Leicht gefallen ist die Entscheidung am Ratstisch keinem, aber sie fiel, bei der Enthaltung von Pascal Merkle, einmütig aus: Das Junginger Freibad wird angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht öffnen! Genutzt werden soll die Zeit für eine ordentliche, vor allem nachhaltige, Sanierung – darin sieht der Gemeinderat auch eine „Zukunftssicherung“ des Bades.

Teure Saison-Vorbereitung

Erleichtert haben dem Gremium das Votum die stichhaltigen Argumente von Bürgermeister Oliver Simmendinger. Wollte man das Freibad auch im zweiten Corona-Sommer öffnen, stünden in einer ersten Phase der Saison-Vorbereitung Reparaturen unter anderem am Becken, zum Beispiel die Einschalung von Betonausbrüchen, an. Kostenpunkt: zirka 20 000 Euro. In einer zweiten Phase würden weitere rund 33 000 Euro fürs Einlassen des Wassers, das Spülen der Filter und die Inbetriebnahme der Technik anfallen. In der Rechnung noch gar nicht mit drin seien, erläuterte Simmendinger, die Suche Personal (und dessen Finanzierung), die Organisation des Kioskbetriebs, der Aufwand für die Abrechnung des Ticketsystems... „Ein immens hoher Verwaltungsaufwand“, machte der Bürgermeister deutlich. Das alles vor dem Hintergrund gar nicht zu wissen, ob Freibäder in diesem Jahr überhaupt öffnen dürfen – und wenn ja, mit welchen Auflagen. Dazu komme, dass eine Öffnung zur ersten Juni-Woche nicht zu schaffen sei.

Viel weniger Badegäste

Zuletzt gab Oliver Simmendinger zu bedenken, dass im vergangenen Corona-Jahr nur 2800 Badegäste gezählt wurden – in einem „normalen“ Jahr seien es durchschnittlich 7000. Allein dadurch seien der Gemeinde 2020 Mehrkosten in einer Größenordnung von 5000 bis 10 000 Euro entstanden.
Deshalb sein Vorschlag: Das Freibad hält seine Pforten dieses Jahr geschlossen und investiert die so eingesparten Kosten in die Sanierung des Bades. Wohl darum wissend, dass „wir den Freibadgängern damit weh tun“.
Das weiß auch Frank Speidel, doch gelte es – nach Jahren des „Flickwerks“ – die Chance für eine gute Sanierung zu nutzen. Genau so argumentierte Matthias Kohler. Weil er trotzdem „keine Generation von Nichtschwimmern“ generieren wolle, könnte er sich (im Winter) erweiterte Öffnungszeiten im Hallenbad vorstellen.

Für die Kinder was tun

Auch Alexander Pick zeigte sich von der Argumentation der Gemeindeverwaltung überzeugt. Gleichwohl plädierte er dafür, alternativ in die „Infrastruktur für die Kinder“ zu investieren – in Spielplätze, in die Ferienspiele (so diese denn stattfinden können)… Wichtig ist dem Christdemokraten auch in der Pandemie ein „kreativer Sommer für die Kinder“. Das möchte auch der Bürgermeister und stellte die Idee in den Raum, auf dem Gelände des Freibads, abseits der Sanierungsarbeiten vor allem am Becken, ein großes Planschbecken aufzubauen, dazu eine Möglichkeit zum Grillen zu schaffen – und diesen Platz an Familien zu vermieten. Dieser Vorschlag fand ein sehr positives Echo.

Spontan wird nichts gehen

Auch bei Bernd Bumiller. Er sei ein großer Freibad-Fan – und doch: „Schande über mein Haupt… ich bin für die Schließung.“ Ebenso wie Miriam Diebold, die nicht daran glaubt, dass es schon dieses Jahr wieder möglich sei, „spontan ein Ticket zu ziehen“ für den Freibadbesuch. Das glaubt Pascal Merkle ebenfalls nicht, dennoch konnte er sich in der Abstimmung weder zu einem Ja noch zu einem Nein durchringen – weshalb er sich in der Abstimmung darüber, ob das Freibad dieses Jahr geschlossen bleiben oder doch öffnen soll, der Stimme enthielt.

Verena Eisenhardt folgt auf Esther Ueding


Kämmerin Esther Ueding verlässt die Gemeinde Jungingen. Obwohl eine Quereinsteigerin (in Mutterschaftsvertretung für Verena Eisenhardt), habe sie, attestierte ihr Bürgermeister Oliver Simmendinger, ihre Aufgaben mit großem Engagement und Willensstärke bewältigt. „Sie haben was drauf“, dankte ihr der Rathauschef und wünschte Esther Ueding für ihre berufliche Zukunft alles Gute. Ihre Nachfolge wird ihre Vorgängerin Verena Eisenhardt antreten – zum 1. Mai.