Klage Anlieger wollen kein Wettbüro im „Hugo“

Anwohner wehren sich gegen eine Spielothek im ehemaligen „Hugo“.
Anwohner wehren sich gegen eine Spielothek im ehemaligen „Hugo“. © Foto: Archivfoto
Sabine Hegele 12.11.2016

Den Anliegern beziehungsweise Nachbarn der früheren Gaststätte „Hugo“ in der Unteren Mühlstraße in der Unterstadt wurde jüngst ein Schreiben der Stadt Hechingen zugestellt, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass für das „Hugo“-Erdgeschoss eine Nutzungsänderung beantragt wurde – um dort eine Spielhalle samt Wettbüro einzurichten.

Dagegen wollen sich die Anwohner wehren. Ihre Einwendungen sind zahlreich. Zum einen setzen sie das Quartier, in dem das ehemalige Lokal liegt, aufgrund der engen Bebauung durch Zeilenhäuser „mit Betriebsstätten nur für den täglich Bedarf“ einem reinen Wohngebiet gleich.

Zumal: „In diesem Quartier befinden sich Altenwohn- und Pflegeheime sowie öffentliche Einrichtungen. Der insoweit gebotenen Ruhebedürftigkeit wird allein schon durch die Anordnung der ­30 km/h-Zone Rechnung ge­tragen.“

Der Naherholung zum Nachteil

Zum anderen erinnern die Anlieger daran, dass die städtebauliche Entwicklung angesichts der jüngsten Renaturierungsmaßnahmen der Starzel „in Richtung eines Naherholungsgebiets“ gehe. Ein Ja zur Nutzungsänderung der Gaststätte „Hugo“ werde – diesem zum Nachteil – für mehr Verkehr (vor allem auch zu nächtlicher Stunde) sorgen. Wobei ohnehin kein Bedarf an einer weiteren Spielhalle bestehe. Im näheren (im „Bären“, im „Ochsen“ und im Oldtimermuseum) wie im weiteren Umkreis bestünden entsprechende Angebote in ausreichender Zahl.

Kritische Parkplatzsituation

Nicht zu unterschätzen sei ferner die Parksituation. Diese gestalte sich schon jetzt schwierig, selbst für die Anwohner stünden sie nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Ein Wettbüro aber sei „überaus kundenintensiv“ – und es sei mit Kunden aus dem weiteren Umfeld zu rechnen, so dass die zu erwartenden An- und Abfahrten unvermeidlich mit einer Lärmbelästigung verbunden seien. Gründe, weshalb die Verpflichtung, acht notwendige Stellplätze zu schaffen, ausgesetzt werden sollte, sind für die Anlieger nicht ersichtlich. Zumal eine Spielhalle samt Wettbüro im „Hugo“ mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen sei – schon gar nicht nachts.

Fazit: „Die nachbarschaftlichen Belange müssen Vorrang haben.“ Ihre Einwendungen wollen die Anwohner der Stadt in der nächsten Woche schriftlich zukommen lassen. sbs