Beim Besuch von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Beruflichen Schulzentrum des Landkreises in Hechingen Ende Juni betonte die Ministerin, wie wichtig ihr die Pflegeausbildung sei. Ein bedeutender Bestandteil hierbei sei auch die Pflegeausbildung in Teilzeit, denn sie ermögliche Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Dies werde auch grundsätzlich im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung formuliert.
Diese Form der Ausbildung wird in ganz Baden-Württemberg bisher nur in Hechingen angegangen. Die Zielgruppe sind Frauen und Männer mit Kindern sowie Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen, die sich etwa nach einer Familienphase mehr Zeit geben möchten.
Angesprochen fühlen dürfen sich aber auch Ausbildungswillige, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die mehr Zeit für die Ausbildung brauchen. Denn gegenüber der dreijährigen Vollzeitausbildung arbeiten die Auszubildenden nur 75 Prozent und haben für die vierjährige Teilzeitausbildung ein Jahr mehr Zeit.
Die Ausbildung am Beruflichen Schulzentrum Hechingen deckt alle Einsatzbereiche ab: Pflege im Krankenhaus, ambulante Pflege, Langzeitpflege in Altenheimen oder Wohngruppen und Kinderkrankenpflege; wenn die Auszubildenden dies wünschen, können auch Einsätze im Hospiz oder in der Pflegeberatung absolviert werden.
Der Unterricht findet nicht mehr in einzelnen Fächern statt, sondern es werden anhand von praxisnahen Situationen Kompetenzen in Bereichen wie etwa Kommunikation, Recht, Ethik und natürlich fachliche Kompetenzen vermittelt. Die Ausbildung, so betont das Berufliche  Schulzentrum, kann von der Agentur für Arbeit gefördert werden. So können sich etwa Personen, die bereits in der Pflege tätig sind und sich keine Einbußen beim Gehalt leisten können, berechtigte Hoffnungen darauf machen, dass das Ausbildungsgehalt auf das bisherige Gehalt aufgestockt wird. Nach der Ausbildung steht ein sicherer Arbeitsplatz und bisher nur angelernten Pflegekräften können sich zudem auf ein weitaus besseres Gehalt freuen.