Leicht ist ihm die Entscheidung nicht gefallen, sein Schulleiteramt am Münsinger Gymnasium aufzugeben, betont Karl-Wilhelm Röhm, der CDU-Landtagsabgeordneter und -kandidat für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen. In 16 Jahren hat er als Rektor einiges bewirket und Zeichen gesetzt.

Schon im Alter von fünf Jahren machte Röhm seine erste schulische Erfahrung, wurde er doch sehr früh in die Gomadinger Grundschule eingeschult, "nicht, weil ich hochbegabt war, sondern damit meine Mutter einen halben Tag Ruhe vor dem Rabauken hatte", lacht der 64-Jährige. Vier Jahre später bestand er die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium und den Reifetest, weil er noch keine zehn Jahre alt war. Sein Abitur bestand er auf der Urspringschule. In der Berufsberatung war ihm nahegelegt worden, einen Beruf zu ergreifen, in dem er viel mit Menschen zu tun habe. Röhm trug sich danach mit dem Gedanken, Apotheker zu werden - oder aber Lehrer.

Erste Erfahrungen als Pädagoge machte er bereits wenige Tage nach seiner Schulentlassung, als er einen Anruf seines früheren Schulleiters erhielt, der Röhm fragte, ob er nicht einspringen könne. Bis Ende September unterrichtete der 19-Jährige eine Klasse, hielt sogar die Morgenandacht. "Bei mir reifte in dieser Zeit der Entschluss, den Lehrerberuf zu ergreifen", erinnert sich Röhm. Nach 18 Monaten Bundeswehr begann er sein Studium in Stuttgart: Englisch, Geschichte und Politikwissenschaften: "Ich habe daran keine große Freude empfunden", so der 64-Jährige. Nach einem Semester wechselte er nach Tübingen, studierte dort Englisch und Sport. Und im Sportstudium lernte er Männer kennen, die heute im Münsinger Kollegium sitzen: Friedwart Schmid, Friedrich Kling und Friedrich Krauß. Englisch hatte er gewählt, weil er 1968 als dritter Austauschschüler der Urspringschule nach Schottland durfte.

Nach dem Referendariat in Pfullingen und Bad Urach hatte Röhm eine Stelle an einer staatlichen Schule bekommen, ließ sich aber beurlauben und wurde Lehrer an der Urspringschule, wo er ab dem Schuljahr 1978/79 unterrichtete. Um den Beamtenstatus nicht zu verlieren, aber auch wegen pädagogischer Meinungsverschiedenheiten, wechselte Röhm 1985 nach Bad Urach.

1999 bewarb er sich auf die Nachfolge von Dr. Walter Schiele am Münsinger Gymnasium, wurde am 1. August Schulleiter, sollte in den nächsten 16 Jahren vieles bewegen, große Erfolge erzielen, aber auch Niederlagen einstecken, etwa beim Thema Erweiterungsbau.

2001 wurde aus dem Schulleiter auch ein Mandatsträger. Röhm zog für die CDU in den Landtag ein. Dabei sei ihm besonders wichtig gewesen, am Gymnasium vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, wofür er auch Deputatstunden und damit Einkommen und Rente opferte. Seine Hauptaufgabe in den letzten Jahren sah Karl-Wilhelm Röhm in der Umgestaltung von G9 auf G8, die in Münsingen "sehr gut gelungen" sei, wie er betont.

Fehlen wird ihm das Unterrichten, sagt Röhm. Dafür hofft er, dass er künftig mehr Zeit haben wird, selber Sport zu treiben. Im Landtag wird ihm die Bildungspolitik weiter Anliegen sein. Kämpfen will er für die Realschulen, deren Qualität erhalten bleiben soll. In einem Punkt bleibt er dem Gymnasium erhalten: Röhm wird auch künftig den Christbaum liefern, hat er versprochen.