Oliver Simmendinger, der in Killer aufgewachsen ist, lebt seit 20 Jahren in Jungingen, hat hier ein Haus gebaut und sieht die Gemeinde längst als seine Heimat an.

Er habe, so sagte er gestern gegenüber der HZ, schon immer mit dem Gedanken gespielt, sich auf einen Bürgermeisterposten zu bewerben. Doch habe er sich niemals für eine vakante Stelle gemeldet, denn im Falle seiner Wahl hätte er ja wegziehen müssen. Und das sei für ihn undenkbar.

Er will sich „für die Bürger und ihre Belange einsetzen“

Er sei überrascht gewesen, als er erfuhr, dass Harry Frick sein Amt abgibt und für eine weitere Wahl nicht mehr zur Verfügung steht. Eine Zeitlang habe er noch mit sich gerungen, doch im Grunde sei der Entschluss festgestanden: Er will antreten, er will Bürgermeister werden, er will sich für die Junginger Bürger und ihre Belange einsetzen.

Dabei steht für Simmendinger die Notwendigkeit von Wohnbauplätzen ganz oben. Doch auch neues Gewerbegebiet müsse erschlossen werden. Jungingen, sagt der Vater dreier Kinder (14, neun und sieben Jahre alt), habe viel zu bieten und verfüge über großes Potential. Jedoch müsse man das besser nach außen publik machen, da gebe es doch einiges, was man nachholen könnte, etwa über Internetauftritte oder durch die Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden.

Unterstützung für die Vereine

Unterstützen will Simmendinger auch die Vereine, die er als einen elementaren Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens ansieht. Konkret denkt er daran, dass sowohl der Gemeindesaal als auch die Festhalle mit einer Küche versehen werden sollten. „Auch finde ich es generell wichtig, den Organisationsaufwand von Vereinsfesten bereits im Vorfeld und dann im Nachgang durch bessere Infrastruktur oder anderweitige Unterstützung von Seiten der Gemeinde zu verringern.“ Er selber gehört dem örtlichen Musikverein an, ist zudem Vorsitzender des Killermer Heimatvereins und Leiter des Peitschenmuseums. „Ich bin ein Vereinsmeier“, gibt er selber von sich zu.

Diplom-Betriebswirt und IT-Experte

Ausbildung und Beruf: Simmendinger erlernte zunächst den Beruf des Industriekaufmanns, absolvierte dann, mit dem Wirtschaftsabitur in der Tasche, das Studium zum Diplom-Betriebswirt mit Fachrichtung Informatik. Seither ist er als Informatiker und Programmierer bei Webasto tätig, einem großen Automobilzulieferer in München. Als einer von zehn IT-Spezialisten betreut er für die Firma die Produktions-IT in über 27 Werken weltweit.

Durch den täglichen Umgang mit Zahlen und neuen Verordnungen und dadurch dass er sich in viele komplexe Dinge einarbeiten muss – und erfolgreich einarbeitet, wie er hinzufügt – hält er sich für das Amt des Bürgermeisters vollauf befähigt. „Aufgrund meiner vielfältigen Lebens- und vor allem auch Berufserfahrung traue ich mir die Einearbeitung in die Verwaltungsarbeit vollkommen zu.“

Dass er kein gebürtiger Junginger ist, sieht der 44-Jährige nicht als Nachteil an. „Ich habe hier in vergangenen 20 Jahren viele Kontakte und Freundschaften geknüpft, bin aber niemandem verpflichtet. Und gerade die offene Art wie ich in Jungingen aufgenommen wurde, sehe ich als die größte Motivation für meine Kandidatur. Für Menschen, die man mag, setzt man sich gerne ein.“

Wahlkampf mit Hausbesuchen

Sein Wahlprogramm will Simmendinger in kommenden Tagen bei Hausbesuchen persönlich erläutern, er wird aber natürlich auch an der offiziellen Kandidatenvorstellung teilnehmen.

Wie er hinzufügt, will er in seinem Wahlkampf jedoch nicht nur selber reden und seine Sicht der Dinge und der Kommunalpolitik darlegen, sondern er will insbesondere auch zuhören, was ihm die Menschen zu sagen haben, was ihre Anliegen sind.

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