Seit Samstag können Menschen, die älter sind als 80 Jahre, Termine vereinbaren, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Am Montag waren die ersten Plätze bereits ausgebucht,

Aktuell keine Termine verfügbar

Von den am Wochenende angebotenen Impfterminen seien keine mehr verfügbar, meldet der Südwestrundfunk unter Berufung auf einen Sprecher des Sozialministeriums. Das gelte sowohl für die Hotline 116 117 als auch für die dazugehörige Online-Terminvergabe unter www.impfterminservice.de.

Hoffnung auf nächste Woche

Die bereits vergebenen Terminkapazitäten seien durch die noch geringe Verfügbarkeit des Impfstoffs bedingt, erklärte der Ministeriumssprecher. Eine am Montag in Baden-Württemberg eingetroffene Lieferung von 78.000 Impfdosen ist bereits verplant. Zum Jahreswechsel sollen rund 88.000 weitere Dosen eintreffen. Dann können auch wieder Impftermine vereinbart werden. Den Großteil der Impfungen gab es bislang in Alten- und Pflegeheimen, da die Menschen dort zu den am stärksten durch die Pandemie Gefährdeten gehörten, so der Sprecher weiter.

Tübinger Impfzentrum geht am 4. Januar in Betrieb

Am Montag, 4. Januar 2021, geht in der Paul-Horn-Arena in Tübingen das Impfzentrum in Betrieb. In der Halle sind sowohl das Zentrale Impfzentrum des Regierungsbezirks (ZIZ) als auch das Impfzentrum auf Tübinger Kreisebene (KIZ) zusammengefasst. Das Impfzentrum steht unter organisatorischer Leitung des Landkreises Tübingen und unter medizinischer Leitung des Universitätsklinikums Tübingen. Zuvor beginnen die mobilen Impfteams (MIT), die unter organisatorischer Leitung des DRK stehen, mit den Impfungen in Pflege- und Senioreneinrichtungen.

ZIZ ist auch für den Zollernalbkreis zuständig

Das Zentrale Impfzentrum Tübingen (ZIZ) ist neben dem Landkreis Tübingen für die Landkreise Reutlingen, Zollernalbkreis, Calw, Sigmaringen und den Bodenseekreis zuständig.
Bei einer Pressekonferenz wurden am Montag die wichtigsten Fragen wie folgt beantwortet:

Welche Personengruppen können zuerst geimpft werden?

Folgende Personen haben mit höchster Priorität Anspruch auf Schutzimpfung:
1. Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben,
2. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
3. Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
4. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungser-bringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren im Sinne von § 6 Absatz 1 Satz 1 sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosol-generierende Tätigkeiten durchgeführt werden,
5. Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.

Die Impfung ist kostenfrei

Nach aktuellen medizinischen Empfehlungen werden Personen, die bereits eine Covid19-Infektion durchlaufen haben, zunächst von der Impfung zurückgestellt.
Die Impfung ist kostenfrei.

Wie erfolgt die Terminvereinbarung?

Zentral über die Telefonnummer 116117, über die gleichnamige App oder über die zentrale Anmeldeplattform https://www.impfterminservice.de/impftermine. Man muss sich aktiv um einen Termin kümmern, wenn man zur genannten Zielgruppe gehört; es erfolgt kein persönliches Anschreiben. Da für die Impfung zwei Termine innerhalb von 21 Tagen notwendig sind, muss der zweite Termin gleich mit vereinbart werden. Der zweite Termin ist zwingend notwendig, da nur dann der Impfschutz gewährleistet ist. Die Frist von 21 Tagen sollte nicht wesentlich überschritten werden.
Bei der Terminvereinbarung erhält man einen 12-stelligen Code, der zu den beiden Impfterminen mitgebracht werden muss. Dies kann für manche ältere Menschen eine Herausforderung bedeuten. In diesem Fall kann es hilfreich sein, Angehörige in die Terminvereinbarung mit einzubeziehen.

Welche Unterlagen müssen zur Impfung mitgebracht werden?

- Der Termincode
- Personalausweis bzw. Reisepass
- Elektronische Gesundheitskarte
- Wenn möglich: Aufklärungsbogen z.B. über www.tuebingen-impfzentrum.de herunterladen, ausfüllen und mitbringen
- Ggf. Arbeitgebernachweis (über die Impfberechtigung nach STIKO)

Wo finde ich Informationen zum Impfzentrum Tübingen und zur Impfung?

