Insgesamt zuversichtlich und froh über die positiven Mitgliederzahlen zeigte sich am Freitagabend in der Hauptversammlung der Gesamtwehr deren Kommandant Christian Hermann. Er sprach im Gemeindehaus von 172 Feuerwehrleuten. Beide Abteilungen zusammen, also Rangendingen und Höfendorf mit der Löschgruppe Bietenhausen, verfügen über 72 Männer und drei Frauen im aktiven Dienst – eine stabile Zahl, wie Hermann sagte.

Hoher Ausbildungsstand

Davon entfallen 55 Aktive auf die Abteilung Rangendingen. Neu dazu kamen Diana und Andreas Koschewski, Damian Otto, Billal-Arif Minhas und Daniel Schmid, die Hermann per Handschlag willkommen hieß. Der Feuerwehrchef berichtete von einem hohen Ausbildungsstand. Selbst in der Großtierrettung sei ein Mitglied ausgebildet worden.

Große Investitionen stehen an

Bei der Feuerwehr Rangendingen stehen in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen an. Noch dieses Jahr rechnet man mit der Lieferung eines Mehrzweckrettungsbootes, im Januar soll der neue Mannschaftstransportwagen eintreffen. Priorität haben die Baumaßnamen an den Feuerwehrhäusern in Höfendorf und Rangendingen. Für die Erweiterung des Höfendorfer Feuerwehrdomizils gebe es zwei Varianten – Anbau links oder rechts für 282 000 beziehungsweise 345 000 Euro. Einen ersten Entwurf gebe es, so Hermann, für die Erweiterung in Rangendingen. Dort sind eine Aufstockung des Gebäudes und ein weiterer Stellplatz für insgesamt 1,195 Millionen Euro angedacht.

26 Mal musste ausgerückt werden

Zu den Einsätzen führte Hermann aus, dass 26 Mal ausgerückt werden musste: zu fünf kleineren Feueralarmen, einem Umwelteinsatz, sechs technischen Hilfeleistungen, fünf Unwettereinsätzen, zwei Fehlalarmen und sieben Brandsicherheitswachdiensten. Unterm Strich kamen so 887 Stunden zusammen. Eine Herausforderung war der Flächenbrand eines Stoppelfeldes in Höfendorf.

„Die Jugendfeuerwehr hatte wieder einmal alle Hände voll zu tun“, sagte Jugendwart Tobias Hermann. 17 Übungsdienste und Theorieunterricht standen an. Alles sei mit Bravour gemeistert worden. Vier Jugendliche legten zudem das Leistungsabzeichen „Jugendflamme1“ ab. Momentan zählt die Jugendfeuerwehr 26 Mitglieder, darunter drei Mädchen sind. 33 kleine Löschzwerge im Alter von fünf bis neun Jahren – eins aus Höfendorf und zwei aus Bietenhausen – befinden sich aktuell in Ausbildung. Im Jahresverlauf seien zwölf neue Kinder dazugekommen, einige hörten auf oder wechselten in die Reihen der Jugendfeuerwehr. „Das ist sehr klasse“, kommentierte Christian Hermann den Bericht.

Über die Aktivitäten der 34 Mitglieder zählenden Altersabteilung berichtete deren Obmann Franz Wiest, der den Tod von Ehrenkommandant Edmund Beiter und Hermann Schmid beklagte. Am neu eingeführten Frühjahrstreff wolle man festhalten.

Frieder Dieringer als Rangendinger Abteilungskommandant berichtete über Lehrgänge, Übungen und den Mit-Mach-Tag in Form eines Tages der offenen Tür als Werbeveranstaltung für den Feuerwehrdienst, das unter schlechtem Wetter litt, der Wehr aber zwei Nachwuchskräfte bescherte.

Höfendorf ist raus aus der Krise

Siegfried Grupp als stellvertretender Kommandant der Abteilung Höfendorf mit der Löschgruppe Bietenhausen informierte, dass der Haupt-Abteilungskommandant Armin Hipp aus gesundheitlichen Gründen im Juni dieses Jahres die Abteilung verlassen habe. Im Vorfeld seiner Wahl zum Kommandanten-Stellvertreter im Jahr 2017, so Grupp, habe sich die Abteilung Höfendorf mit der Löschgruppe aus dem Nachbarort wegen Personalmangel und zahlreichen Austritten kurz vor der Auflösung befunden. 14 kehrten der Feuerwehr den Rücken, so dass sich die Mannschaftsstärke nur noch im einstelligen Bereich bewegte. „Damals wie heute war und ist es das vorrangige Ziel, diese Abteilung zahlenmäßig wieder zu stärken“, meinte Grupp. Mittlerweile sei die Krise in der Teilortswehr überwunden. Derzeit halten wieder 20 Feuerwehrleute zur Stange. Grupp zeigt sich zuversichtlich, weitere Mitglieder zu bekommen.

Bei den folgen (geheimen) Wahlen erhielten Siegfried Grupp als neuer Abteilungskommandant und seine beiden neuen Stellvertreter Dietmar Schirmer und Luca Beiter einen überaus großen Vertrauensbeweis wie auch Marvin Grupp, der künftig den Feuerwehrausschuss ergänzt.

Die positive Entwicklung der Mitgliederzahl, insbesondere in der Teilortswehr, freute auch Bürgermeister Johann Widmaier. Die Abteilung Höfendorf-Bietenhausen sei „wieder zum Leben erweckt“ worden. Der Rathauschef dankte den Feuerwehrleuten für ihre engagierte Arbeit und lobte den hohen Ausbildungsstand, wobei er die „Ausbildungsgemeinschaft Hohenzollern“ mit der Feuerwehr Hechingen hervorhob. Respekt für die gute Jugendausbildung zollte Wolfgang Jetter vom Kreisfeuerwehrverband.

Amtsinhaber bestätigt

Die weiteren, ebenfalls geheimen, Wahlen brachten dieses Ergebnis: Der Ausschuss der Abteilung Rangendingen besteht unverändert aus Christian Rosenfelder, Fabian Strobel, Matthäus Wannenmacher, Stefan Wannenmacher und Matthias Wiest. Ebenso in ihren Ämtern bestätigt wurden der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Frieder Dieringer und Beisitzer Martin Wannenmacher.

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Ehrungen und Beförderungen


15 Jahre aktiver Einsatzdienst: Michael Heinzelmann
20 Jahre: Siegfried Grupp, Christian Hermann
25 Jahre: Josef Volk
30 Jahre: Christian Vollmer
Beförderung zum Feuerwehrmann: Marvin Grupp, Dietmar Schirmer, Kai Saile, Damian Otto
Beförderung zum Oberfeuerwehrmann: Nico Cielo, Patrick Schröder, Benedikt Schwenk
Ernennung zum Hauptfeuerwehrmann: Michael Heinzelmann, Carsten Knipp
Ernennung zum Löschmeister: Sebastian Zug

Ehrenkreuz in Bronze für Christian Hermann


Das nennt man eine gelungene Überraschung: Gesamtwehrkommandant Christian Hermann bekam bei der Hauptversammlung von Wolfang Jetter vom Kreisfeuerwehrverband Zollernalb, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze verliehen. „Du bist mit Leib und Seele Feuerwehrkommandant, hast die Feuerwehr Rangendingen mit deinem Wissen und fast endlosem Engagement geprägt und zu dem gemacht, was sie heute ist“, fasste der Vorsitzende Hermanns Leistungen zusammen. Der Rangendinger trat 1996 im Alter von elf Jahren in die Jugendfeuerwehr ein. Sieben Jahre später wechselte der Geehrte über zur Einsatzabteilung, absolvierte während seiner Laufbahn etliche Lehrgänge und engagierte sich in der Nachwuchs-Ausbildung. 2008 übernahm Christian Hermann den freigewordenen Posten des Rangendinger Abteilungskommandanten. In diese Zeit fiel der Umbau des Feuerwehrhauses. 2010 erfolgte die Beförderung zum Gesamtwehrkommandanten. Federführend sei Hermann an der Ausarbeitung von Feuerwehr-Bedarfsplänen beteiligt, betonte Jetter. 2014 erhielt der pflichtbewusste Feuerwehrmann die Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“. Darüber hinaus engagiert sich der Rangendinger Gesamtwehrkommandant aktuell als Raumschaftsvertreter Hechingen/Rangendingen im Kreisfeuerwehrverband, wo er auch im Führungsstab mitarbeitet. Christian Hermann kündigte in der Hauptversammlung an, sich nächstes Jahr bei den Wahlen als Gesamtwehrkommandant nicht mehr zur Verfügung stellen zu wollen. Ebenfalls nicht mehr kandidieren wolle bei der nächsten Hauptversammlung sein Stellvertreter Frank Oberpaarleiter. ks