Musik Außergewöhnliches Konzert in Rangendinger St. Galluskirche

Pfarrer i.R. Norbert Dilger (rechts) konnte für seinen Konzertabend mit Klemens Schnorr (links) und Daniel Lohmüller zwei hochkarätige Musiker in der Rangendinger St.-Gallus-Kirche begrüßen.
Pfarrer i.R. Norbert Dilger (rechts) konnte für seinen Konzertabend mit Klemens Schnorr (links) und Daniel Lohmüller zwei hochkarätige Musiker in der Rangendinger St.-Gallus-Kirche begrüßen. © Foto: Diana Maute
Diana Maute 08.11.2016

Norbert Dilger freute sich, in der Reihe „Rangendinger Konzerte“ am Sonntag eine instrumentale Begegnung der besonderen Art ankündigen zu dürfen: „Zum ersten Mal haben wir heute die Kombination Horn und Orgel hier.“

Begrüßen konnte er zwei Musiker, die in der Starzelgemeinde keine Unbekannten sind: Zum einen Daniel Lohmüller, ein „Rangendinger Eigengewächs“ und renommierter junger Musiker, der in der St. Galluskirche ein Heimspiel genoss. Als Sohn von Musikdirektor Josef Lohmüller wurde ihm das musikalische Talent quasi in die Wiege gelegt. Daraus entstanden ist eine äußerst beeindruckende Karriere, denn der als Solohornist im Beethovenorchester Bonn tätige Musiker wurde bereits mit vielen Auszeichnungen bedacht. Begleitet wurde er am Sonntag von Organist Klemens Schnorr, ehemaliger Domorganist am Freiburger Münster und Professor an den Musikhochschulen in Freiburg und München. Bereits zum dritten Mal gastierte er am Sonntag in Rangendingen.

Was das zahlreiche Publikum in der St. Galluskirche beim Zusammenspiel der beiden Tonkünstler erwartete, waren hochinteressante Klangkombinationen, die einen Hörgenuss der besonderen Art boten.

Eröffnet wurde das Programm mit dem von einem Anonymus verfassten „Concerto für Horn und Orgel in Es-Dur“ aus dem 18. Jahrhundert. Treffsicher charakterisierte Sätze kennzeichneten dieses Werk, in dem die Musiker das feierliche, bewegte Allegro ebenso fein nuanciert umsetzten wie das gewichtigere Largo. Im lebhaften Zwiegespräch, das sich zwischen den Instrumenten entspann, kam die Harmonie zur vollen Entfaltung.

Auch das elegante „Andante religioso Des-Dur op. 10“ aus der Feder des schwäbischen Meisters Eduard Adolf Tod (1839-1872), dessen hingebungsvolle Melodik den gesamten Raum füllte, wurde von den beiden Musikern mit struktureller Klarheit äußerst ausgewogen umgesetzt.

Zwischen den gemeinsam gespielten Werken kamen auch immer wieder Solo-Stücke zur Aufführung, in denen Horn und Orgel einzeln erklangen.

So begeisterte Organist Klemens Schnorr bei Georg Friedrich Händels (1685-1759) opulentem „Concerto g-Moll nach HWV 324“ ebenso wie bei den „Variations de Concert pour Grand-Orgue op. 1“ von Joseph Bonnet (1884-1944). Durch ausgewogene Tongebung und überzeugende Phrasierung verstand er es, sowohl dramatische Züge als auch zurückhaltendere Passagen im weiten Kirchenraum voll zur Entfaltung zu bringen.

Ein in Töne umgesetztes Gebet, das als musikalische Anrufung erscheint, gab es bei Jacques Nicolas Lemmens (1823-1881) ergreifender „Invocation f-Moll“ zu hören.

Wunderbar plastisch modellierte Klangsubstanzen füllten das Gotteshaus beim Solo-Auftritt von Daniel Lohmüller, der die „Laudatio für Horn solo“ aus der Feder von Bernhard Krol (1920-2013) meisterhaft umsetzte. Alle Klangfacetten seines wunderbaren Instruments kamen hier zur Geltung. Einen würdigen Abschluss fand der Konzertabend mit Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) „Hornkonzert Es-Dur KV 447“, bei dem die beiden Musiker noch einmal ihre Klasse unter Beweis stellten. Der Dank von Pfarrer Dilger galt nicht nur den beiden Protagonisten, sondern auch Kirchenmusiker Mathias Haid, der das neue Design des Programmhefts entwickelt hat, sowie den Sponsoren.