Bechtoldsweiler / HZ  Uhr
Der Ortschaftsrat von Bechtoldsweiler hat eine abgeänderte Planung für „Mittelwies“ befürwortet.

Zu Beginn der letzten Sitzung des alten Ort­schaftsrates von Bechtoldsweiler verabschiedete Ortsvorsteher Günther Konstanzer die langjährige Mitarbeiterin Regina Binanzer in den Ruhestand. Mehr als 43 Jahre stand Regina Binanzer im Dienst der Ortschaftsverwaltung und war für den Reinigungsdienst im Rathaus verantwortlich. Dafür durfte sie viel Lob und vor allem Dank entgegennehmen. Der Ortsvorsteher hob besonders ihre Liebe zu Blumen und Pflanzen heraus: „Du warst die grüne Seele des Rathauses und fehlst jetzt schon hinten und vorne.“ Mit der Keramikplatte von Bechtoldsweiler, einem Geschenkkorb und einem schönen Blumenstrauß sollte der Dank nicht nur in Worte gefasst, sondern auch „greifbar“ sein.

Als weiterer Tagesordnungspunkt stand der Bebauungsplan „Mittelwies“ auf der Tagesordnung. Dazu hieß der Ortsvorsteher Stadtbaumeisterin Helga Monauni und Dr. Klaus Grossmann vom gleichnamigen Planungsbüro willkommen. In seiner Einführung erklärte Ortsvorsteher Konstanzer noch einmal den derzeitigen Stand der Grundstücksverhandlungen und machte keinen Hehl daraus, dass noch längst nicht alle Grundstückseigentümer ihre Mitwirkungsbereitschaft bekundet hätten. Konstanzer stellte klar: „Die Aufkaufpreise und die Umlegungsbestimmungen sind vom Gemeinderat so beschlossen. Für die Verwaltung gibt es hier absolut keinen Verhandlungsspielraum“.

Die Stadtbaumeisterin machte deutlich, dass nach der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung die Bereitschaft aller Grundstückseigentümer vorliegen müsse. Ansonsten bestehe keine Möglichkeit, das Verfahren weiterzuführen. Dies würde bedeuten: In Bechtoldsweiler gibt es auf lange Zeit kein weiteres Baugebiet und auch keinen Kindergarten. Danach erläuterte Klaus Grossmann den gesamten Plan, insbesondere aber die Planungen für den ersten Bauabschnitt, der etwa 22 Plätze bieten soll. In diesem ersten Bauabschnitt ist auch ein Kindergarten für Bechtoldsweiler vorgesehen, der aus gesamtstädtischer Perspektive dringend erforderlich ist. Grossmann kam geradezu ins Schwärmen, wie schön dieses Baugebiet in dieser Lage einmal werden könne.

„Scheitern unverantwortlich“

Helga Monauni bekräftigte: „Ein Scheitern wäre ein großer Rückschlag für die weitere Entwicklung von Bechtoldsweiler, das sich in den letzten Jahren so gut entwickelt hat. Es wäre nicht zu verantworten.“

Zur Abstimmung kam letztlich ein gegenüber der ursprünglichen Planung geänderter Entwurf. Darin sind einige Flächen als private Grünfläche ausgewiesen und damit aus einer künftigen Bebauung herausgenommen worden, weil zum Zeitpunkt der weiteren Planerstellung zu befürchten war, dass diese Flächen von den Eigentümern nicht als Bauland zur Verfügung gestellt werden. Nachträgliche Änderungen im Laufe des Verfahrens seien jederzeit möglich, erklärte der Planer.

Nach der Aussprache wurde der Aufstellungsbeschluss einstimmig auf den Weg gebracht.

Ortsvorsteher Konstanzer zeigte sich sehr erfreut, dass es nun doch noch gelungen sei, in der letzten ordentlichen Sitzung des alten Ortschaftsrates dieses wichtige Vorhaben auf den Weg zu bringen, auch wenn das Vorhaben noch nicht „in trockenen Tüchern“ ist. „Wir von der Verwaltung haben unsere Hausaufgaben gemacht, was jetzt noch fehlt, um Mittelwies zu einem Erfolgsmodell werden zu lassen, ist die Mitwirkungsbereitschaft aller Grundstückseigentümer“, hielt Konstanzer fest und zeigte sich „zuversichtlich, dass dies gelingen wird.“

Schuppen braucht Satteldach

Weiter ging es um den Neubau eines landwirtschaftlichen Schuppens am östlichen Rand des Dorfes. Das Gelände ist dem Außenbereich zugeordnet, also für eine Wohnbebauung nicht zulässig. Die Frage war nun, ob hier dann ein landwirtschaftlicher Schuppen genehmigt werden könne, ohne dass eine Privilegierung vorliege. Darüber wurde im Rat sehr kontrovers diskutiert. Das Bauamt hatte mitgeteilt, dass nach summarischer Prüfung aller relevanten Punkte im konkreten Einzelfall eine Genehmigung nach Paragraph 35 erteilt werden kann. Letztlich hat der Rat einen Abänderungsantrag mit knapper Mehrheit befürwortet. Der Schuppen soll, wie die Häuser in der Umgebung, ein Satteldach bekommen und kann somit gebaut werden.