#imländle Bloggerin Petra Nann erzählt von Influencer-Kongress „Inreach“

Hechingen / Judith Midinet 25.11.2017

Die „Inreach“ in Berlin, die 2015 ins Leben gerufen wurde, ist zwischenzeitlich eine der wichtigsten Influencer- und Marketingkonferenzen in Deutschland. Dieses Jahr mit dabei war Petra Nann, Bloggerin von #imländle und Dienstagskolumnistin unserer Zeitung. Schon 2016 bewarb sie sich für eine Teilnahme, bekam aber kein Ticket. Zwischenzeitlich nahm die Reichweite und Professionalität ihres Blogs an Fahrt auf, damit war der Weg frei, als Influencer an der „Inreach 2017“ Anfang November teilzunehmen.

Facebook ist veraltet

Im Mittelpunkt des Kongresses steht der Austausch zwischen großen Firmen, Marken, Institutionen, Social-Media-Experten und sogenannten Influencern, die mit ihren Beiträgen im Internet viele Menschen erreichen. Themen sind dabei Blogger, YouTube, Instagram und Faceboook. „Wobei Facebook stand relativ weit hinten“, erzählt Petra Nann. Denn die Plattform ist zwischenzeitlich mit Usern ab einem Alter von Anfang 30 „veraltet“. In vielen Unternehmen wie Walt Disney, dm und der Kindernothilfe wagt man sich jetzt erst ans Influencer-Marketing und an die Arbeit mit Bloggern heran. „Wichtig dabei ist die Qualität nicht die Quantität“, sagt Petra Nann, „denn zwischenzeitlich weiß ja jeder, dass man sich Likes einfach auch kaufen kann.“ Als konkretes Beispiel nannte die Bloggerin das Konzept der Kindernothilfe: Die Hilfsorganisation nahm Blogger mit auf Reisen in Krisengebiete, wo sie die Situation vor Ort miterlebt, mitgeholfen und später darüber berichtet haben. Die Landesanstalt für Medien gab auf dem Kongress wertvolle Tipps für die Arbeit im Netz: Beiträge sollten nicht nur authentisch sein, sondern auch dementsprechend gekennzeichnet, wenn für sie bezahlt wurde.

„Influencer hört sich ein bisschen an wie Grippe“, sagt Bloggerin Petra Nann. Ganz falsch ist der Vergleich nicht, denn Influencer beeinflussen Menschen, infizieren sie mit Ideen. „Ich möchte aber niemand beeinflussen, sondern echte, authentische Geschichten machen“, ist sich Nann nach dem Kongress sicher. Sie hat zwar Ideen mitgenommen, die sich auch im kleinen Stil auf dem Land in kreativen Dingen umsetzen lassen, „aber in Berlin war alles ein bisschen zu trendy, hip und viel Schein, aber spannend zu sehen, dass das die Zukunft ist“. Mit dem Blog #imländle möchte sie einen Teil der Möglichkeiten des Internets in die Region bringen. „Wir wurden in dem bestärkt, was wir machen, aber wir werden nichts grundlegend ändern“, sagt Petra Nann. Ein zweites Mal wird sie die „Inreach“ wohl nicht besuchen. Denn schon vor ihrem Besuch in Berlin war sie überzeugt, dass jenseits von Fernsehen und Zeitung viel im Netz passiert. Sie rät allerdings allen zur Vorsicht, denn neben vielen Informationen mit Qualität, gibt es auch sehr viele, die nicht seriös sind.

Was sind Influencer?

Leben im Netz Influencer sind Leute, die in sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube oder Instagram sehr viele Follower haben, also Menschen, die ihnen folgen und ihre Beiträge – die Posts – betrachten, weswegen die Influencer diese Follower mit ihren Posts wohl beeinflussen können. Unternehmen zahlen ihnen Geld dafür, dass sie ihre Produkte benutzen und anpreisen. Influencer kann theoretisch jeder sein, auch ein Autor oder Journalist. Meistens sind es jedoch Sportler, Musiker, Fitness- oder Modeblogger. Topstars der Branche sind Sami Slimani und Pamela Reif, ein Lifestyle-Blogger und ein Model, ihnen folgen Millionen Menschen. Aber auch mit weniger Followern kann man als Werbeträger Geld verdienen – als Einsteiger angeblich vier- bis fünfstellige Beträge für eine einzige Produktkampagne.

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