Rangendingen Hiobsbotschaft: Angis Spender ist nicht zu finden

Hiobsbotschaft für Angela Wehrmann: Ihr Stammzellenspender ist nicht aufzufinden.
Hiobsbotschaft für Angela Wehrmann: Ihr Stammzellenspender ist nicht aufzufinden. © Foto: privat
Rangendingen / Andrea Spatzal 21.06.2018
Der Stamm­zellenspender, der Angela Wehrmann das Leben retten könnte, macht offenbar einen Rückzieher.

Eine Hiobsbotschaft hat Leukämiepatientin Angela Wehrmann aus Rangendingen erreicht: „Der Spender hat den vorgesehenen Termin zum Spenden abgesagt“, schreibt sie in ihrem Online-Tagebuch @angis_kampf auf Instagram. Daneben ist ein Bild einer betenden jungen Frau zu sehen. Die junge Mutter und Lehrerin ist traurig und fassungslos. „Es ist unfassbar“, schreibt sie. „Ich kann und will das einfach nicht glauben.“

Ihr Arzt habe ihr die schlechte Nachricht am Dienstag mitgeteilt. Der Spender sei „nicht abrufbar“, habe er gesagt. Man wisse leider nichts Genaueres. „Fakt ist: Ich werde nicht am 10. Juli transplantiert“, schaut die 32-Jährige der Realität ins Gesicht.

„Ich fürchte, das kommt gar nicht so selten vor“, erklärt eine Mitarbeiterin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen, wie es zu so einem plötzlichen Rückzieher kommen kann. Der Suchlauf gehe auch nicht über die DKMS, sondern über das Zentrale Knochenmarkspender-Register für Deutschland (ZKRD) mit Sitz in Ulm. In dessen Datenbanken werde nach passenden Knochenmarkspendern, nach „genetischen Zwillingen“ gesucht. Aber die Daten seien anonymisiert. Einzige Identifikation seien Spendernummern. Eine fehlerhafte oder unvollständige Eingabe und der dazugehörige Spender sei unmöglich zu identifizieren. Manchmal seien aber auch persönliche Entscheidungen oder Lebensumstände ursächlich für einen plötzlichen Sinneswandel eines registrierten Spenders. „Es kann sein, dass einer einfach nicht mehr will, es sich anders überlegt hat“, sagt die DKMS-Mitarbeiterin.

Im Mai hatte Angi die Nachricht erhalten, dass für sie ein passender Spender gefunden worden sei. „Mit 90 prozentiger Übereinstimmung“, hatte sie gejubelt. In wenigen Tagen sollte die Transplantation stattfinden.

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