Das ist schon ein bisschen sensationell: Die ersten Fotos eines Luchses in freier Wildbahn, aufgenommen im Killertal! Wie die HZ bereits berichtete, wurde Luchs Tello in der Gegend geortet und man hat auch Reste eines von ihm gerissenen Rehs gefunden. Inzwischen bestätigte sich außerdem, was bisher nur gemunkelt wurde. Es existieren Bilder, die Tello bei seiner Beute zeigen. Die Nachtaufnahmen gelangen mit einer Wildkamera, die ein Jäger aus Schlatt aufgestellt hatte. Tello, muss man dazu wissen, trägt einen Sender der Forstwissenschaftlichen Versuchsanstalt Freiburg um den Hals. Wird er mehrfach an derselben Stelle geortet, kann man davon ausgehen, dass er dort eine Beute gerissen hat. In dem Fall verständigt Freiburg die jeweiligen Wildtierbeauftragten, die wiederum informieren die betreffenden Jagdpächter. So auch in diesem Fall. Der Killertal-Jäger fand an der genannten Stelle tatsächlich die Überreste eines Rehs, das eindeutig von einem Luchs gerissen wurde. Weil von der Beute noch viel da war, vermutete er, die Wildkatze würde zurückkehren und installierte eine Wildkamera. Diese Kameras, auch „Fotofallen“ genannt, fotografieren automatisch, wenn sich etwas im Bereich ihres Objektives bewegt. Die erste Nacht brachte nicht das erhoffte Ergebnis: Wildschweine und Füchse waideten sich an dem Kadaver. Am nächsten Tag dann eine Riesenfreude: Der Luchs war deutlich und klar auf den Bildern zu erkennen. „Ich hatte eine Freude wie ein Kind“, sagt der Jäger, der im Übrigen anonym bleiben und auch die Fundstelle nicht klarer benennen will. „Sonst steht bei mir das Telefon nicht mehr still, dann geht hier der Luchstourismus los.“ Den will der Mann schon deshalb nicht haben, weil derzeit zahlreiche Jungtiere im Wald unterwegs sind. Zudem, darin stimmen alle Experten überein, tendiert die Chance, einen Luchs mit eigenen Augen zu sehen, sowieso gegen Null, weil er derart scheu ist. Umso sinnloser erscheint es daher, eine Lawine loszutreten. Mehr Information wollte der Jäger also nicht preisgeben. Seine Bilder stellte er der HZ aber gerne zur Verfügung. Der Grund: Er möchte die Freude über den Luchs mit anderen teilen. „Ein Luchs in unserer Gegend, das ist ein geschichtliches Ereignis“, findet er. Auch von daher ist das Ganze ein Glücksfall, weil die Raubkatzen riesige Gebiete durchstreifen. Womöglich ist Tello inzwischen schon weiter gezogen und kommt die nächsten Jahre nicht oder vielleicht sogar gar nie mehr wieder. Tello? Dass es sich bei dem Tier auf den Fotos um ihn handelt, steht außer Frage. Man kann es am Sender erkennen.