Boll Applaus für das Dorfplatz-Konzept

Der Blick von der Bröllerstraße auf das Rathaus bietet eine gute Vorstellung davon, wie der Bollemer Dorfplatz in Zukunft einmal wirken könnte. Mit dem neuen Vorschlag zur Gestaltung waren Ortschaftsrat und Sitzungsbesucher gleichermaßen und durchweg zufrieden.
Der Blick von der Bröllerstraße auf das Rathaus bietet eine gute Vorstellung davon, wie der Bollemer Dorfplatz in Zukunft einmal wirken könnte. Mit dem neuen Vorschlag zur Gestaltung waren Ortschaftsrat und Sitzungsbesucher gleichermaßen und durchweg zufrieden. © Foto: Christian Steinhilber
Boll / Christian Steinhilber 26.07.2018
Der neue Dorfplatz von Boll ist beschlossene Sache. Für Ortschaftsrat und Bevölkerung darf’s ein bissle mehr sein.

Zahlreich waren die Interessierten und Vertreter der Vereine wieder zur Ortschaftsratssitzung erschienen. Schließlich stellte die Landschaftsarchitektin Irmgard Röcker eine dritte Variante für den Dorfplatz vor. Ebenfalls anwesend war Stadtbaumeisterin Helga Monauni. Schnell leitete Ortsvorsteherin Meta Staudt zum Hauptpunkt der Sitzung über und gab an die Planerin ab, die einen neuen Plan – nach den in der vorigen Sitzung eingebrachten Anliegen – präsentierte. Dieser stellt eine Kombination aus den letzten beiden Vorschlägen dar.

Wasserfontänen als Krönung

Der Platz steht unter dem Thema „Ein Platz zum Verweilen. Ein Platz, um sich zu treffen“, welches durch die rege Teilnahme der Bevölkerung auch befeuert wird. Dabei war schon nach der vorigen Sitzung ersichtlich, dass der Platz ans Höhenniveau der Straße angepasst werden soll. So entstehen zwei Sitzstufen auf der Rathausseite. Die Stellplätze bleiben erhalten. An der unteren Ecke zur Bröllerstraße soll ein zurückgezogenes Sitzplätzchen mit Bänken unter einem Baum entstehen. Vor dem an den Platz angrenzenden Gebäude gibt es eine Grünflache, vor der wiederum Bänke angebracht sind. Glanzpunkt des Ganzen: Wasserfontänen, die für Spaß sorgen und bei einer Witterung wie derzeit gerne besucht werden. Drei neue Bäume in den Ecken und zur Auflockerung der Sitzstufen sollen gepflanzt werden. Weitere Begrünungen sollen mit Steinmauern umrandet werden.

Die gesamte Fläche, auch die jetzt gepflasterten Stücke der Straße, bekommen eine neue Belagsstruktur. Wasser- und Stromanschlüsse sind für jede Seite des Platzes vorgesehen. Außerdem wurde die mögliche Anbringung von mobilen Sonnensegeln gezeigt. Auch an die Bodenhülse für Narren-, Mai- und Weihnachtsbaum wurde gedacht. Der alte Brunnen, der nicht mehr ganz ins Konzept passt, soll weichen. Und auch über ein Beleuchtungskonzept, wie die Bäume anzustrahlen, wird schon nachgedacht. Als Baumart wäre die Stadtbirne geeignet, die praktisch im Habitus ist und zu jeder Jahreszeit ein ordentliches abgibt. Auch die Idee, den Hasawedel als Element einzubringen, wurde von der Architektin eingebracht.

Präsentiert wurden ebenfalls die veranschlagten Kosten. So soll die große Variante, mit Einbeziehung der Belagsstruktur auch auf der Straße 220 000 Euro netto kosten; der Platz an sich käme auf 116 000 Euro. Nach großem Applaus für die Vorstellung und die Einbeziehung der Wünsche und Vorschläge waren wieder die Bürger gefragt.

Die Poller, die den Platz von der Straße abgrenzen sollen,  sind herausnehmbar. Ein wichtiger Punkt war auch der alte Brunnen, um den es schade wäre. So versicherte der Ortschaftsrat erneut, dass man die Stele mit Hirtenjungen in einer der neuen Grünflächen einbauen möchte. Dass die Wasserfontänen nun weiter hinten auf dem Platz und damit geschützter geplant sind, kam gut an. Auf weiteres Nachfragen wurde nochmals betont, dass die Fontänen abgestellt werden können und Festivitäten auf dem Platz nicht im Wege stehen. Lehnen bei den Sitzbänken sind unverzichtbar, so der Tenor der Bevölkerung. Auch dass das Grün auf dem Plan tatsächlich grüne Landschaft und keine Steinwüste wird, versicherte die Architektin. Rückfragen zum Förderprogramm wurden beantwortet. So werden von diesem 40 Prozent der Nettokosten übernommen, wenn man denn bezuschusst wird. Die Obergrenze  ist bei 200 000 Euro. Der Antrag wird bis Anfang September eingereicht.

Rathaus mit einbeziehen

In Ordnung fänden etliche Bollemer, wenn man das Rathaus gleich einbinden würde, den Platz vor dem Rathaus ebenfalls  zu gestalten. Ob die Straße wirklich dazugehört und diese den gleichen Belag braucht, wurde angezweifelt. Dies konnte jedoch dadurch abgefangen werden, dass die Straße wegen Senkungen sowieso saniert werden muss. Eine Einbettung in den neuen Platz wäre dann am besten. Aus der Bevölkerung kam zudem der Vorschlag, ein Schwalbenhaus anzubringen, um diesen bedrohten Vögeln wieder Raum zu geben, der ihnen ja genommen wurde.

Der Punkt mit der Begrünung im Allgemeinen war noch nicht ganz geklärt, ist aber wohl eine Detailfrage im späteren Verlauf. Einig war man sich, dass mehr Begrünung auch mehr Pflege nach sich zieht. Grünpaten könnten eventuell Abhilfe schaffen.

In der Sitzung wurde der grobe Fahrplan festgelegt und der erste Schritt zur Umsetzung des neuen Dorfplatzes getan. So stimmten die Ortschaftsräte zum Ende der Sitzung einstimmig für die große Variante des Planes.

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