Lange war alles im grünen Bereich, sehr lange. Kaum zu glauben bei einer Einrichtung mit 270 Beschäftigten und etwas mehr als 200 Senioren, die in drei Heimen leben. Und allemal ein Kompliment für ein funktionierendes Hygienemanagement! Doch jetzt hat auch die Stiftung St. Elisabeth ihren ersten positiven Corona-Fall: Vergangene Woche musste eine 90-jährige Bewohnerin des Hechinger Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth ins Zollernalb-Klinikum gebracht werden. Durchfall und erhöhte Temperatur deuteten eigentlich nicht auf eine Corona-Infektion hin, doch am Samstag kam die Nachricht: Der Test auf das Virus ist positiv ausgefallen.

20 000 Masken angekommen

„Wir wissen nicht, wie es reinkam“, sagt Stiftungsvorstand Martin Bummer. Schließlich stünden alle drei Häuser der Stiftung schon seit einiger Zeit unter Quarantäne, aber klar: „Unser größte Risikogruppe sind die Mitarbeiter, die jeden Tag im Supermarkt Infizierten begegnen können.“ Ansonsten ist Bummer sicher: „Wir haben alle Schutzmaßnahmen ergriffen, die angemessen sind.“ Soeben sind 20 000 Schutzmasken angeliefert worden, auch Desinfektionsmittel wurde „zu teuren Preisen“ nachgekauft, die Einlasskontrolle funktioniert, und jeder Corona-Verdachtsfall wird sofort überprüft.

Tests für zehn Menschen mit Symptomen

Gestern erwartete Bummer eine Delegation des Gesundheitsamtes in St. Elisabeth, um acht Bewohner aus dem Wohnbereich und zwei Mitarbeiter, die Symptome einer Infektion verspüren, testen zu lassen. „Wir hätten gern breiter testen lassen“, betont Bummer, „aber das Amt sagt: Getestet wird nur, wer Anzeichen hat.“ Im Marienheim mit seinen 60 Bewohnern und in St. Josef in Haigerloch (45) gibt es zum Glück noch keinen bestätigten Fall. „Aber das kann sich jede Stunde ändern“, ist sich Bummer der Dynamik der Situation bewusst.

Video-Kontakte zu den Angehörigen ermöglichen

Eindämmung ist freilich nicht alles. „Wer nicht in Infektionsverdacht steht, hat bei uns noch soziale Kontaktmöglichkeiten“, betont Bummer. Die Gesunden dürfen noch zusammen essen – und an die frische Luft sowieso. „Belüftung der Lunge ist wichtig“, weiß der St.-Elisabeth-Chef. Eifrig werden auch Tele-Kontakte nach draußen vorbereitet. Bummer: „Wir arbeiten gerade in allen drei Häusern an einem Videosystem, damit Angehörige und Bewohner einander auf einem großen Bildschirm sehen können.“ Denn das ist ganz wichtig für die Seelenhygiene.