Hechingen Bislang keine Schätze unterm Teer

Keine Mauern, keine Knochen: Unter dem Teer des Juz-Parkplatzes kam bislang nur Auffüllmaterial zutage.
Keine Mauern, keine Knochen: Unter dem Teer des Juz-Parkplatzes kam bislang nur Auffüllmaterial zutage. © Foto: Ernst Klett
Hechingen / Ernst Klett 15.05.2018
Reste einer uralten Kernstadtmauer könnten unterm Parkplatz des Jugendzentrums verborgen sein. Könnten!

Fünf Frauen sind mit Schaufeln schwer am Schaffen, ein Mann bedient mit leichter Hand den Bagger: Szenen archäologischen Schaffens mitten in Hechingen. Die Fachfrauen der Gerlinger Firma Arechaeo BW sind im Auftrag des Landesdenkmalamtes seit Anfang Mai auf Recherche im Untergrund von Kaufhaus- und bald auch noch Rabenstraße.

Abgeschlossen, aber noch nicht in Berichtsform gegossen und deshalb auch nicht vom Denkmalschutz abgesegnet, sind die Untersuchungen im Keller der früheren „Unteren Apotheke“. Für Spätergeborene: Das ist das voluminöse Gebäude sehr älteren Baujahrs rechts vom Rathaus (wenn man vom Marktplatz aus schaut). Es soll wie mehrfach berichtet einer ebenso raumgreifenden Neubebauung durch die Hechinger EJL-Gruppe weichen, die der Zollernstadt an gleich mehreren Stellen durch Projekte zusätzlichen Schwung verabreichen will. Bereits umgesetzt ist der erste Abschnitt des Fürstin-Eugenie-Domizil in der Unterstadt.

Flott weitergehen soll es nun in der Oberstadt. Doch auch dort soll mit dem Gebäude Marktplatz 3 nur eine, wenn auch große  Zwischenstation gebaut werden: Das EJL-Vorhaben erstreckt sich weiter über den bisherigen Parkplatz beim Jugendzentrum und direkt anschließend über das Grundstück der abgerissenen Brandruine zur Rabenstraße.

Das ist nicht nur altes, sondern ganz altes Hechingen. Und deshalb hat das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg mit seiner Außenstelle im Regierungspräsidium Tübingen ein Wörtchen mitzureden, bevor die Abrissbagger kommen. Beim einstigen Apotheken-Gebäude gab der Keller allerdings keine Geheimnisse preis. Man hatte vermutet, dass immerhin Rückschlüsse aufs Baujahr hätten gezogen werden können. Aber nein, weder im gestampften Boden noch an den Wänden des auffallend kleinen Untergeschosses wurde etwas Brauchbares entdeckt.

Überraschungen könnte es unter Umständen bei der neuen Grabungsstelle auf dem Juz-Parkplatz gben. Dort könnten unter Umständen Reste einer uralten Stadtmauer aus der Tiefe empor kommen. Die eigentliche Altstadtbegrenzng verläuft in der Raben- und Goldschmiedstraße, aber vielleicht gab’s ja noch eine Vorgängerin im engeren Kern. Bislang jedoch haben die Archäologinnen mit ihren Schaufeln und der Bagger ausschließlich in schmodderigem Auffüllmaterial gewühlt. Eben dieses macht die Untersuchungen nicht ungefährlich: Wenn man beziehungsweise frau noch tiefer geht, muss die Grabung abgesichert werden.

Für die derzeitige wie die bisherigen Untersuchungen gilt: Wird etwas entdeckt, wird es dem Altstadtboden entnommen und dokumentiert. Und fertig. Die Neubauten sollen dadurch nicht gebremst werden.

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Wochen sind die Archäologinnen noch zugange. Der Abbruchunternehmer für die alte Apotheke steht schon bereit und wurde am trüben Montag mit Sonnenbrille gesichtet.