Voraussichtlich im Laufe des Dienstag, 29. Dezember 2020 geht die Internetseite www.tuebingen-impfzentrum.de in Betrieb. Dort gibt es neben einem Video über das Impfzentrum auch Infos zu Öffnungszeiten, Anfahrt, Formulare zum Download, Informationen des Universitätsklinikums Tübingen zur Impfung, hilfreiche Links und vieles mehr. Die Seite wird regelmäßig um aktuelle Informationen ergänzt.
Wichtig: Die Corona-Hotline des Landratsamts Tübingen beantwortet keine Fragen zum Thema Impfen. Für Fragen hierzu kann ebenfalls die 116117 angerufen werden.
Allgemeine Informationen – insbesondere auch Fragen rund um die Impfung und ihre Wirkung und zum Impfstoff selbst: www.zusammengegencorona.de

Zahlen, Daten und Fakten zum Impfzentrum Tübingen

Betriebszeiten: 7 – 21 Uhr, in dieser Zeit können auch Termine vergeben werden.
Kapazität: Maximal 2300 Patienten pro Tag/18 Impflinien
Auf Grund des zunächst nur knapp vorhandenen Impfstoffs wird im Impfzentrum mit drei Impflinien begonnen.

Wie ist der Ablauf im Impfzentrum Tübingen?

Folgende Stationen müssen die zu Impfenden durchlaufen:
1. Zugangskontrolle (Legitimationsprüfung, z .B. über 80 Jahre)
2. Registrierung
3. Allgemeine Informationen (Film im Vortragsraum)
4. Ärztliche Aufklärung (Individuelle Aufklärung durch Arzt)
5. Impfung inkl. Dokumentation der Impfung
6. Beobachtungsphase (30 Minuten Aufenthalt im Beobachtungsbereich)
7. Ausgangskontrolle
Für die Stationen 2-5 ist eine Verweildauer von 6,5 Minuten pro Station vorgesehen.
Gesamte Verweildauer des zu Impfenden im Impfzentrum: ca. 60 Minuten.
Das Impfzentrum wird bei Vollbetrieb mit insgesamt ca. 150 Personen pro Schicht betrieben (90 x Verwaltungspersonal; 60 x medizinisches Personal). Es wird pro Tag in zwei Schichten gearbeitet.

Wie viel Impfstoff ist zunächst vorhanden?

Vom zunächst eingesetzten Impfstoff von Biontech/Pfizer sind für das ZIZ/KIZ Tübingen sowie für das Universitätsklinikum folgende Mengen angekündigt:
26. Dezember: 975 Dosen
28. Dezember: 7800 Dosen
30. Dezember: 6825 Dosen (+ 975 Universitätsklinikum Tübingen)
KW 1: 8775 Dosen
KW 2: 3900 Dosen + Kreisimpfzuentrum KIZ 975 Dosen
KW 3: 3900 + KIZ 975
KW 4: 3900 + KIZ 975
KW 5: 3900 + KIZ 975
Ab Mitte Januar soll zusätzlich der Impfstoff von Moderna geliefert werden. Ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest.
Bei der Berechnung, wie viel Impfstoff für wie viele Personen benötigt wird, muss einkalkuliert werden, dass pro Person zwei Dosen gebraucht werden.
Dazu folgende Informationen sowie ein Rechenbeispiel:
Vorgaben vom Land:
ZIZ (ab 15.12.2020) 1.500 Impfungen pro Tag
KIZ (ab 15.01.2021) 800 Impfungen pro Tag
=} Gemeinsames Impfzentrum mit 2300 Impfungen pro Tag.
Ein gleichzeitiger Betrieb von 18 Impfbahnen und 7 Mobilen Impfteams ist möglich.
Tatsächliche Werte zu Beginn des Impfzentrums auf Grund von mangelndem Impfstoff:
Anlieferung Impfstoff: ~ 4.800 Dosen pro Woche
Einlagerung für Zweitimpfung: ~ 2400 Dosen pro Woche
Impfungen Impfzentrum: ~ 1900 pro Woche, ~ 270 pro Tag
Impfungen Mobile Impfteams: ~ 500 pro Woche, ~ 70 pro Tag
Anzahl der Impfbahnen zu Beginn: 3 Impfbahnen
Anzahl der Mobilen Impfteams zu Beginn: 2 Teams.

Nach welchen Kriterien werden die Pflegeeinrichtungen ausgewählt, die zunächst über die Mobilen Impfteams angefahren werden?

Zentraler Partner bei der Planung dieses Punktes ist die bei den Landratsämtern angesiedelte Heimaufsichtsbehörde. Der Planungsprozess muss flexibel gehandhabt und aktuell angepasst werden. Zunächst wird mit kleineren Einrichtungen begonnen, in denen eine hohe Impfbereitschaft besteht. Auch ist es wichtig, dass dort aktuell keine Corona-Infektionen vorhanden sind. Der letztgenannte Faktor kann sich täglich ändern, deshalb ist Flexibilität unabdingbar. Mit den ersten Erfahrungen aus den Einrichtungen im Kreis Tübingen ist dann sukzessive vorgesehen, auch Einrichtungen in anderen ZIZ-angehörigen Landkreisen anzufahren.

Wie bekommen Menschen ohne deutsche Sprachkenntnisse Informationen zur Impfung?

Bund und Land stellen im Rahmen ihrer Impfkampagne mehrsprachiges Informationsmaterial zur Verfügung. Im Impfzentrum Tübingen gibt es Informationsvideos in allen Sprachen; bei Bedarf können Dolmetscher hinzugezogen werden.