Vor der Coronavirus-Pandemie wäre die Meldung locker als Satire durchgegangen. Nun ist sie völlig ernstgemeint: Der Dessous- und Unterwäsche-Hersteller Speidel aus Bodelshausen (Landkreis Tübingen) fängt damit an, Mund- und Nasenschutzmasken herzustellen. Zuvor hatte bereits das Burladinger Modeunternehmen „Trigema“ die Produktion von Atemschutzmasken begonnen.

Speidel zieht nun nach. Ab heute beginnt die Firma, Masken produzieren. Sie sollen aus zweilagiger Baumwolle bestehen und bei 95 Grad waschbar sein. „Auch wir möchten dabei helfen, den Engpass bei der Beschaffung von Schutzmasken zu beheben“, sagt Markenmanagerin Swenja Speidel.

Wie gut die Masken tatsächlich vor Viren und Bakterien schützen, ist nicht klar. Das Unternehmen betont, dass sie Speichel abhalten und verhindern, dass man sich unnötig ins Gesicht fasst. Erwiesen ist das jedoch nicht. Die Produkte kommen ohne Zertifizierung auf den Markt.

Selbstgenähte Atemschutzmasken: Nicht völlig nutzlos

In den sozialen Medien kursieren derzeit zahlreiche Anleitungen und Aufrufe zum Selbernähen von Mundschutz-Masken gegen das Coronavirus. Aus Expertensicht ist deren Einsatz aber nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. „Für den medizinischen Gebrauch eignen sie sich nicht“, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Baden-Württemberg. „Das wird das Problem, das wir in den Arztpraxen haben, nicht lösen.“ Allerdings könnten selbstgenähte Masken für Privatpersonen einen Nutzen bringen - vor allem, wenn es darum gehe, andere Menschen zu schützen.

Wenn man beispielsweise niesen oder husten müsse, sei es besser, einen solchen Schutz vor dem Mund zu haben, als gar nichts. Allerdings dürfe dies nicht zur Sorglosigkeit führen. „Es ist völlig falsch, anzunehmen, wenn ich so was aufhabe, kann ich mich in der Öffentlichkeit bewegen und stecke mich nicht an“, sagte der Sprecher.