Ein Dienstagnachmittag unter strahlender Frühlingssonne: Der Hechinger Starzelpark ist fast menschenleer. Eine Mutter spielt mit ihrem Kind am Wasser, einzelne Passanten gehen mit viel Abstand zueinander auf den Wegen. Ähnlich ist das Bild im Fürstengarten: Hier mal eine Spaziergängerin mit Hund, dort ein Rentner auf der Sitzbank, am Spielplatz bewegt sich nur das Flatterband der Absperrung.

Was Ministerpräsident Winfried Kretschmann am zweiten Tag nach Inkrafttreten des Kontaktverbotes zufrieden festgestellt hat, lässt sich leicht auch im Hechinger Stadtbild ablesen: Die allermeisten Menschen halten sich folgsam an die strengen Vorschriften, die zur Corona-Eindämmung getroffen wurden.

Letzte Woche war es noch dynamisch

Nichts zu meckern hat auch die Stadt Hechingen, für die zwei Vollzugsbeamte und am Wochenende zusätzlich die Sicherheitsfirma „Secom“ durch die Stadt patrouillieren. „Wir sind inzwischen guter Dinge, dass die Leute sich an die Vorschriften halten“, sagt Rathaussprecher Thomas Jauch. „Letzte Woche war die Situation noch sehr dynamisch“, blickt er zurück. Da mussten die Kontrolleure an manchen Stellen schon „sehr genau hinschauen“ – auf der Skater-Anlage im Fun-Park zum Beispiel.

Und die Menschenansammlungen vor den Eiscafés ließen die Stadtverwaltung gar mit Einzelverfügungen vorpreschen und Schließungen vorwegnehmen, die landesweit erst Tage später folgten. „Da ging es hoch her“, sagt Jauch, „aber jetzt sind wir froh, dass das Land eine klare Regelung getroffen hat. Die kritischen Fälle sind jetzt minimiert.“

Polizei kontrolliert in Rangendingen

Ähnlich klingt es aus Rangendingen, wo die Gemeinde kein eigenes Kontrollpersonal hat, sondern auf die Polizei angewiesen ist. „Über besondere Brennpunkte oder Verstöße ist mir nichts bekannt“, schreibt Bürgermeister Johann Widmaier.

Kuhloch und Grillstelle sind Hotspots in Bisingen

In Bisingen werde die Einhaltung der Corona-Verordnung im Zusammenspiel von Ortspolizeibehörde, Polizeivollzugsdienst und dem Sicherheitsdienst „Security Group Hallas“ gewährleistet, berichtet Bürgermeister Roman Waizengger und fügt hinzu: „Dieses Zusammenspiel klappt bisher sehr gut.“ Brennpunkte der Überwachung in Bisingen seien das Kuhloch, die Grillstelle, die nähere Umgebung der Hallen sowie der Bahnhof.

Die Erfahrungen, von denen Waizenegger berichtet, decken sich mit denen aus Hechingen: „Einige uneinsichtige Jugendliche haben sich zunächst nicht an die ausgesprochenen Empfehlungen gehalten. Seit es nun klare Verbote gibt, hat sich die Situation entspannt.“ Im Zusammenhang mit der neuen Verordnung lägen in Bisingen „keine groben Verstöße“ vor.

Was sich der Kirchspiel-Bürgermeister ausdrücklich wünscht? „Dass das Land kein Kurzzeitgedächtnis hat und nach der Krise auch unsere Sicherheitsbehörden endlich wieder ordentlich mit Personal und Sachmitteln aus­stattet.“

91-Jährige von der Zollernalb stirbt in Tübinger Klinik an Corona-Folgen


Das erste Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist jetzt auch im Zollernalbkreis zu verzeichnen: Eine 91-jährige Patientin von der Zollernalb ist am Samstag im Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen an einer akuten Covid-19-Erkrankung gestorben.

Der Landkreis Tübingen selbst hat inzwischen ebenfalls seine erste Corona-Tote: Eine 76-jährige Patientin mit Vorerkrankungen ist am vergangenen Wochenende gestorben, wie das Landratsamt Tübingen mitteilte. Tübingen meldete am Dienstag einen sprunghaften Anstieg auf von zuletzt 190 auf 300 Infizierte. „Diese enorme Steigerung ist der Tatsache geschuldet, dass das beauftragte Labor mit der Übermittlung der Ergebnisse über eine Woche im Verzug war und die Ergebnisse nun konzentriert übermittelt“, heißt es in einer Erklärung des Landratsamtes Tübingen.

Im Zollernalb-Klinikum liegen derzeit 42 mit Corona infizierte Personen. Acht dieser Patienten sind in intensivmedizinischer Betreuung. Am Montag waren es noch vier schwere Fälle gewesen.

Die Zahl der Angesteckten ist im Zollernalbkreis von Montag auf Dienstag abermals angestiegen. Am Dienstag um 17.30 Uhr meldete das Balinger Landratsamt eine neue Gesamtzahl von 162. Das ist gegenüber dem Vortag ein Anstieg von elf bestätigten Corona-Infektionen. Betroffen sind sechs Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 32 und 72 Jahren. Auch Kinder sind inzwischen unter den Patienten.

Pauli im Livestream: Am heutigen Mittwoch, 25. März, findet ab 16.30 Uhr erstmals ein Online-Bürgerdialog mit Landrat Günther-Martin Pauli statt. Motto: „Gemeinsam gegen Covid-19“.

Interessierte Bürger können daran teilnehmen, indem sie sich in ihren Facebook-Account einloggen und dort das persönliche Profil von Günther-Martin Pauli besuchen. Der Landrat will im Livestream die Fragen der Bürger zur aktuellen Corona-Situation beantworten.