Jeden Tag blickt der Zollernalbkreis gespannt auf die 7-Tage-Inzidenz. „Heute bewegen sich die Zahlen erfreulicherweise wieder deutlich nach unten“, erklärt Dr. Gabriele Wagner, die Leiterin des Gesundheitsamts. Am Mittwoch, 19.05.2021, ist die Inzidenz vom bundesweiten Spitzenwert von 213,3 auf 189,6 gesunken.

Pauli: „Wir drehen praktisch jeden Stein um“

Die Landkreisverwaltung, so heißt es in einer Pressemitteilung, analysiere seit Wochen im Detail und engmaschig das Infektionsgeschehen. „Um mögliche Infektionsherde schnell zu identifizieren, drehen wir praktisch jeden Stein um“, so Landrat Günther-Martin Pauli. Die Aufschlüsselung der Neuinfektionen nach einzelnen Städten und Gemeinden zeige, dass der gesamte Landkreis betroffen ist – ein sehr diffuses Infektionsgeschehen. Es gibt keine besonderen Häufungen in bestimmten Ortschaften. Nach wie vor liegt eine Vielzahl der Infektionen im privaten Bereich.

Menschen im Berufsleben aktuell am stärksten betroffen

Die am stärksten betroffene Gruppe bezüglich der Neuinfektionen ist die Altersklasse zwischen 20 bis 40 Jahren. Viele davon stehen im Berufsleben. „Wir empfehlen daher dringend, dass Betriebe ihren Mitarbeitenden nicht nur Selbst- und- Schnelltests zur Verfügungen stellen, sondern diese verstärkt verpflichten, Tests durchzuführen“, so Dr. Wagner.

Neu: Kurzfristiges Modellprojekt

Der Landkreis betreibt seit Januar 2021 ein leistungsstarkes Kreisimpfzentrum, welches allerdings mangels Impfstoff bislang nicht seinen Vollbetrieb aufnehmen konnte. Landrat Günther-Martin Pauli und Kreisbrandmeister Stefan Hermann konnten am Mittwoch (19.5.2021) gemeinsam mit Minister Manfred Lucha MdL und den Verantwortlichen im Sozialministerium erreichen, dass kurzfristig ein Modellprojekt „Impfen für Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit niedrigem sozioökonomischem Status“ im Zollernalbkreis umgesetzt wird.

Ziel: Schnell zurück zu mehr Normalität

„Angesichts der weiterhin aktuellen Infektionslage gilt weiterhin der dringende Appell, sich an die geltenden Kontaktbeschränkungen zu halten. Unser gemeinsames Ziel ist es, schnell wieder mehr Normalität für den Zollernalbkreis zurück zu erhalten“, so Landrat Pauli.

Nur vier positive Fälle am Rande des Mountainbike-Weltcups

Als „Fake News“ bezeichnet das Landratsamt Meldungen, wonach aufgrund des Mountaibike-Weltcups in Albstadt die gemeldeten Fallzahlen angestiegen seien. Dies lasse sich nicht feststellen. In der Pressemitteilung heißt es: „Bei dem Cup waren keine Zuschauer zugelassen. Die Teilnehmer sowie deren Teams wurden im Rahmen des Hygienekonzepts täglich vor Betreten des Veranstaltungsgeländes getestet. Dabei wurden insgesamtvier positive Fälle festgestellt, die allerdings nicht im Zollernalbkreis in die Fallzahlen einfließen.“

„Ende des Ramadan ohne bedeutenden Einfluss“

Zu einer Klarstellung sieht sich das Landratsamt auch veranlasst, was die Auswirkungen religiöser Feierlichkeiten angeht. In der Mitteilung heißt es: „Grundsätzlich konnte in den vergangenen Monaten ein Anstieg der Infektionszahlen vor/nach religiösen Feierlichkeiten wie zum Beispiel Weihnachten, Ostern festgestellt werden. Das Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan (Ende letzter Woche) hat bislang keinen bedeutenden Einfluss auf die Inzidenzentwicklung im Kreis.“
Wie die HZ berichtet hat, hatte ein Freitagsgebet zum Beginn des Fastenmonats Ramadan eine Infektionskette in der Hechinger Moscheegemeinde ausgelöst. Daraufhin hat die Gemeinde ihr Gebetshaus geschlossen. Das Ramadan-Ende (Zuckerfest) wurde in Hechingen nicht mehr gefeiert.