Bei der Sortierung von Abfall hat sich beim Zerkleinern ein Müllteil entzündet. Was es war, steht noch nicht fest und kann möglicherweise auch gar nicht mehr identifiziert werden. Jedoch sorgte dieser Funke auch dafür, dass das Gummiband der Transportanlage Feuer fing, was schließlich zu einer schwarzen Qualmsäule führte, die in weiten Teilen Ebingens zu sehen war. Nach gut eineinhalb Stunden hatte die Feuerwehr Albstadt das Feuer im Griff.
Es war kurz nach halb zwölf am Samstagvormittag, als die Brandfrühmeldeanlage, die beim Ebinger Recyling-Unternehmen Korn installiert ist, den Alarm auslöste. Das führte auch dazu, dass die weitgehend automatisch funktionierende Anlage sich sofort selbst stoppte.

Erstlöschung mit firmeneigenem Feuerwehrauto

Mitarbeiter der Firma Korn, die am Samstag im Dienst waren, alamierten sofort die Feuerwehr, ebenso aber auch das eigene kleine Feuerwehr-Team. Die Fakten dazu liefert Geschäftsführer Alexander Korn vor Ort auf Nachfrage: Einige der Mitarbeiter von Korn sind bei der Freiwilligen Feuerwehr und bilden firmenintern eine kleine Feuerwehrtruppe – sogar mit einem eigenen Feuerwehrfahrzeug. Damit wurde auch die Erstlöschung des Brandes am Samstag in Angriff genommen und bis zum Eintreffen der Albstädter Feuerwehr Schlimmeres verhindert. Zum Einsatz kam dabei auch ein firmeneigenes Feuerwehrauto.
Mit über 60 Leuten aus den Abteilungen Ebingen, Tailfingen und Onstmettingen rückte die Freiwillige Feuerwehr an; zwei Löschzüge und auch der Atemschutzwagen waren dabei. Die Einsatzleitung hatte Frank Bähr. Mit Atemschutz und sogar halb parallel mit der großen Drehleiter gingen und fuhren die Wehrleute in die großen und dunklen Fabrikhallen, in denen Abfall sortiert, zerkleinert und fürs Recycling aufbereitet wird.
Im Gespräch informiert Frank Bähr, dass seine Leute das Feuer zügig unter Kontrolle hatten. Nach rund einer Stunde konnte es sich nicht mehr ausbreiten, weitere 30 Minuten später galt der Brand, im Fachjargon, als abgelöscht. Entfernt seien auch alle betroffenen Gummibänder sowie Materialien, die noch hätten Feuer fangen konnten. Weil aber Sicherheit Vorrang hat: „Natürlich dauern die Nachlöscharbeiten noch einige Zeit lang an“ erklärte Frank Bähr im Gespräch mit dieser Zeitung.

DRK beobachtet auf Rauchgas

Neben der Polizei, war auch das DRK mit sechs Helfern vor Ort. Diese kümmerten sich um die Mitarbeiter der Firma Korn und beobachteten diese wegen einer möglichen Rauchgas-Vergiftung. Wie sich aber gegen Mittag zeigte, ist es wohl aber nur eine Vorsichtsmaßnahme.
Wann ist die Anlage wieder einsatzbereit? Diese Frage beantwortete Geschäftsführer Alexander Korn sehr optimistisch. So rechnet er damit, dass diese schon am Samstagabend wieder läuft. Gummibänder und weitere Ersatzteile seien ständig im Lager.
War es insgesamt Glück im Unglück beim Brand an diesem Samstagvormittag? Noch gut erinnern sich nicht nur die Korn-Mitarbeiter, sondern die meisten an den Großbrand im November 2009, der viele Hundert Wehrleute aus dem gesamten Land über Tage auf Trab hielt.

Früherkennung verhindert mögliche Katastrophen

Alexander Korn verweist in dem Zusammenhang auf die installierte Brandfrüherkennungsanlage, die Schlimmeres verhindert: „Wenn wir nicht selbst so schnell die Brände erkennen würden, könnte es zu Katastrophen kommen“, sagt der Geschäftsführer wortwörtlich. Dank moderner Überwachungstechnik blieb eine solche auch dieses Mal aus.

32 Jahre alter Oldtimer verhindert Schlimmeres

Das eigene Feuerwehrauto der Firma Korn ist mittlerweile übrigens ein Oldtimer. Alexander Korn hat es, eher aus Passion, vor gut eineinhalb Jahren aus dem Urlaub in Südtirol mitgebracht. Dort leistete es Jahrzehnte hinweg treue Dienste bei der Feuerwehr Vilpian. Mittlerweile 32 Jahre auf dem Buckel hilft das Löschfahrzeug beim Albstädter Recycling-Unternehmen bei der Erstbekämpfung von Bränden und erfüllt, so auch am Samstag, immer noch einen sehr wichtigen Zweck.