Hechingen Autobranche blickt auf durchwachsenes Jahr zurück

Obermeister Gerhard Merz kritisierte bei der Hauptversammlung der Kfz-Innung Zollern-Alb die Neuregelungen der Rundfunkgebühren.
Obermeister Gerhard Merz kritisierte bei der Hauptversammlung der Kfz-Innung Zollern-Alb die Neuregelungen der Rundfunkgebühren.
Hechingen / SWP 20.03.2014
Mit bundesweit rund 90000 Auszubildenden nimmt das Kraftfahrzeuggewerbe einen Spitzenplatz ein. Das Interesse an einer Ausbildung ist ungebrochen, sagt auch die Kfz-Innung Zollernalb.

Das Interesse, zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet zu werden, ist ungebrochen groß. Allerdings wird es für die Betriebe immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden. So das Fazit der jüngsten Hauptversammlung der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Zollernalb in Hechingen.

Obermeister Gerhard Merz blickte in seinem Bericht auf ein "durchwachsenes Autojahr 2013" zurück. Einem Minus von 2,5 Prozent Neuzulassungen bei den Privatfahrzeugen und 4,8 Prozent bei den Nutzfahrzeugen sowie sogar 36,7 Prozent bei den Motorrädern stünde lediglich ein leichtes Plus von knapp drei Prozent, das sind 30000 Fahrzeuge, bei den Gebrauchtwagen gegenüber.

Anlass zur Freude gebe allerdings eine Umfrage der DAT (Deutsche Automobil Treuhand). Dort wurde die reelle Beratung im Kfz-Betrieb von den Autokunden mit der Note 1,6 bewertet. Auf das laufende Jahr schaue die Branche mit einer "gewissen Zuversicht", sagte Merz. Und weiter: "In der Summe rechnet das Kfz-Gewerbe mit etwa drei Millionen Neuzulassungen."

Sorgen bereitet der Innung die Neuregelung der Rundfunkbeiträge. Für die Werkstätten und Autohäuser bedeute dies eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung. Sowohl der Landesverband der Innung als auch die Handwerkskammer hätten sich gegen die Neuregelung ausgesprochen und würden sich hier engagieren.

Der Obermeister hatte zuvor die zahlreichen Mitglieder, Ehrenmitglieder und Gäste begrüßt. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Ernst Berger vermittelte in seinem Grußwort Eindrücke aus der Baubranche, die mit einem konjunkturellen Anstieg rechne. Oberstudiendirektor Eugen Straubinger von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule ging auf die aktuelle Bildungspolitik ein und äußerte sich kritisch zu den Themen Gemeinschaftsschule sowie dem Versuch, spanische Jugendliche in Ausbildungsplätze zu vermitteln: "Von 25 Jugendlichen im Bereich Ulm sind nach eineinhalb Jahren nur noch zwei da", sagte Straubinger. Kurz ging er ein auf den neuen Förderverein Wirtschaft und Technik, in dem Schule, Betrieb und Handwerkskammer sich über Ausbildungsinhalte und -strategien abstimmen.

Kritische Worte fand auch Peter Grahlow, Vorsitzender der Prüfungskommission. Das Niveau der Auszubildenden sinke stetig. Allein das Ergebnis der praktischen Gesellenprüfung sei nochmals um eine halbe Note schlechter ausgefallen, als bei der vorherigen Prüfung. "Immer mehr Auszubildende werden den steigenden Anforderungen nicht gerecht", sagte Grahlow.

Deutlich positiver fiel der Bericht von Pressesprecherin Doris Riesterer aus. Sie ging auf die Aktivitäten der Innung während des Jahres ein und rief dazu auf, alte Traditionen zu bewahren, sich neuen Entwicklungen aber nicht zu verschließen. Ein gutes Beispiel erfolgreicher Nachwuchswerbung sei der Tag der Berufsinformation, an dem jährlich immer mehr Betriebe teilnehmen. "Nutzen Sie die Potenziale von Hauptschülern. Geben Sie diesen jungen Menschen eine Chance", riet sie den Anwesenden.

Die Jahresrechnung der Kfz-Innung Zollernalb sowie den Haushaltsplan 2014 legte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Jürgen Greß, vor. Die Kfz-Innung hat derzeit 137 Mitglieder; die Gesamtlohnsumme belief sich 2013 auf 22 Millionen Euro.

Die Entlastung auf Vorschlag der Kassenprüfer Bärbel Krämer und Michael Zeidler war reine Formsache. Neuer Prüfstellenleiter des Tüv in Balingen ist der 27-jährige Michael Pfaff aus Freudenstadt. Er stellte sich kurz vor und kündigte seinen Besuch in den Betrieben an.

Mit dem Vortrag "Was gibt es Neues im Service?" von Holger Zietz, Repräsentant eines Buchverlages, endete die Versammlung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel