Hechingen Annette Widmann-Mauz ist die starke Frau im Kreis Tübingen-Hechingen

Was Angel Merkel in Berlin, ist Annette Widmann-Mauz (Mitte) im Wahlkreis Tübingen-Hechingen. Die 47-Jährige war die umjubelte Frau bei der Wahlparty der Christdemokraten im Tübinger »Reefs«.
Was Angel Merkel in Berlin, ist Annette Widmann-Mauz (Mitte) im Wahlkreis Tübingen-Hechingen. Die 47-Jährige war die umjubelte Frau bei der Wahlparty der Christdemokraten im Tübinger »Reefs«. © Foto: Privatfoto
Hechingen / HARDY KROMER 23.09.2013
Alles Annette oder was? CDU-Kandidatin Widmann-Mauz nahm den Wahlkreis Tübingen-Hechingen im Triumphzug. Aber auch Martin Rosemann, Heike Hänsel und Chris Kühn fahren mit nach Berlin.

Im Bund heißt die große Wahlsiegerin Angela Merkel, im Wahlkreis Tübingen/Hechingen Annette Widmann-Mauz. Die 47-jährige CDU-Politikerin hat ihr Direktmandat gestern erwartungsgemäß verteidigt und ihren Vorsprung auf Herausforderer Martin Rosemann mächtig ausgebaut. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerin holte sich den Wahlkreis mit 46,9 Prozent der Erststimmen. Das ist ein Plus von glatt acht Punkten gegenüber 2009. Bei der CDU-Wahlparty im Tübinger "Reefs" war die Stimmung entsprechend ausgelassen. "Im Wahlkreis bist du die starke Frau" lautete das Kompliment des Tübinger CDU-Kreisvorsitzenden Klaus Tappeser an die Adresse der Balingerin.

Eine einzige Zitterpartie war der Wahlabend für den SPD-Kandidaten Martin Rosemann. Sollte es zum erstmaligen Einzug in den Bundestag reichen oder nicht? 22 Prozent würde die Südwest-SPD brauchen, damit Rosemann auf Listenplatz 17 das Berlin-Ticket lösen könnte, hatte es im Vorfeld geheißen. Und diese Marke verfehlten die Sozialdemokraten im Land. Also alles aus für Rosemann? Mitnichten. Gegen 23 Uhr freute sich Rosemann im Telefoninterview mit der HZ ganz frisch darüber, dass es für ihn gereicht hat. 18 Sitze habe die SPD im Land sicher - und er persönlich einen Grund zu feiern.

Mit 20,4 Prozent der Erststimmen (plus 0,3) war Rosemann diesmal auf Platz zwei vor dem Grünen Chris Kühn (16,5 Prozent) gelandet. Man erinnert sich: Vor vier Jahren hatte Winne Hermann für die Grünen satte 21,1 Prozent geholt.

Bei den Zweitstimmen legte die CDU wahlkreisweit gar um elf Prozentpunkte auf 41,7 Prozent zu. Damit liegen die Christdemokraten in dem für sie schwierigen Wahlkreis mit der Unistadt Tübingen nur knapp unter ihrem Bundesergebnis. Die SPD legte um 1,6 auf 20,5 Prozent zu.

Die Grünen sind mit 14,8 Prozent in und rund um ihre Hochburg Tübingen zwar deutlich stärker als im Bund, büßten aber 3,7 Punkte ein. Ihr Wahlkreiskandidat, Landesvorsitzender Chris Kühn, zieht über die Landesliste gleichwohl ebenso unangefochten in den Bundestag ein wie die Linke Heike Hänsel. Daran hatte es schon vorab so gut wie keinen Zweifel gegeben. Hänsels Partei behauptete sich im Wahlkreis mit 6,6 Prozent (was einem Minus von 1,1 entspricht).

Großer Verlierer ist auch an Starzel, Steinlach und Neckar die FDP. Die Liberalen, die 2009 noch mit 16,9 Prozent geglänzt hatten, mussten sich mit 5,5 Prozent begnügen. Immerhin: Die Fünf-Prozent-Hürde haben sie im Wahlkreis genommen.

Die Euro-kritische "Alternative für Deutschland" (AfD) holte im Wahlkreis Tübingen/Hechingen auf Anhieb 4,6 Prozent und liegt damit auf Bundesniveau. Abgeschlagen auf den Plätzen: die Piraten (2,7 Prozent), die NPD (0,9) und die Tierschutzpartei (0,7).

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