Bechtoldsweiler / swp  Uhr
Der Ortschaftsrat von Bechtoldsweiler ist gegen das Gebiet „Zur Ebene“. Lieber sollen „Mittelwies“ und „Kirchweg“ wachsen.

In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates ging es um die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für Bechtoldsweiler. Zu Beginn erläuterte Ortsvorsteher Günther Konstanzer nochmals ausführlich Sinn, Anlass und Zweck eines Flächennutzungsplanes. Er erklärte, wie der relative Flächenbedarf ermittelt wird und welche Kriterien für die Ausweisung künftiger Bauflächen relevant sind.

Insgesamt sieht der bis 2035 errechnete Flächenbedarf für Wohnen in Bechtoldsweiler 1,43 Hek­tar vor. Das Büro Gfrörer schlägt in seiner Dokumentation unter anderem das Gebiet „Zur Ebene“ vor. Dieses wäre städtebaulich grundsätzlich geeignet und Restriktionen überwindbar. Der Ortschaftsrat ist freilich anderer Meinung und empfiehlt, die Entwicklung dieses Gebietes nicht weiter zu verfolgen. Folgende Gründe dagegen wurden angeführt: Bechtoldsweiler hat keine Durchgangsstraße. Das Gelände liegt westlich hinter dem Dorf. Eine Erschließung, samt dem sich daraus ergebenden Verkehr in der Zukunft müsste durch das Dorf geführt oder das Gebiet durch eine neue Erschließungsstraße angebunden werden. Ebenfalls eignet sich der nördliche Teil schon aus topografischer Sicht nicht für eine sinnvolle Erschließung.

Der Ortschaftrat brachte dagegen die Flächen zwischen dem derzeitigen Neubaugebiet „Mittelwies „und der „Oberhauser Straße“ ins Gespräch. Hierfür spreche, eine bisher bestehende Baulücke komplett der Bebauung zuführen zu können, eventuell als dritten Bauabschnitt zur „Mittelwies“.

Grundsätzlich aber sieht der Ortschaftsrat die weitere Entwicklung von Bechtoldsweiler in der Erweiterung des Gebietes „Mittelwies II“ und „Kirchweg V“ nach Osten. Das vorgeschlagene Gebiet könnte, so der Ortsvorsteher, auch etwas verkleinert werden. Dies würde dem vorgebrachten Hinderungsgrund „Regionaler Grünzug“ entgegen kommen. Das Dorf sei verkehrlich von Osten erschlossen. Schon deshalb biete sich eine Erweiterung in diese Richtung an. Es würde damit auch eine Verkehrsbelastung für das übrige Dorf erst gar nichts entstehen. Eine Erschließung könnte auch leichter an „Mittelwies“ angekoppelt werden.

Diese Änderungswünsche wurden vom Gremium dann auch einstimmig als Empfehlung an den Gemeinderat weitergegeben.

Zusätzlich schlägt der Ortschaftsrat vor, im neuen Flächennutzungsplan auch eine Erweiterung des bestehenden Schuppengebietes vorzunehmen. Ebenfalls sollte ein Gebiet bei den Schuppen, nördlich des Fußballplatzes, als Biotop vorgesehen werden. Hier könnten später die Abwässer der Schuppendächer eingeleitet werden – eine ökologisch interessante und sinnvolle Anregung.

Zur Parksituation in der Rathausstraße berichtete Ortsvorsteher Konstanzer, dass das Ordnungsamt vorschlägt, auf der Straße eine Parkhilfe anzubringen. Diese Lösungen sind in verschiedenen Straßen der Hechinger Kernstadt schon eingeführt und sollen nun auch in Bechtoldsweiler so erfolgen. Ein entsprechender Plan wird in der nächsten Sitzung vorgelegt. Aus dem Gremium kam allerdings auch die Anregung, die Grundstückseigentümer zu bitten, vor allem zuerst den eigenen Parkraum auf dem Grundstück zu nutzen.

1,43

Hektar: Das ist der hochgerechnete Wohnbauflächenbedarf auf Gemarkung Bechtoldsweiler bis 2035.