Schlatt / Stephanie Apelt  Uhr
Glasfaser kommt nach Beuren. Schon in sechs Wochen ist Baubeginn.

Das Tümpeln mit maximal zwei MBit/s soll ein Ende haben. Flott soll ab 2020 endlich auch in Schlatt mit 50 MBit/s gesurft werden können. Diese frohe Kunde brachte Caren Wagner, städtische Breitbandkoordinatorin, am Dienstagabend in der Sitzung des Ortschaftsrates mit.

Schon in sechs Wochen soll es mit dem Ausbau des sogenannten Backbone-Netzes vom zentralen Glasfaser-Anschluss für Hechingen in den Lotzenäckern nach Schlatt und eben auch Beuren weitergehen. Die Stadt hat selbst, da die großen Telekommunikationsunternehmen den Ausbau scheuten, die Initiative ergriffen. Bis (vorsichtig geschätzt) März sollen die Tiefbauarbeiten erledigt sein. Ab Sommer 2020 könnte die zollernalb-data GmbH (gehört zu den Stadtwerken Balingen) dann als Anbieter des neuen Netzes einsteigen.

Zollernalb-data wirbt

Die Versorgung des schnellen Internets wird dabei als fttc-Versorgung ausgeführt, sprich die Glasfaserkabel werden bis zu einem Verteiler (im Bereich der Kirche) geführt (fttc steht für fiber to the curb/Glasfaser bis zum Verteiler). Von dort geht es dann mit dem alten Kupferkabel weiter. Noch besser wäre natürlich eine fttb-Versorgung (fiber to the building/Glasfaser bis ins Haus). „Doch dafür müsste man ganz Beuren umbuddeln“, erklärte Caren Wagner. Und das wäre dann doch zu teuer. Allerdings: Wenn die Hauptstraße 2021 komplett saniert wird, sollen schon einmal Leerrohre zu den Häusern, an denen man ohnehin ist, gelegt werden.

Auch so schon liegen die Kosten bei rund 1,4 Millionen Euro. Doch es gibt einen dicken Landeszuschuss. Die Fördersumme deckt immerhin rund 45 Prozent der für das Bauprojekt veranschlagten Kosten. Thomas Strobel, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg, hatte den Förderscheck im Mai der städtischen Breitbandkoordinatorin persönlich übergeben. Beurens Ortsvorsteher Gantner projizierte das Foto gerne noch einmal in voller Größe auf die Leinwand.

Was sollen die Beurener, die ans schnelle Netz wollen, jetzt machen? Erst einmal gar nichts, rät Caren Wagner. Wenn es soweit ist, soll es eine Infoveranstaltung mit zollernalb-data geben. Wer will, kann dann dorthin wechseln. Wer nicht will, lässt es eben.

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Kilometer lang ist die Leitungsstrecke, die unter der Erde verläuft. Die Kosten für die Tiefbauarbeiten liegen bei rund 1,4 Millionen Euro. Das Land schießt rund 688 000 Euro zu.