Noch ist unklar, ob nach Tübingen und Rottweil auch der Zollernalbkreis seine ersten Corona-Fall hat. Oder gar seine ersten Corona-Fälle? Inzwischen behandelt das Zollern-Alb-Klinikum nämlich drei Menschen, die als „begründete Verdachtsfälle“ eingestuft werden. Alle drei wurden auf das Corona-Virus gestetet.

Patientin wurde negativ getestet

Der begründete Verdachtsfall einer Frau Anfang 50, die stationär in das Klinikum aufgenommen wurde, erwies sich am Donnerstagabend als negativ. Die Testergebnisse der zwei weiteren Patienten, die die Ambulanz des Zollernalb-Klinikums aufgesucht haben, werden im Laufe des weiteren Abends erwartet.

Video: Pressekonferenz Zollern-Alb-Klinikum in Balingen:

Die Laborergebnisse lagen am Donnerstag um 16 Uhr, als das Klinikum zur Pressekonferenz geladen hatte, aber noch nicht vor.

Frau, die in Italien war, ist in Einzelzimmer isoliert

Am stärksten „verdächtig“, sich mit dem Virus infiziert zu haben, war eine Frau Anfang 50, die sich am Aschermittwoch in der Ambulanz des Zollern-Alb-Klinikums „mit Gliederschmerzen, Flankenschmerzen und Fieber“ vorgestellt hat, wie Dr. Otto Tschritter, der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, ausführte. Die Patientin war vor etwas mehr als einer Woche aus Italien zurückgekehrt - aus einem Gebiet, in dem das Virus grassiert. „Wir haben die Frau in einem Einzelzimmer isoliert“, sagte Tschritter, „und behandeln sie ganz allgemein entsprechend ihrer Symptome“. „Kritisch“ sei der Gesundheitszustand der Patientin freilich nie gewesen, und seit Mittwoch habe sich ihr Gesundheitszustand weiter stabilisiert. „Sollte der Corona-Test negativ ausfallen, könnte sie möglicherweise bald wieder entlassen werden“, so der Chefarzt. Die Frau sei auch dem Gesundheitsamt als Verdachtsfall entsprechend der Kriterien des Robert-Koch-Institutes gemeldet worden. Ihre Familie sei einstweilen angehalten, sich daheim aufzuhalten.

Zwei weitere Verdachtsfälle mit Bezug zu Italien und Neu-Ulm

Zwei weitere Patienten, die die Ambulanz des Zollernalb-Klinikums aufgesucht haben, wurden ebenfalls als Verdachtsfälle eingestuft, auf das Virus getestet, aber fürs erste nach Hause entlassen, weil ihre Krankheitssymptome weniger schlimmer sind. Zum einen handelt es sich um eine Frau, die ebenfalls einen Italien-Aufenthalt hinter sich hat; zum anderen um einen jungen Mann, der am vergangenen Samstagabend in derselben Kino-Vorstellung in Neu-Ulm war, in der sich auch der seit Dienstag bestätigte Corona-Patient aus dem Kreis Göppingen aufgehalten hatte. Das Corona-Risiko schätzt Chefarzt Dr. Tschritter bei diesen beiden Patienten aber als „gering“ ein. „Wir gehen eher von einer anderen Infektion aus.“ Am Donnerstagabend hoffen die Ärzte, Klarheit zu haben.

Klinikum-Chef: „Keine Hektik, keine Panik“

Zur generellen Corona-Lage betonte Klinikum-Geschäftsführer Dr. Gerhard Hinger, dass sich das Zollern-Alb-Klinikum in Balingen und Albstadt gut gerüstet sehen: „Wir sind gewappnet für alle Maßnahmen.“ Mit bestätigten Infektionen in den Nachbar-Landkreisen Tübingen und Rottweil gehöre der Zollernalbkreis zwar zu den „gefährdeten Regionen“. Deshalb, so Hinger, sei es verständlich, dass die Menschen sich Sorgen machten. Wichtig sei jedoch die Botschaft: „Es muss keine Hektik, keine Panik entstehen.“

Konsequenter Verzicht aufs Händeschütteln

Prävention spielt laut Hinger in der aktuellen Situation eine zentrale Rolle. Im Klinikum wird konsequent aufs Händeschütteln verzichtet. Die Botschaft lautet: „Wir sind nicht unhöflich, wir sind umsichtig. Wir verzichten auf das Händeschütteln und schenken Ihnen ein Lächeln.“

Wir werden weiter berichten.