Hechingen / Andrea Spatzal  Uhr
In wenigen Stunden wird das Urteil im Blutrache-Prozess am Landgericht Hechingen gesprochen. Die Staatsanwaltschaft fordert noch höhere Strafen als in der ersten Verhandlung.

Die Plädoyers in der Revisionsverhandlung wurden am Vormittag gesprochen. Die Staatsanwaltschaft forderte höhere Strafen als in der ersten Verhandlung im März 2018. Wegen Verabredung zum Mord soll der ältere Angeklagte zu sechs Jahre und acht Monaten, der jüngere Hauptangeklagte zu acht Jahren Haft verurteilt werden.

Die Verhandlung habe gezeigt, dass die Angeklagten „fest entschlossen“ waren, „Selbstjustiz zu üben“. Sie hätte geplant, mit „Snipergewehren“ den Mord an dem jungen Deutschkurden Umut K. am 1. Dezember 2016 in Hechingen zu rächen.

Der Verteidiger des 21-jährigen Angeklagten, Umuts Bruder, forderten einen „umfassenden Freispruch“. Die Verteidiger des 24-jährigen Mitangeklagten eine Senkung der Strafe auf ein Jahr und sieben Monaten auf Bewährung.

Große Sicherheitsvorkehrungen

Der letzte Verhandlungstag findet erneut unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Berichterstatter von Presse, Funk und Fernsehen sind im Gerichtssaal. Wer in den Saal will, muss die Taschen abgeben und durch die Sicherheitsschleuse der Polizei.

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