Bereits vor zehn Jahren wurde mit der Planung der Burgmauersanierung begonnen und seit zwei Jahren laufen nun die Arbeiten an der Bastionsmauer. Das Gerüst rechts neben dem Adlertor, dem Eingangstor der Burg, ist mit bloßem Auge vom Tal aus zu sehen.
„Hier im ersten Bauabschnitt hinken wir momentan etwas hinterher. Wie jeder Häuslesbauer oder Altbausanierer weiß, tun sich ja gerne immer irgendwelche Überraschungen auf, die den Zeitplan hinauszögern. So auch hier auf der Burg“, erklärt Burgverwalterin Dr. Anja Hoppe. Dennoch, mittlerweile sieht man erste deutliche Erfolge, die dem Burgteam ein gewisses beruhigendes Gefühl vermitteln.

Aufzug kommt wohl erst 2022

Wo im ersten Jahr die Mauer abgetragen wurde, um schadhafte Steine auszutauschen, arbeiten die Steinmetze und Maurer seit letztem Sommer wieder nach oben. Wiederverwertbare Steine aus der alten Mauer bilden nun im Verbund mit neuen Quadern aus dem hauseigenen Steinbruch bei Grosselfingen ein solides Mauerwerk. So wird das Gerüst nun auch in absehbarer Zeit zum nächsten Bauabschnitt nach rechts wandern, auch wenn das Gerüstplateau direkt über dem Adlertor noch bestehen bleibt als Arbeitsfläche für die Steinmetze. „Im nächsten Bauabschnitt wird dann der Aufzug an der Außenmauer gebaut, der vorerst als Lastenaufzug und später auch als Personenlift genutzt werden soll“, erklärt Jan Sonnleitner, einer der vier Schlossmeister und zuständig für die Koordination der Burgmauersanierung. Aber bis der Aufzug betriebsbereit sein wird, dauert es noch eine Weile. „Das wird sich sicher bis ins kommende Jahr hineinziehen“, so der Schlossmeister.

Freier Eintritt – das geht

Im Zuge der Bastionsmauersanierung wird derzeit auch der angrenzende Kutschenstall abgetragen, dessen Mauern ebenfalls reparaturbedürftig sind. Im Kutschenstall richtete der Freundeskreis der Burg Hohenzollern e.V. in den vergangenen Jahren immer sein Weihnachtsmarkt-Café aus.
Mit dem Erlös seiner Aktionen und den Mitgliedsbeiträgen unterstützt der Verein die Burg regelmäßig bei der Finanzierung von Restaurierungsmaßnahmen wie etwa die Rekonstruktion historischer Vorhänge oder die Restaurierung von Wandgemälden und Stuckelementen. Im Gegenzug erhalten alle Vereinsmitglieder freien Eintritt zur Burg Hohenzollern.
„Bei einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro – beziehungsweise 15 Euro bis 23 Jahre – ist das deutlich günstiger als eine Dauerkarte der Burg Hohenzollern und somit vor allem für Einheimische sehr interessant“, erklärt Uwe Schramm, der Vereinsvorsitzende, und betont: „Dabei ist es jedem Mitglied freigestellt, ob oder wie es sich an den Vereinsaktivitäten – wie etwa Exkursionen oder Präsentationen – beteiligt. Wir freuen uns auch über passive Mitglieder.“ Der Verein über ist über www.zollernfreun.de. erreichbar und der Ausweis werde in der Regel innerhalb einer Woche nach Antrag ausgestellt.
Als Konkurrenz zu den Burg-Tickets sieht das Georg Friedrich Prinz von Preußen aber keinesfalls. „Ich schätze die Arbeit des Freundeskreises sehr und bin ihm dankbar, dass er seit vielen Jahren einen großen Beitrag zum Erhalt der Burg leistet. Von daher gönne ich den Vereinsmitgliedern auch von Herzen den freien Burgeintritt. Da profitieren alle Seiten“, so der Burgherr.

Interview: Tita von Hardenberg

Apropos Burgherr: Vorige Woche empfing dieser prominenten Journalistenbesuch auf dem Zoller: Tita von Hardenberg recherchierte für den Fernsehsender 3sat zum Thema Burg und Prinz im Allgemeinen und dessen Restitutionsansprüche im Besonderen. Nach der Besichtigung der Burgräume und Baustellen und einem ausführlichen Interview mit dem Prinzen drehte die TV-Journalistin mit ihrem Kamera-Team auch im Archiv der Burg Hohenzollern. Der Beitrag wird am Samstag, 7. August 2021, von 19:30 bis 20:20 Uhr unter dem Titel „Die Schätze des Kaisers vor Gericht. Das Ringen um das Vermächtnis der Hohenzollern geht weiter“ im Fernsehsender 3sat ausgestrahlt.