Die Bestürzung in Hechingen ist groß: Rolf Sickinger, Metzgermeister und Chef der gleichnamigen Metzgerei an der Staig, ist am vergangenen Freitag gestorben, nachdem er nach einer Hirnblutung Ende März ins Koma gefallen war.  Rolf Sickinger wurde nur 56 Jahre alt. An diesem Freitag findet die Trauerfeier für ihn  auf dem Friedhof Heiligkreuz statt.

Der  Tod von Rolf Sickinger ist zugleich das Ende für den Metzgereibetrieb, der im nächsten Jahr sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hätte. Rolf Sickinger hatte das Geschäft in der vierten Generation geführt. Die Angestellten im Stammhaus in Hechingen und in der Filiale in Jungingen sind bereits in anderen Betrieben untergekommen.

Er hatte noch viele Pläne

Rolf Sickinger hinterlässt ­seine Lebensgefährtin Monika Lechner, mit der er für die Zukunft noch viele Pläne hatte; außerdem seine 82-jährige Mutter Agnes sowie die Geschwister Petra und Rudi mit deren Partnern.

Der Metzgermeister war ein gebürtiger Hechinger. Mit seinen Geschwistern wuchs er im elterlichen Haus an der Staig auf. Nach dem Schulabschluss absolvierte er bei seinem Vater Rudolf († 2007) die Lehre als Fleischer, später folgte der Abschluss als Meister.  Darüber hinaus  machte er in Frankfurt  eine Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks.

Den Lehrjahren in Hechingen ließ Rolf Sickinger „Wanderjahre“ in anderen Metzgereibetrieben folgen, ehe er nach Hechingen zurückkehrte. 1993 übernahm er den elterlichen Betrieb, 1999 folgte in seiner Verantwortung der Neubau eines Produktionsgebäudes an der Staig.

Er liebte die Natur

Rolf Sickinger war gerne Metzger. Und ein fleißiger Mensch. Sein Beruf nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Dennoch nutzte er jede freie Minute, um seiner Leidenschaft, der Jagd,  im eigenen Revier im Hechinger Stadtwald nachzugehen. Überhaupt hielt er sich gerne in der Natur auf.

In seinem Nachruf am Dienstag stand zu lesen: „Er liebte den Wald, die Wiesen und den Wind. Er liebte die Menschen, so wie sie sind.“ Mit diesen Worten hat sich Rolf Sickinger einmal selbst beschrieben.

Daneben war er ein fröhlicher und geselliger Mensch, dem die Familie wichtig war. Die steht nun fest zusammen, um den schmerzlichen Verlust gemeinsam zu bewältigen.