Stetten bei Hechingen Baujahr 1262

SWP 26.02.2015
Interessante Neuigkeiten über das Kloster Stetten vermeldet die Kunsthistorikerin Yvonne Arras. Das Gebäude ist der Stoff für ihre Doktorarbeit.

Im vergangenen November hat Yvonne Arras im Rahmen eines Vortrags beim Hohenzollerischen Geschichtsverein im Hohenzollerischen Landesmuseum Hechingen bereits über das ehemalige Dominikanerinnenkloster Stetten berichtet. Für ihre Doktorarbeit ist die Kunsthistorikerin jetzt zum wiederholten Male nach Stetten in die Klosterkirche gekommen, um weitere Nachforschungen anzustellen. Dabei wurde sie von Ortsvorsteher Hannes Reis und dem ehemaligen Ortsvorsteher Franz Buckenmaier unterstützt. Dieses Mal ging es um die Erklärung von Bildern und Skulpturen, die sich derzeit noch in der Klosterkirche befinden, und, wenn sie nicht mehr vorhanden sind, um deren Verbleib. Ein Thema waren ebenfalls die Glasmalereien aus den Kirchenfenstern, die im 19. Jahrhundert ausgebaut wurden.

Besichtigt wurde zudem die barocke Orgel. Die Stettener erfuhren von Yvonne Arras einige bisher nicht bekannte Neuigkeiten aus der Geschichte des Klosters. Die Kunsthistorikerin teilte mit, dass die Orgel im Jahr 1705 von dem Orgelmacher Jacob Ruef (1675-1736) aus Rottenburg erbaut wurde. Ruef hat weitere Orgeln gefertigt für das Kloster Kirchberg (1705), den Martinsdom in Rottenburg (1710), Horb, (1722), Binsdorf (1727), Spaichingen (1728) und Mühringen (1736).

Einer Chronik, die sich im Bistumsarchiv Augsburg befindet, entnahm Yvonne Arras, dass die Klosterkirche Stetten im Jahr 1262 vom damaligen Augsburger Bischof Hartmann, einem Bruder der Gräfin Udelhildis von Dillingen, der Ehefrau des Stifters Friedrich des Erlauchten, geweiht wurde. Bisher war kein genauer Zeitpunkt für den Bau der Kirche bekannt gewesen. Im 1. Band der Reihe "Baudenkmäler Hohenzollerns" wurde der Baubeginn nicht vor 1278 vermutet, andererseits legt die Beisetzung des Stifters im Jahr 1289 nahe, dass sie in diesem Jahr bereits in Gebrauch genommen war.

Und noch eine Überraschung gab die Chronik preis: Während bisher der Bau der Johanneskapelle um oder vor 1250 vermutet wurde, ist richtig, dass die Kapelle bereits 100 Jahre vor dem Kloster existierte. Sie dürfte also bereits um 1150 gebaut worden sein. Stettens erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Chronik des Klosters Zwiefalten um 1138, so dass der Ort schon bald eine Kirche hatte, die später ins Kloster einbezogen wurde.