Na, wer ist Ihr Favorit? Die Burladinger haben die Wahl, wie die Stadt sich entwickeln soll. Fünf Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge Harry Eberts, der sein Amt vor Ende der regulären Amtszeit aufgab. Doch Wahlkampf in Corona-Zeiten ist schwer. Um aber den Burladingern die Chance zu geben, alle Kandidaten einmal persönlich zu begutachten, lud die HZ am Sonntag zur Podiumsdiskussion ein. Nicht im vollen Saal, das darf derzeit nicht sein, sondern im Autokino-Format. So war  Abstand gewahrt. Dauerbewerber Horst-Ernst Raichle blieb allerdings fern.
Mitglieder des Kulturvereins Burladingen sorgten dafür, dass niemand verhungern und verdursten musste (besonders begehrt waren die frischen Muffins). HZ-Geschäftsführer Tim Hager richtete seinen Dank noch einmal an die Firma Trigema, die für die HZ-Veranstaltung den Parkplatz zur Verfügung gestellt hatte, sowie die Stadt Burladingen für die Unterstützung.

Warum sollen denn gerade Sie gewählt werden?

Dann wurde Gas gegeben. Jedem der Kandidaten wurden maximal zwei (gefühlte) Minuten zugestanden. Die Fragen stellten HZ-Redaktionsleiter Ernst Klett und unser Spezialist für Burladingen, Matthias Badura. Sehr geehrter Kandidat: Warum sollten gerade Sie gewählt werden? Michael Ohm (59) führte seine jahrelange berufliche Erfahrung als Stadtplaner an, er sei in der Lage, Städte zu analysieren – und nach vorne zu bringen. Davide Licht (31) bringt, wie er betonte, die notwendige Verwaltungserfahrung mit, will für frischen Wind sorgen. Hans-Walter Hellbach (48) ist ja schon Bürger Burladingens, er will für die Stadt die Zukunft gestalten, gerade bei der Verwaltung bewege sich da einiges viel zu langsam. Axel Niedenthal (47) will die besten Entscheidungen für seine Heimatstadt bringen.

Begehrt: Muffins und Ideen für die Stadt

Gar nicht gut an Burladingen findet Hellbach, dass es in der Stadt nichts für Jugendliche, junge Erwachsene gebe, auch bei der Kinderbetreuung müsse sich etwas tun. Niedenthal bedauerte, dass viele Geschäfte in größere Einzugsgebiete abwandern, da müsse gegengesteuert werden. Ohm – aus Bremen angereist – beklagte, dass es, wie er selbst erfahren habe, kaum Hotels gebe, und kein ordentliches Netz. Licht würde es Spaß machen, wenn auf dem neu gestalteten Burladinger Marktplatz ebenso viel los wäre, wie bei der HZ-Podiumsdiskussion.

Was ist mit dem Image der Stadt?

Was ist mit dem Image der Stadt, das in den vergangenen Jahren doch sehr gelitten hat? Wie schaffen Bürgermeister und Gemeinderat einen Neustart? Ohm setzt auf das Miteinander. Licht will sich mit Optimismus an den Neuanfang wagen. Was in der Vergangenheit war, lasse man am besten dort. So sieht es auch Hellbach. Niedenthal möchte das Gespräch mit allen suchen.
Munter ging die Fahrt weiter: streifte Themen wie Gewerbeansiedlung, konkrete Sparmöglichkeiten (wer weiß denn schon, wie sich die Corona-Pandemie finanziell auswirkt) oder den immer wiederkehrenden Wunsch, gerade auch in den Stadtteilen, nach neuen Baugebieten.
Ohm versprach, im Falle seiner Wahl natürlich nach Burladingen zu ziehen, seine Familie lebe in Breisach, da sei er ihr näher. Ohm ist Mitglied der Grünen, wird vom Ortsverband aber nicht unterstützt. Die Burladinger Grünen seien wohl, meinte Ohm, der Meinung gewesen, er hätte sie vorher kontaktieren müssen, würden aber grundsätzlich keinen Kandidaten unterstützen. Ob er sich auch für die Bürgermeisterstelle in Ostfildern bewerbe? Ohm: Er konzentriere sich voll auf Burladingen, versuche aber in der Tat beruflich nach Baden-Württemberg zu kommen (Stichwort Familie).

Wahlkampf ist in Corona-Zeiten nicht einfach

Licht verneinte, über eine Partei, die CDU, nach Burladingen gekommen zu sein. Es sei parteilos, es sei sein eigener Beschluss gewesen.
Warum wird Hellbach so wenig im Wahlkampf gesehen? Hellbach konterte, dass er seine Tochter betreue und arbeite, da bleibe sehr wenig Zeit. Doch er sei in der Stadt einkaufen und tanken, wer möchte, dürfe ihn gerne ansprechen.
Und was macht Niedenthal, wenn er gewählt wird? Doch, er werde sein Geschäft, Heizungsbau, auf jeden Fall weiterführen. Natürlich liege das Hauptaugenmerk dann aber auf dem Bürgermeisteramt.

Zuhörer bedanken sich mit einem kleinen Hupkonzert

Auf den Punkt gebracht: Burladingen ist...
„... eine schöne Gemeinde, in der man als Bürger viele Gestaltungsmittel hat“, findet Michael Ohm.
... es wert, jeden Tag das Beste zu geben, mit Ihnen gemeinsam“, sagt Davide Licht.
„... meine Heimat geworden, einfach wert, hier zu sein und alles dafür zu geben“, erklärt Hans-Walter Hellbach.
„...meine Heimatstadt, für die ich alles gebe“, endet Axel Niedenthal.
Nach gut einer Stunde war es Zeit zur Abfahrt. Die Zuhörer bedankten sich mit einem kleinen Hupkonzert. Wir danken für die Teilnahme.

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