Die Katze so knapp vorher aus dem Sack zu lassen, das stieß Teilnehmern der Anliegerversammlung auf. Seit Dienstagabend weiß man endlich, wann der symbolische erste Spatenstich zur Neugestaltung des Obertorplatzes ist. Im Kalender rot anstreichen: Montag, 4. November. Hatte man vielleicht Hoffnungen, dass es um diese Jahreszeit tatsächlich eher beim Symbolischen bleibt, weiß man es nun besser. Noch gut zwei Wochen, dann herrscht in der Oberstadt Parkplatznot. Denn Bauabschnitt 1, das bedeutet, dass ein Großteil der Stellplätze wegfallen dürfte. Es geht los mit Kanal- und Leitungsarbeiten auf der Westseite, also bei der Buchhandlung und der Apotheke. Damit ist auch die dortige Durchfahrt (das Herrengässle) perdu. Die Frauengartenstraße bleibt offen bis Sommer.

Weitere Wege für die Kunden

Für die Geschäfte und Praxen, die Beschäftigten und die Bewohner auf dieser Platzseite wird durch die großflächige Sperrung alles anders. Das war die Botschaft der Versammlung unter Regie der Ersten Beigeordneten Dorothee Müllges.  Die Stadt garantiert zwar einen 1,50 Meter breiten Fußweg vor den Gebäuden, der auch für Rolllatoren und Rollstühle benutzbar sein soll, aber der wird geschottert sein. Nicht mehr benutzbar sind ab 4. November die Privatparkplätze vor der Stadtapotheke. Sie werden an die Obertorplatzstraße verlegt. Garantiert ist die Zufahrt zur kleinen Tiefgarage im Gebäude mit der Buchhandlung. Die soll der Rettungsanker sein auch weitere für Anlieferungen, geschäftliche wie private. Sonst gilt: Beim Bauleiter vorher anmelden!

 Erhebliche Bedenken äußerte der neue Besitzer der Apotheke: „Das ist eine Zumutung, es gefährdet meine Existenz.“ Er zweifelt, dass seine vier bis fünf Lieferungen pro Tag problemlos durchkommen. Und dass seine Parkplätze so weit weg verlegt werden, löste ebenfalls Unmut aus. Stadtbaumeisterin Helga Monauni sicherte ihm und allen anderen Betroffenen Einzelgespräche zu.

Am Bauzaun den Weg zeigen

Banges Nachfragen ebenso beim Team von „Das Buch“: Kommen die Kunden durch? Ja, wurde versprochen. Allerdings gilt der dringende Rat, am Bauzaun den Zugang auszuschildern. Gebremst wurde die Fachbereichsleiter beim Versuch der Schmerzlinderung. Es müsse ja nicht sein, das tatsächlich der komplette Abschnitt abgesperrt werde, sagte Helga Monauni  Das konterte der Vertreter des Obertorplatz-Neugestalters Planstatt Senner, Bernd Heinroth, mit einer klaren Ansage: „Versprechen Sie nicht zu viel!“ Denn die ausgesparten  Stellen würden trotzdem gebraucht – als Lager.

Wieso gar keine Baugenehmigung vorliege, fragte der Rechtsbeistand von Dr. Wilfried Gfrörer. Die Stadtbaumeisterin versicherte: Bei Tiefbauprojekten braucht es keine.

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Zeitplan Sein Gesicht verändert der Obertorplatz erst im neuen Jahr richtig: Ab Februar wird um 80 Zentimeter abgegraben. Im Sommer folgt Bauabschnitt 2: Bis zum Ende der großen Ferien wird die neue Durchfahrtsstraße gebaut. Bis Mai 2021 terminiert ist die Neugestaltung der Ostseite. Dann kann gefeiert werden.