde deutlich, dass der Zollernalbkreis in Sachen Infektionen „von einem hohen Niveau“ komme, dieses aber durch vielerlei Maßnahmen erfolgreich heruntergefahren habe. Das „Kontaktmanagement“ des Gesundheitsamtes funktioniere ebenso gut wie die Abläufe in den Kliniken. Auch auf den Intensivstationen, so berichteten Vertreter des Zollernalb-Klinikums, habe sich die Situation in den vergangenen 14 Tagen spürbar entspannt.

Pauli: Die Situation bleibt ernst

Gleichwohl, so betonte Pauli, nehme man die jüngsten Zahlen, mit denen die Zollernalb bundesweit bedenkliche Schlagzeilen schrieb, ernst. „Die Berichte helfen uns, den Menschen die Ernsthaftigkeit der Situation vor Augen zu führen“. „Nicht übermütig werden!“ lautete Paulis Appell angesichts der angekündigten Lockerungen. Es sei weiterhin dringend nötig, sich an Abstandsgebote, Kontaktverbote und Hygienevorschriften zu halten. „Wir dürfen nicht glauben, es ist alles vorbei. Die Infektionen werden nicht aufhören“, so Pauli, der auch darauf hofft, dass sich die Bürger freiwillig einschränken.

„Die Lockerungen sind dringend notwendig“

Die diese Woche auf Bundes- und Landesebene beschlossenen Lockerungen will Pauli freilich auch im Zollernalbkreis umsetzen lassen, „wo immer das verantwortbar ist“. Die Lockerungen seien „dringend notwendig“. Die Grundrechte der Bürger dürften nicht länger im bisherigen Maße eingeschränkt werden. „Um der Verhältnismäßigkeit willen“ gelte es, „so schnell wie möglich in den Normalbetrieb zu kommen“.

Zurück zur Schule in Hechingen und Umgebung So sieht der Fahrplan für Schüler und Lehrer aus

Zollernalbkreis

Es droht ein Rückfall hinter den 19. April

Bund und Länder planen, ab einem Wert von 50 ein konsequentes Beschränkungskonzept umzusetzen. Es droht – regional begrenzt – eine Wiedereinsetzung der Maßnahmen, die vor dem 19. April galten.