Dank der Reliefarbeiten sind die stark verschmutzten, mit Moosen überwucherten Zeichen und Figuren am Höfendorfer Brunnen jetzt wieder gut zu erkennen. Neben der Jahreszahl 1982, die angibt, wann er aufgestellt wurde, sind die Buchstaben A und V am Trog sichtbar.

Sie stammen vom einstigen Haigerlocher Bildhauer Alfred Vees (1906-1983), der sich damals auf dem Trog mit seinen Initialen verewigte, berichtet dessen Sohn Adolf Vees aus Hechingen. Der Vater habe viel gemacht, sagt der Hechinger und zählt Grabsteine, Feldkreuze und die Figur Zwiefalten auf. Dass Alfred Vees den Ortsbrunnen in Höfendorf gestaltet hat, ist kein Zufall, denn schließlich wuchs dieser als Kind beim Großvater, dem Schäfer Johannes Bürkle, in Höfendorf auf, weil die Mutter Barbara Vees, die den Steinbildhauer Adolf Vees aus Haigerloch heiratete, relativ früh verstarb. Der junge Alfred Vees kannte daher alle Höfendorfer Einwohner und fühlte sich dem Ort sehr verbunden.

Im Zuge der Sanierung des Brunnenplatzes sind nun Felix Pfleschinger und Johannes Grass, Mitarbeiter der Rangendinger Steinwerkstatt Strobel, aktuell damit betraut, dass der Brunnenplatz wie geplant saniert werden kann.

Sowohl der Ortschaftsrat Höfendorf als auch der Gemeinderat Rangendingen hatten Mitte April dieses Jahres grünes Licht gegeben und den Auftrag der Neugestaltung des Brunnenplatzes zum Brutto-Angebotspreis von 59 762 Euro an die Firma Strobel vergeben.

Am gestrigen Montag waren Pfleschinger und Grass unter anderem damit beschäftigt, den Schotter bei der Sitzecke aufzufüllen. Kommende Woche soll der ganze Platz gepflastert werden; die Rinne für den natürlichen Wasserlauf wurde bereits vergangene Woche gemacht.

„Wir arbeiten in Etappen“, sagt deren Chef Elmar Strobel. „Das geht mit dem Tagesgeschäft mit.“ Der Steinmetz rechnet damit, dass die Arbeiten noch dieses Jahr beendet sein werden. „Die Gemeinde Rangendingen hat den Auftrag nach den Sommerferien terminiert“, sagt Strobel – er und sein Team sind ihrer Zeit also schon voraus.

Die Gestaltung des Kleindenkmals


Der steinerne Laufbrunnen aus Buntsandstein ist 350 Zentimeter lang. An den Wänden des Trogs sind Szenen landwirtschaftlichen Lebens sowie die Rangendinger, Höfendorfer und Bietenhausener Wappen abgebildet. Der 195 Zentimeter hohe Brunnenstock zeigt Vögel und Pflanzen.