Innenstadt Braucht Hechingen noch eine Tiefgarage?

Hechingen / Ernst Klett 01.07.2017

Kommunalpolitisch Flagge zeigen will jetzt der Stadtmarketingverein Hechingen. Das bedeutet: Stadtverwaltung und Gemeinderat werden die Meinung des Einzelhandels zu zwei wichtigen Innenstadtprojekten zu hören bekommen: zur geplanten Tiefgarage unter dem Obertorplatz und zur seit Jahrzehnten immer wieder diskutierten Fußgängerzone auf dem Marktplatz.

Weil beides auf einem festen Fundament stehen soll, befragt der Verein seit Donnerstagabend seine aktuell 160 Mitglieder. Darum geht es: „Ist nach dem Wegfall der ,Schäferprojekte’ HZ/Spranger das Tiefgaragenprojekt noch sinnvoll? Oder sollten günstigere und risikofreie Parkmöglichkeiten ausgelotet werden? Dann könnte der Obertorplatz auch zeitnah und schnell neu gestaltet werden.“ (Mit „Spranger“ ist das Gebäude der früheren Rathaus-Apotheke gemeint, für das wie beim HZ-Gebäude hehre Pläne existiert hatten.) Frage 2 lautet: „Könnten Sie sich in näherer Zukunft und mit einem sinnvollen Konzept eine Fußgängerzone auf dem Marktplatz vorstellen?“

Die Vereinsspitze aus Martin Keidel, Herbert Lindner und Sigfried Wischke scheint damit genau ins Schwarze getroffen zu haben: Bis Freitagmittag hatten schon gut 25 Mitglieder geantwortet. Die Befragung läuft bis Mittwoch,  und tags darauf soll das Ergebnis öffentlich gemacht werden.

Sigfried Wischke, beim Stadtmarketingverein als Koordinator engagiert, hat gegenüber der HZ deutlich gemacht, wie enorm wichtig die Innenstadtbelebung mittlerweile geworden ist: Es drohten immer mehr besorgniserregende Leerstände, deshalb „muss etwas passieren“, und zwar ernsthaft und schnell. Wischke, ein ehemaliger Stadtplaner, sieht den Hechinger Einzelhandel trotz dessen stattlicher Bilanzsumme viel zu wenig im Vordergrund. Deshalb wolle das Stadtmarketing ihn gegenüber Verwaltung und Gemeinderat vertreten. Man überlege, was der Verein tun könne, um der „unheilvollen Entwicklung“ gegenzusteuern. Bedauert wird, dass „nur wenig bis nichts“ vom Modellprojekt „Kleinstadtleben“ umgesetzt worden ist. Wie es mit dem Obertorplatz weitergeht und ob es zukunftsorientierte Konzepte für den Marktplatz gibt, diese drängenden Fragen berührten nicht allein die Gewerbetreibenden, sondern die gesamte Bürgerschaft. Das Führungstrio unterstreicht: „Wir benötigen Lösungsvorschläge, die zeitnah realisiert werden können. Und keine Endlosdiskussionen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.“ Sigfried Wischke ist zuversichtlich, dass die Mitglieder bei der Umfrage fleißig mitmachen, und der Verein mit klaren Haltungen gegenüber der Stadt wird auftreten können.

Tiefgaragen-Vergleich ist Thema am 20. Juli

Der Gemeinderat will sich in seiner nächsten Sitzung, die am 20. Juli stattfindet, mit dem geplanten Vergleich in der juristischen Auseinandersetzung um die Tiefgarage befassen. Wenn sich das Haus Klaiber und die Stadt auf einen Kompromiss einigen könnten, wäre der Weg frei für den Bau des Millionenprojektes. Allerdings droht eine weitere Normenkontroll­klage eines anderen Anliegers.

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