Von einer sehr hohen Impfbereitschaft in den eigenen Reihen spricht das Zollernalb-Klinikum auf ZAK-Anfrage. Demnach seien 45 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand Montag) geimpft.
Bereits seit Mitte Dezember des vergangenen Jahres beschäftigen sich Mitarbeiter des Klinikums mit der Planung und Vorbereitung der Mitarbeiterimpfung.
Zunächst sollte die Klinik nach der Zulassung ausreichend Impfstoff erhalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe die Klinik einen Ersatzplan aufgestellt.
So mussten die Verantwortlichen Termine sowohl im Kreisimpfzentrum in Meßstetten als auch im Zentralen Impfzentrum in Tübingen organisieren.

Impfung vor Ort möglich

Seit dem 22. Februar, schreibt die Klinik, sei es nun möglich an beiden Klinikstandorten durch die Betriebsärzte Dr. Horst Dreizler und Dr. Jochen Molsner die Impfung zu erhalten.
Die Terminvergabe erfolge über ein Online-Tool, welches Mitarbeitern aus allen Berufsgruppen ermögliche, „leicht zu überblicken, wann Termine verfügbar sind“.
Jeder soll die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Darauf liege der Fokus.
Was den Impfstopp von Astra-Zeneca angeht, halte sich die Klinik an die Vorgaben der Bundesregierung. Impfungen mit anderen zugelassenen Impfstoffen würden wie geplant fortgeführt.

Was sie in der Klinik von der Impfung halten

Dr. Oliver Kinder, der leitende Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme, sagt: „Die Impfung hat eine sehr hohe Schutzwirkung, mit ihr fühle ich mich sicherer. Corona hat nicht einschätzbare Krankheitsverläufe. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will. Für mich persönlich ist es, neben dem eigenen Schutz, auch ein Beitrag für die Gesellschaft, geimpft zu sein.“
Carmen Alex, die als Krankenschwester in der Palliativversorgung tätig ist, war zunächst skeptisch: „Ehrlich gesagt wollte ich am Anfang keinesfalls bei den Ersten sein, die sich impfen lassen. Durch meine Tätigkeit hier im Krankenhaus habe ich jedoch gesehen, was Corona für Spätfolgen haben kann und mir wurde klar, dass die Impfung das geringere Übel zu sein scheint.“

Zivilcourage und Herdenimmunität überzeugen

Vor allem der Blick auf Andere in der Gesellschaft hat sie von einer Impfung überzeugt: „Es war ein Abwägen. Für mich als in der Palliation Tätige spielt Lebensqualität eine entscheidende Rolle: Bei einem schweren Verlauf muss ich mit Spätfolgen rechnen, die unter Umständen das Leben nicht mehr lebenswert machen. Das Stichwort Zivilcourage ist mir hier auch wichtig. Ich kann nicht erwarten, dass eine Herdenimmunität eintritt, solange ich nicht gewillt bin, ebenfalls etwas dafür zu tun. Ich sehe die Impfung als Chance, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren können.“