Seit fast 20 Jahren ist die Hechinger Arbeitsgemeinschaft Hospiz im Mittelbereich Hechingen in der Sterbebegleitung in der Häuslichkeit, im Altenpflegeheim und auch im Krankenhaus zwischen Haigerloch, Bisingen, Grosselfingen, Rangendingen, Hechingen, Jungingen und Burladingen engagiert. An diesem Samstag, 19. Januar, ist sie Teil des Fachtags Hospiz in der Balinger Stadthalle. Seit bereits 16 Jahren qualifizieren Erwin Schäfer und Agathe Maier Ehrenamtliche für die Sterbebegleitung. Seit Beginn dieses Jahres werden elf neue Ehrenamtliche ausgebildet. Und, freuen sich die Verantwortlichen Schäfer und Maier: „Wir sind außerdem in der glücklichen Lage, dass die zwei erfahrenen Ehrenamtlichen Gerda Rother und Marita Tömmes aktuell die Ausbildung zur Qualifizierung von Sterbegleitern absolvieren.“ Das könnte es möglich machen, „dass wir uns aus der Ausbildungsarbeit zurückziehen“. Aber natürlich nicht aus der Hospizarbeit!

Insgesamt zählt die Arbeitsgemeinschaft Hospiz 45 Frauen und Männer. Schon seit einigen Jahren wird eng mit den palliativen Fachkräften des SAPV-Teams (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) beim Hechinger Sozialwerk zusammengearbeitet. Erwin Schäfer spricht hier von einer „unverzichtbaren Qualität“ für die Begleitung von Schwerstkranken in deren eigenen vier Wänden, was auch dazu führe, „dass die meist überforderten Angehörigen ausreichend Beratung und Entlastung erfahren“.

„Emotional sehr herausfordernd“ nennt der beim Caritasverband für das Dekanat Zollern beschäftigte Koordinator die Sterbebegleitung. Aus diesem Grund gebe es für die Ehrenamtlichen regelmäßige Gruppentreffen und Supervisionen. Ein gemeinsames Besinnungs- und Fortbildungswochenende gehört auch dazu.

Seit einigen Jahren haben Agathe Maier und Anna Hömens außerdem ein Team für die Trauerbegleitung gebildet. Es bietet regelmäßig ein Trauercafé an, dazu kommen der Treffpunkt Trauer, Trauerwanderungen und im Bedarfsfall zusätzlich eine feste Trauergruppe in Zusammenarbeit mit Pastoralreferent Peter Duttweiler.

Des Weiteren fühlt sich die Hechinger Hospizgruppe verantwortlich für die Gestaltung der Gedenkfeiern für Engelskinder an der Stele (mitfinanziert durch Spenden von Lesern der Hohenzollerischen Zeitung) auf dem Hechinger Friedhof Heiligkreuz. Für Eltern, die ungeboren oder kurz nach der Geburt ihr Kind nicht behalten durften, „ist diese Stele auf dem Friedhof ein Ort des Erinnerns, des Klagens und später vielleicht der Zuversicht“ – sagt Erwin Schäfer.

Es gibt drei Workshops beim Fachtag


Workshop 1: „Tut Sterben eigentlich weh?“ Impulsreferat und Leitung: Sabine Horn, Palliativ-Care-Fachkraft und Geschäftsstellenleiterin der Ökumenischen Hospizinitiative Ludwigsburg.

Workshop 2: „Schuld und Scheitern – Hindernisse am Übergang?“ Impulsreferat und Leitung: Ansgar Bausenhart, Priester und Beauftragter der Diözese Stuttgart, Seelsorger unter anderem im Hospiz Veronika, Eningen unter Achalm.

Workshop 3: „Gottesbilder, Jenseitsvorstellungen und Spiritualität“. Impulsreferat und Leitung: Eva Maria Waltner, Magister in Soziologie, Pädagogik und Islamkunde, Diplomsozialpädagogin, zertifizierte Supervisorin für Palliativ Care und Hospizarbeit.

Das Programm des Fachtags


Der Fachtag Hospiz findet am Samstag, 19. Januar, in den Konferenzräumen der Balinger Stadthalle statt. Beginn ist um 10 Uhr. Den Einführungsvortrag über Übergange im Leben hält der Hechinger Stadtpfarrer Michael Knaus. Es folgen Impulsreferate zu den Workshopthemen, die nach dem Mittagessen fortgesetzt werden. Die Tagesmoderation liegt bei Pfarrer Christof Seisser.

Nach dem Ende des offiziellen Teils um 16.30 Uhr schließt sich um 17 Uhr im kleinen Saal der Stadthalle ein Theater- und Chanson-Abend mit dem Liedermacher Heiner Kondschak an.

Im Rahmenprogramm des Fachtags informiert die SAPV Hechingen, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, über die Arbeit im Zollernalbkreis. Des Weiteren stellen sich der Ruheforst Hechingen und die Künstlerin Sabine Max mit der Ausstellung „Der Trauer Farbe geben“ – individuelle
Gestaltung von Särgen, Stelen und Erinnerungstafeln – vor.
Darüber hinaus gibt es einen Büchertisch mit ausgewählter Fachliteratur aus dem Bereich Hospizarbeit, Palliativ Care und Spiritualität der Balinger ­Buchhandlung
Rieger.