Bodelshausen / ks  Uhr
„Mister KBF“ Thomas Seyfarth aus Höfendorf ist jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Thomas Seyfarth wurde im Kastanienhof in Bodelshausen, von Landrat Günther-Martin Pauli das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Den Ort hatte er sich selbst ausgesucht. Der Höfendorfer ist ein KBF-ler durch und durch. Auch nach der Pensionierung vor zweieinhalb Jahren gibt es für diesen außergewöhnlichen Menschen, der streng nach dem Gebot der Nächstenliebe  handelt, immer noch genügend zu tun. Die Belange behinderter Menschen liegen ihm sehr am Herzen. Und genau das würdigte die große Schar von Rednern und Gratulanten. Nach Bodelshausen zur Feierstunde kam viel Prominenz, darunter die Bürgermeister aus den KBF-Partnergemeinden, die Behindertenbeauftragen aus den Landkreisen Tübingen und Zollernalb, Vertreter befreundeter Organisationen, langjährige Weggefährten sowie Seyfahrts Familie.

Insbesondere würdigten die Laudatoren Seyfarths ehrenamtliches Engagement, das der 69-jährige, einstige Geschäftsführer der KBF in Mössingen immer noch an den Tag legt. Bereits in seiner Anfangszeit als Zivildienstleistender 1976 habe  sich der frischgebackene Diplom-Psychologe weit überdurchschnittlich eingesetzt, betonte der Vorsitzende des KBF-Stiftungsvorstands, Gert Mohler. Danach arbeitete Thomas Seyfarth zunächst als Schulpsychologe bei der KBF. 1993 wurde er stellvertretender Geschäftsführer, um zwei Jahre später Geschäftsführer zu werden. „Es war für alle eine Überraschung, dass aus einem Psychologen in Cordhose und Pullover einmal ein Geschäftsführer mit Anzug und Krawatte wurde“, witzelte Mohler und sagte weiter: „Als Geschäftsführer trieb er die innere und äußere Entwicklung der KBF voran.“ Die Würde der Person die unbedingte Wertschätzung der Einzigartigkeit jedes Menschen, die ganzheitliche Betrachtungsweise und die Förderung der individuellen Identität seien durch Seyfarths Wirken zur zentralen Arbeit der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb geworden.

Landrat Günther-Martin Pauli zeichnete den Höfendorfer mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande  aus. Pauli betonte: „Wenn wir auf Ihr Leben und Lebenswerk blicken, wird schnell klar, dass Sie zu den Menschen zählen, die sich unermüdlich, selbstlos und uneigennützig für die Gemeinschaft einsetzten.“ Entschlossen trete Thomas Seyfarth für die Weiterentwicklung der Hilfe für Menschen mit Behinderung ein, betonte der Redner. „Diese Überzeugung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr ganzes Leben“, so Pauli über Seyfarths 43-jährige Tätigkeit bei der KBF Mössingen. In dieser Zeit sei aus der KBF, einem gemeinnützigen Verein, eine Stiftung geworden, die in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb insgesamt 80 Einrichtungen betreibt, über 3600 Menschen mit 1500 Mitarbeitern und 350 Freiwilligen betreut.

In seiner ehrenamtlichen Funktion habe Seyfarth vor 30 Jahren den Verein für Hilfe für Menschen mit Behinderung gegründet, wo er heute 2. Vorsitzender ist. Der Verein kümmert sich intensiv um die Freizeitgestaltung und um Arbeitsplätze von Behinderten.

Seit dem Jahr 2015 bekleide Seyfarth im Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen das Amt des 1. Vorsitzenden, und im KBF-Stiftungsrat ist er seit 2017 Vorstandsvorsitzender tätig. „Sie waren ihrer Zeit meilenweit voraus“, würdigte Pauli den „Unruheständler“. Für den Landrat steht fest: „Seyfarth gehört zu den guten Schätzen in unserer Region.“

Der Geehrte selbst unterstrich, dass er seine vielen Ehrenämter immer als „Ehre“ verstanden habe. „Konservativ habe ich mich trotz Anpassung in alle Richtungen nie eingeordnet“, sagte der Bundesverdienstkreuzträger, der zur Bewältigung dieser vielen Aufgaben oftmals die Familie hinten anstellen musste. „Ich verstehe diese große Ehrung als Anerkennung für uns alle. Als Dank für das Geleistete und Ansporn für die Zukunft“, sagte Seyfarth.

Info Beachtlich für Höfendorf: Mit Thomas Seyfarth und Prof. Dr. Hans-Konrad Selbmann gibt es in dem Rangendinger Teilort gleich zwei Bundesverdienstkreuzträger.

43

Jahre hat Thomas Seyfarth für die KBF Neckar-Alb gearbeitet. Er hat aus dem Verein eine Stiftung gemacht, die in drei Landkreisen 80 Einrichtungen mit über 3600 Menschen betreibt.