Dass es einen zweiten Wahlgang geben würde im Killertal, das war im Vorfeld des 15. Dezember ziemlich sicher. Bei drei Kandidaten ist das gemeinhin so. Als überraschend wurde vielfach gewertet, dass ein Bewerber die anderen beiden doch deutlich hinter sich gelassen hat. Allerdings reichte es Oliver Simmendinger mit seinen 44,9 Prozent nicht über die 50-Prozent-Marke. Die braucht es im ersten Wahlgang, um sich als Sieger feiern zu lassen. Bei der zweiten Auflage der Wahl am Sonntag, 12. Januar, reicht die einfache Mehrheit.

Neuer Kartenmix

Die Karten würden jetzt neu gemischt. Dies sagen nicht nur Jürgen Kleinmann (37,3 Prozent) und Michael Stehle (17,9 Prozent). Auch Oliver Simmendinger gibt sich vorsichtig. Für alle drei Bewerber gilt denn auch: Sie legen nochmal richtig los mit dem Wahlkampf. Die kleine Pause an Weihnachten ist vorbei. Es gab Grüße zum Fest und zum neuen Jahr in die Briefkästen, und auch ein mehrseitiges Schreiben. Die beiden einheimischen Kandidaten Simmendinger und Kleinmann haben einen zweiten Wahlprospekt aufgelegt.

Michael Stehle aus Weildorf, der sich als erster Kandidat gemeldet hat, sagt, für ihn laute das Ergebnis nicht 17 Prozent, sondern 200 fehlende Stimmen. Der Diplom-Verwaltungswirt hat schon am Wahlabend angekündigt weiterzumachen. Stehle betont, er halte die Kandidatur weiter aufrecht, „da ich der festen Überzeugung bin, die beste Wahl für Jungingen zu sein. Ich stehe für ein Denken über die Gemeindegrenzen hinaus, Dinge in den Kontext zu stellen und auch zukünftige Themen so aufzubereiten, dass ich fundiert informiert bin.“ Außerdem stehe er für Standhaftigkeit und Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Der 41-Jährige ist in den Angriffsmodus übergegangen: Von seinen Mitbewerbern habe er bislang eher Worthülsen und das alles beherrschende Thema Seniorenwohnanlage gehört – und dazu „eine schwammige Linie in Sachen Standort“.  Damit jedoch habe man die weiteren Entwicklungen verkannt. Stehle nennt an dieser Stelle sein Gespräch mit Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister zum Thema Tagespflege, Vereinssterben, Gaststättenschließungen, Arztnachfolge mit Apotheke, Nahwärmenetz und Aktivieren des Miteinanders. Für die Tagespflege könne man auch einen Träger suchen und damit Mittel für den Grundstückskauf in Baugebieten freihaben.

Enormes Interesse

Jürgen Kleinmann, die Nummer 2 beim ersten Wahlgang, unterstreicht, dass er im ersten Ergebnis ein sehr großes Vertrauen der Junginger Bürgerinnen und Bürger sieht. Der Diplom-Verwaltungswirt (Polizei): „Ebenso bin ich überzeugt, dass mit starken 37 Prozent eine absolut ausbaufähige Grundlage für den zweiten Anlauf geschaffen ist. Dass das Interesse an der Bürgermeisterwahl in Jungingen enorm ist, zeigten die beiden Großveranstaltungen in der Turnhalle.“ Der 47-jährige Kleinmann setzt, so schreibt er, nun darauf, sich selbst detaillierter vorzustellen und seine Eignung fürs Bürgermeisteramt aufzuzeigen, nachdem er sich im ersten Teil seines Wahlkampfes konkret und ausführlich auf die Junginger Sachthemen konzentriert habe.

Neuer Schwung

Auf der Persönlichkeitsschiene will auch die Nummer 1 vom 15. Dezember fahren. Oliver Simmendinger versteht unter seinem Slogan „Neuen Schwung wählen“ dieses: „Weniger konkrete Themen, als vielmehr der Stil, die Persönlichkeit, die Denk- und Arbeitsweise sollen die bisherigen Nichtwähler davon überzeugen, in mir auch langfristig den ,richtigen’ Kandidaten zu finden.“ Viele zukünftige Themen,  die man heute noch gar nicht kenne, müssten schließlich auch gelöst und umgesetzt werden, sagt der 44-Jährige. Deshalb sei es ihm wichtig, seine Haltung zu vermitteln, um den Menschen auch dafür Sicherheit zu geben. Als ein wesentliches Merkmal seiner möglichen Amtsführung nennt der Diplom-Betriebswirt die Politik der kleinen Schritte.

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Michael Stehle Der Kandidat ist heute, Freitag, ab 18 Uhr zum Gesprächsabend im Gemeindesaal, nächsten Donnerstag beim Seniorentreff.

Jürgen Kleinmann Am Dreikönigstag hat der Bewerber  von 14 bis 18 Uhr ein Bürgerforum im Gemeindesaal. Am 9. Januar folgt ab 19.30 Uhr eine Gesprächsrunde in der „Post“ zum Thema Vereine. Zuvor ist Kleinmann beim Seniorentreff. Am 10. Januar ist er ab 21 Uhr im Klärwerk.

Oliver Simmendinger Der Bewerber lädt am morgigen Samstag zu einem etwa Dorfrundgang bei jedem Wetter. Der Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der Dorflinde. Außerdem ist Simmendinger beim Dreikönigsschießen des Schützenvereins und beim Seniorentreff.