Bei Marc Cain verantwortet seit September 2018 Katja Konradi als Mitglied der vierköpfigen Geschäftsführung das neu formierte Designressort. Mit 40 Jahren blickt die gebürtige Düsseldorferin bereits auf eine beeindruckende Karriere bei großen Modelabels zurück.

Mit der HZ sprach Katja Konradi über ihren Beruf und modischen Vorlieben.

Gratulation, Frau Konradi, als Modedesignerin leben Sie den Traum, den unzählige junge Menschen träumen. Ist es denn ein Traumberuf?

Katja Konradi: Ja, für mich auf jeden Fall. Auch wenn unter dem Beruf „Modedesignerin“ in der Realität oft etwas anders zu verstehen ist als das, was in den Medien gezeigt wird. Neben dem Zeichnen und Entwerfen gilt es auch, die Zielgruppe genau zu kennen, die richtigen Materialien zu finden, sich im Team abzusprechen, Preislagen im Auge zu haben, strategische Innovationen zu definieren etc. etc.

Verraten Sie uns doch bitte die wichtigste Zutat für eine Karriere in der Modebranche?

Konradi: Kreativität und „out-of-the-box“-Denke

Was war der allererste Schritt, den Sie in ihrer Ausbildung gegangen sind, und woran– ganz konkret – haben Sie ihren Berufswunsch überhaupt erkannt?

Ich habe immer gerne gezeichnet und mich mit Fremdsprachen und anderen Kulturen sowie Kunst beschäftigt – da war Modedesign die beste Kombination für alle meine Hobbys.

Was war mit 17 Ihr Lieblingsoutfit?

Zwei verschieden farbige Chucks, Highwaist-Jeans und Karoblazer…

Was tragen Sie heute am liebsten – sagen wir zu diesen drei Gelegenheiten: ein mit Terminen und To-Do-Kisten vollgepackter Arbeitstag?

… einen leichten Mantel in Kombination mit einem dünnen gestrickten Rollkragenpullover und Sneakers.

…Kino und Cocktails mit Freundinnen?

… eine Seidenbluse oder Kaschmirpulli in Kombination zur Lieblingsjeans und Sneakers.

…ein wichtiges offizielles Gespräch mit Businesspartnern, mit dem Chef oder bei einer Bewerbung?

... einen lässigen Anzug in besonderer Farbe mit T-Shirt, aber eher mit High Heels statt Sneakers.

Würden Sie sich als Fashionista bezeichnen?

Trends machen Spaß und ich halte mich täglich auf dem Laufenden – aber ich mache selber definitiv nicht jeden Trend mit. Man sollte seinem eigenen Stil treu bleiben und tragen, worin man sich wohl fühlt und was einem steht. Wenn es um manche It-Teile oder Limited Editions (vor allem bei Sneakers) geht, gebe ich zu, dass ich oft nicht widerstehen kann.

An welchen drei wichtigsten Merkmalen erkennen Sie, ob ein Kleidungsstück zu Ihnen passt?

Design, Qualität und Passform sind die wichtigsten Kriterien für mich.

Sie dürfen drei Teile aus der aktuellen Marc Cain Kollektion shoppen, welche wären das?

Aus der Herbst/Winter 2019 Kollektion würde ich einen oversized Kaschmirpullover in neutralen Farben, einen Anzug im angesagten Glencheck-Muster und ein Statement-T-Shirt mit Marc Cain Logo-Branding shoppen. Und ja, das waren schon vier Teile…

Was wird für immer ein Teil Ihrer Garderobe bleiben?

Klassiker, die ich immer im Schrank haben werde, sind eine weiße Hemdbluse, mehrere Jeans, einen guten Kaschmirpullover und einen Double Face Mantel.

Woran arbeiten Sie gerade?

Momentan arbeite ich mit dem Designteam an den Prototypen für die Kollektionen Frühjahr/Sommer 2020 und am Konzept für die Farben und Drucke für Herbst/Winter 2020. Mit dem Marketingteam planen wir die nächste Fashion Show im Juli in Berlin und mit dem Interiorteam die neuen Schaufenster für diesen Herbst. Ich befinde mich immer in mehreren Saisons gleichzeitig.

Welche Rolle hat der im Februar verstorbene Modedesigner Karl Lagerfeld in ihrem Leben gespielt?

Karl Lagerfeld war zweifelsohne ein Genie und ein echtes Multitalent auf seinem Gebiet. Ich liebe seine Zeichnungen.