Auf dem Rangendinger Festplatz ist der Wanderzirkus Salto Mortale geradezu wie festgesetzt. „Wir dürfen nicht mehr weiterziehen“, sagt Monika Bügler vom Zirkus. Eigentlich wollte die 15-köpfige Zirkusfamilie vergangene Woche von Rangendingen gleich nach Empfingen zur nächsten Veranstaltung aufbrechen. Vom dortigen Ordnungsamt habe man, so Bügler, keine Standortgenehmigung erhalten.

Mit großem Tierbestand an der Starzel gestrandet

„Uns geht’s genauso wie allen anderen Schaustellerbetrieben. Wir dürfen nicht auftreten und müssen da bleiben, wo wir gerade sind.“ In der Folge mussten sämtliche Werbeplakate abgehängt und eingesammelt werden. „Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie es weiter geht.“

Auf dem Festplatzgelände steht immer noch das rote, runde Zirkuszelt, umgeben von 20 Anhängern und Wohnwägen. Sorgen macht sich Monika Bügler vor allem um den großen Tierbestand. Schließlich wollen zehn Pferde, zwei Esel, drei Ponys, drei Kamele, zwei Lamas, zwei Ziegen und sechs Laufenten versorgt sein. Monika Bügler ist ratlos: „Wir wissen nicht, woher wir das Futter für die Tiere bekommen.“

Spende für die Tiere in Höhe von 300 Euro

Sehr dankbar ist die Zirkus-Oma, wie sich Bügler bezeichnet, den beiden Mädchen von der Rangendinger Tanzgarde. Denn sie hatten Mitleid mit den Tieren und starteten eine Spendenaktion, bei der rund 300 Euro zusammenkamen. Mit dem Geld wurde gleich Futter gekauft. „Es reicht nicht mehr lange“, so Bügler. Gerade sei man intensiv damit beschäftigt, Proviant für die Tiere zu beschaffen. „Wir fragen überall nach, aber nicht jeder Landwirt verkauft uns was“, klagt Bügler.

Freundliche Geste vom Bürgermeister

Eine freundliche Geste habe man auch von der Gemeindeverwaltung Rangendingen erhalten, so Bügler. „Bürgermeister Johann Widmaier sagte uns zu, bis auf Weiteres auf dem Festplatz bleiben zu dürfen.“ Die Wohnanhänger heizt man mit Gas. Strom und Wasser gebe es kostenlos.

Bügler hängt sehr an ihren Tieren: „Mit ihnen sind wir groß geworden.“ Täglich bekommen die Tiere Auslauf, dafür dürfe man die Festplatzwiese nutzen. Ansonsten stehen sie in ihren Boxen.

Viel Trubel in der Bäckerei

Drunter und drüber geht es auch in der Rangendinger Bäckerei Mesam. „Die Leute kaufen bei mir wie in den Supermärkten ein“, berichtet Bäckermeister Franz-Josef Mesam. Der Andrang sei so groß, dass Brote nachgebacken werden mussten. „Seit Mitte letzter Woche hat es deutlich angezogen, in der Backstube herrscht Hochbetrieb“, erzählt der 58-Jährige, der zudem noch mit Personalproblemen zu kämpfen hat. Der Chef und seine beiden Bäcker schoben und schieben Überstunden. Die Brotregale waren bereits am Dienstagnachmittag nahezu leer. Kuchen und Torten hingegen würden weniger nachgefragt. Die letzte Mehllieferung mit 1500 Kilogramm liege eine Woche zurück und reiche erfahrungsgemäß für etwa zweieinhalb Wochen. Noch sieht Mesam keinen Lieferengpass an Mehl.

Catering-Betrieb und Absagen


Das Gasthaus Rössle in Rangendingen bietet während der Corona-Krise den Heimservice „Mittagstisch außer Haus“ für ältere Menschen an. Die Gaststätte ist bis auf Weiteres geschlossen. Das Tagesessen kann zwischen 11.30 und 14 Uhr mit dem eigenen Gefäß abgeholt werden. Das Café Schlupfwinkel ist bis auf Weiteres geschlossen.

Der Schützenverein Rangendingen wird den Trainingsbetrieb erst einmal einstellen und aufgrund der gerade erlassenen Verordnung der Landesregierung auch die Gaststätte vorübergehend schließen. Das heißt: Freitags und sonntags findet bis auf Weiteres kein Stammtisch statt.

Aufgrund des Coronavirus hat der Vorstand des Schützenvereins Höfendorf beschlossen, die Hauptversammlung am 21. März abzusagen. Auch der Schwäbische Sonntag am 26. April wird nicht veranstaltet.