Stetten Auch Dialekte haben Grenzen

Dialekte hier und Dialekte da: Stetten bei Hechingen und dessen Umgebung auf der Sprachkarte von Mössingen und Umgebung, die aus dem Jahr 1928 stammt.
Dialekte hier und Dialekte da: Stetten bei Hechingen und dessen Umgebung auf der Sprachkarte von Mössingen und Umgebung, die aus dem Jahr 1928 stammt.
SWP 04.04.2013
Alles hat seine Grenzen. Auch die heimischen Dialekte. Welche das genau sind, darüber informiert der Hechinger Stadtarchivar Thomas Jauch bei einem Vortrag des Fördervereins Heimatmuseum Stetten.

Einen Vortrag mit dem Titel "Räume und Gesellschaft - Dialekte in Baden-Württemberg" veranstaltet der Förderverein Heimatmuseum Stetten bei Hechingen am Freitag, 12. April. Der Abend findet statt im Johannessaal der Klosterkirche und beginnt um 20 Uhr.

Der Referent ist Hechingens Stadtarchivar Thomas Jauch, der mithilfe der Dialektgliederung Baden-Württembergs die Dialekte von Stetten und Umgebung darzustellen versucht. Ganz in der Nähe verläuft dabei eine der wichtigsten Sprachgrenzen innerhalb des schwäbischen Dialekts, nämlich diejenige zwischen "oa" und "oi" für den mittelhochdeutschen Laut "ei". Ein Beispiel dafür: Sagt man in Stetten noch "broat" für "breit", so heißt es in Burladingen bereits "broit".

Die Vorgänge an Sprachgrenzen sind jedoch sehr komplex, und oft sind es nur wenige Unterschiede von Ort zu Ort, die aber sehr wohl wahrgenommen werden. Für die heutige Ausprägung der gesprochenen Sprache ist gleichfalls die sprachliche Mobilität wichtig: Im Dorf spricht man mit Freunden und Verwandten Grundmundart, schon in der nahegelegenen Stadt bildet sich aber oft eine Regionalmundart aus. Diese Sprachschichtung geht bis hin zur schwäbisch eingefärbten Hochsprache, wie man sie von manchen Politikern kennt.

Stadtarchivar Thomas Jauch hat am Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen Empirische Kulturwissenschaft studiert und sich im Hauptstudium schwerpunktmäßig mit Dialekt- und Namenforschung beschäftigt. Mehrere Jahre lang war er Mitarbeiter bei der Tübinger Forschungsstelle "Sprache in Südwestdeutschland".

Der Vortrag im Johannessaal wird mit Tonbandaufnahmen von Mundarten aus ganz Baden-Württemberg und mit einer Lichtbildpräsentation illustriert.