Die Nachricht kam völlig überraschend: Architekt Armin Haspel, bekannter und beliebter Bisinger, starb am Donnerstag im Alter von nur 57 Jahren. Familie und Freunde werden ihn vermissen.

Armin Haspel war das, was man eine echte Persönlichkeit nennen kann. Nicht nur viele Gebäude in Bisingen tragen seine Handschrift. Die Entwicklung seiner Gemeinde lag ihm am Herzen. Die Liste der Vereine, für die er sich engagierte, ist lang, dazu gehören unter anderem der TSV Bisingen, der CDU-Ortsverband, der Heimatverein Bisingen-Steinhofen (dessen Vorsitzender er war), der Schützenverein, der FV Bisingen und natürlich die Bisinger Narrenzunft der Nichthuldiger und Kirchamäus, für deren Gründung er sich einsetzte.

Außerdem pflegte er seine Kameradschaften, so zu den Hohenzollernburschen (gerade war er mit ihnen noch in Köln), den Ochsenfreunden und dem VfB-Fanclub. Er war begnadeter Skifahrer, kannte jedes Skigebiet in den Alpen, leitete von 1978 bis 1985 sogar den Skiclub des TSV Bisingen.

Ein waschechter Bisinger

Geboren 1962 als Sohn von Walter und Anni Haspel, geborene Nerz, wuchs Armin Haspel zusammen mit Bruder Jürgen – der bei einem Verkehrsunfall 1981 ums Leben kam – und Schwester Christine im Elternhaus in der Bisinger Laiblache auf. Aus seiner Ehe mit Edith Haspel, geborene Lacher, gingen die drei Kinder Anna, Paul und Lukas hervor.

Haspel ging in Bisingen zur Realschule. Später studierte er in München Architektur, schloss 1990 erfolgreich als Diplom-Ingenieur (FH) ab. Zwei Jahre arbeitete er als angestellter Architekt in Tübingen beim Architekturbüro King, Söllner und Partner, das auch ein Büro in Stuttgart hatte.

Im Jahre 1992 machte er sich dann mit einem kleinen Büro in der Laiblache 59 in Bisingen selbstständig. Die ersten Aufträge gingen ein. Haspel gewann einen von der Gemeinde Bisingen ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für das Grundstück Hauptstraße 30+34/Ecke Lindenplatz. Mit zehn Wohnungen, drei Gewerbeeinheiten und einem Café/Bistro war es der erste große Auftrag für ihn. Im Dachgeschoss des Gebäudes Hauptstraße 30 eröffnete er sein neues Büro.

Bei der Vergrößerung des Büros schloss sich Armin Haspel mit der Architektin Barbara Kück zusammen, beide firmierten von 1994 bis 1999 unter dem Namen Architekturbüro Haspel und Kück. Ab 2001 führte Haspel das Architekturbüro alleine, mit verschiedenen Mitarbeitern, weiter.  Im Jahr 2002 gründete Haspel die Firma Bau-Haus GmbH – Gesellschaft für schlüsselfertiges Bauen, war alleiniger Geschäftsführer.

Sanierung des Schulzentrums

Im Jahre 2003 gab es erneut einen Wechsel. Das Büro zog in das Dachgeschoss des von ihm geplanten und erstellten Gebäudes in der Humboldtstraße 6 in Bisingen um. Dort entstand eine Kooperation mit Architekt Oliver Buchstor, der sein Büro auf der gleichen Etage hat. Die gemeinsame Zusammenarbeit (jedoch ohne Partnerschaft) wurde stetig ausgebaut.

Nicht nur bei Aufträgen von Seiten der Gemeinde Bisingen bewährte sich diese Zusammenarbeit. Dazu gehören die Erweiterung und Sanierung des Bisinger Schulzentrums einschließlich des Hallenbades (im nächstes Jahr steht Bauabschnitt VI an)  und der Neubau der Kindertagesstätte. 2017 feierte Armin Haspel zusammen mit seinem Partner Oliver Buchstor und der Öffentlichkeit „25 Jahre Architekturbüro Haspel und 20 Jahre Architekturbüro Buchstor“.

Haspel hatte viel zu tun. Er realisierte sämtliche Hochbauten sowie städtebaulichen Vorentwürfe. Seien es Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser bis hin zu gesamten Wohnanlagen. Mehrere Industriebauten von 500 bis 3000 Quadratmeter stehen ebenso auf der Referenzliste wie größere Umbaumaßnahmen im Bestand, beispielhaft zu nennen sind die Sanierung des alten Schulhauses in Grosselfingen oder die große Umbaumaßnahme der Gemeindenahen Psychatrie in Balingen. Auch Sonderbauten im medizinischen Bereich, Physiotherapie oder Krankengymnastik, Hotelbauten, Gastronomie und mehrere Verkaufsläden für die Bäckerindustrie gehören dazu.

Sein Tod reißt eine Lücke

Vor allem im Bereich Pflegeheim, mit insgesamt 150 Pflegeplätzen (Bodelshausen, Grosselfingen und Empfingen), hat sich das Architekturbüro Haspel einen Namen gemacht. In Verbindung mit barrierefreien Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern wie beim Wohnpark „Sonnenhof“ in Grosselfingen und dem Wohnpark „Zollerblick“ in Bisingen mit insgesamt 45 Einheiten und dem Slogan „50+“ darf das als Erfolgskonzept gewertet werden. Auch weil diese Einheiten aus einer Hand von der Firma Bau-Haus GmbH zum Festpreis realisiert wurden.

Geehrt fühlte sich das Büro Haspel, als der Regisseur Hannes Stöhr bei einem ehemaligen Bauherrn anfragte, ob er dessen exklusives Einfamilienhaus mit Schwimmbad für Dreharbeiten zum Kinofilm „Global Player“ nutzen dürfte, jedoch müsste der Architekt zustimmen – was Armin Haspel natürlich gerne tat.

Neben der anspruchsvollen Bürotätigkeit war Armin Haspel über 18 Jahre noch ehrenamtlicher und vereidigter Gutachter beim Gutachterausschuss in Bisingen und Grosselfingen, von Beginn an Mitglied bei der Architektenkammer Baden-Württemberg und mit der Bau-Haus GmbH Mitglied bei der IHK Reutlingen. Die, die ihn kannten, werden ihn in Erinnerung behalten.

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