Die seit Jahren erhoffte Neugestaltung des Obertorplatz kommt weiter voran. Am Mittwochabend hat der Bauausschuss des Gemeinderates dem nächste Woche tagenden Gesamtgremium einstimmig empfohlen, den Bebauungsplan als Satzung zu beschließen. Die übliche Frist hinzugenommen, wäre das Papier rechtskräftig, und der Spatenstich im Herbst könnte kommen.

Wäre da nicht der Besitzer des Gebäudes Frauengartenstraße 6, in dem eine orthopädische und unfallchirurgische Praxis ist. Der hat die Aufstellung des Bebauungsplans mit Eingaben und Stellungnahmen regelrecht bombardiert. Insbesondere die Verlegung der Durchgangsstraße an die Westseite zur Frauengartenstraße hin, das Kernstück des Plans, stößt auf Gegenwehr, unter anderem wegen der höher werdenden Lärmwerte. Es wurden Berechnungen angestellt, die vom Schallschutzgutachten der Stadt abweichen. Albrecht Reuß, der Projektverantwortliche der Stadt, räumt ein, dass manche Grundstücke später schlechter gestellt seien, aber „in geringem Maße“. In der Summe gebe es mehr Gewinner.

Ein Planungsschaden, wie vom Grundstücksbesitzer Frauengartenstraße 6 deklariert, sei nicht zu erwarten. Abgezielt wird damit auf die Tiefgarage, die der Gemeinderat nach Jahren beerdigt hat. Bei seinem Neubau war der Facharzt von diesen Parkmöglichkeiten direkt am Gebäude ausgegangen. Doch auch dies soll nicht gelten: Das öffentliche Interesse überwiege das private, die Auswirkungen seien zumutbar.

Der Einwender, so erklärte der Rechtsbeistand der Stadt, kann das angedrohte Normenkontrollverfahren gegen den Plan weiterhin stellen. Es hätte allerdings keine aufschiebende Wirkung. Dann wiederum gäbe es die Möglichkeit, beim Verwaltungsgerichtshof eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Dies hätte aber nur Aussichten, wenn der Plan offensichtliche Fehler hätte.

Allerdings muss es offenbar so weit gar nicht kommen: Der Grundstücksbesitzer würde den Plan akzeptieren, wenn er genügend Parkplätze vor seinem Gebäude bekäme, so Reuß. Es sei alles nicht so dramatisch und gehe in Richtung eines Interessenausgleiches. Stadtbaumeisterin Helga Monauni ließ wissen, es seien bereits „viel mehr“ öffentliche Stellplätze als noch im Vorfeld geplant. Eine genaue Zahl nannte sie aber nicht. Ob diese zu einer Einigung führen, scheint fraglich: Zumindest bislang war der Facharzt mit der Anzahl nicht einverstanden.