Jungingen Auf der Spur der Muschel

Die Pilgerfigur bei der Junginger Silvesterkirche ist am 27. April das Ziel der Grundschüler. Archivbild: Hannes Reis
Die Pilgerfigur bei der Junginger Silvesterkirche ist am 27. April das Ziel der Grundschüler. Archivbild: Hannes Reis
HANNES REIS 06.04.2013
Mehr und mehr gerät die gelbe Muschel auf blauem Grund in den Blick.In Jungingen nimmt jetzt eine Kooperation der Grundschule mit der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft konkrete Züge an.

Unter dem Motto "Auf dass der Glaube Beine bekommt" pilgert die Jakobusgesellschaft mit den Schulkindern der Grundschule Jungingen und deren Eltern am Samstag, 27. April, um 15 Uhr vom Bahnhof Schlatt nach Jungingen zur Jakobspilgerskulptur unterhalb der Silvesterkirche.

In verschiedenen Gesprächen mit Rektor Tobias Lillge und der Religionslehrerin Vera Beuter von der Junginger Grundschule und Werner Bendix und Horst Bendix von der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft wurde der Tagespilgerplan für den 27. April aus pädagogischer Sicht ausgearbeitet. Mittlerweile ist auf der Homepage der Jakobusgesellschaft www.h-jg.de unter der Rubrik "Kooperation mit Schulen", wo dieses bisher einmalige Projekt beschrieben wird, einiges darüber zu lesen, auch, um anderen Schulen der Region ein Signal zu geben, ebenso eine Kooperation zu beginnen.

Wie Tobias Lillge sowie Vera Beuter mitteilten, haben die Kinder im Religionsunterricht an der Grundschule viel über das Pilgern erfahren und möchten sich jetzt auch auf den Weg mit der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft machen. Die Grundschule hat dazu eine Unterrichtsmappe angefertigt, um mit dem Thema vertrauter zu werden. Insgesamt rechnet man mit rund 40 Teilnehmern, die Eltern dazu eingeschlossen.

Der Ablauf der Pilgerwanderung wurde bei der gemeinsamen Besprechung folgendermaßen festgelegt: 15 Uhr Treffpunkt Bahnhof Schlatt. Zunächst ist zu Beginn Begrüßung und der Pilgersegen. Werner Bendix stellt den gepackten Rucksack eines Jakobspilgers vor. Auf dem Pilgerweg ist zwischen Schlatt und Jungingen am Weilerschroffen ein kurzer Impuls, ehe es zur zweiten Station beim Junginger Klärwerk geht.

In der Junginger St.-Anna-Kapelle, die ums Jahr 1500 erbaut wurde und Jungingens ältestes Kulturdenkmal, ist eine Führung vorgesehen, wobei dem Heiligen Jakobus mit Pilgerhut und Pilgerstab besondere Aufmerksamkeit zukommt. Aus einem Schriftwechsel vom Jahre 1510 zwischen dem damaligen Kirchherrn von Killer und dem Zollergrafen geht hervor, dass eine Jakobsbruderschaft in Killer unter Beteiligung des Jörg Reiser von Jungingen gegründet worden war. Ausgangspunkt war die Anna-Kapelle.

Der Abschluss der Unternehmung am 27. April wird an der Jakobspilgerskulptur am Treppenaufgang zur Junginger Silvester-Kirche sein. Die Grundschüler werden dann mit eigenem Pilgerausweis belohnt, ferner mit Eintragung eines Pilgerstempels und einer Jakobsmuschel mit Band. Bei guten Gesprächen und gemütlichen Beisammensein wird die Pilgerfahrt beendet. Die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft wünscht heute schon "Buen Camino" - einen guten Weg.