Rangendingen Angi hat einen Lebensretter gefunden

„Spender gefunden!!!!!!!“, postete die 32-jährige Leukämie-Patientin Angela Wehrmann  aus Rangendingen vor einer Stunde auf Instagram.
„Spender gefunden!!!!!!!“, postete die 32-jährige Leukämie-Patientin Angela Wehrmann aus Rangendingen vor einer Stunde auf Instagram. © Foto: Privatfoto
Rangendingen / Andrea Spatzal 17.05.2018
Für Angela Wehrmann aus Rangendingen wurde ein Stammzellenspender gefunden, zwar kein genetischer Zwilling, aber geeignet für eine Transplantation.

Die Nachricht ist taufrisch: Für Angela Wehrmann wurde ein passender Stammzellenspender gefunden. Das hat die Rangendingerin am Donnerstag um 14 Uhr überglücklich im sozialen Netzwerk Instagram gepostet. Der Spender sei „ganz neu in die Datenbank reingekommen“, postet die 32-Jährige. Die Infos sind noch so neu, dass es noch einige Lücken gibt. Aber eines weiß die zweifache Mutter und Lehrerin offenbar schon: „Es ist kein Zwillingsspender, aber es reicht aus, um zu transplantieren.“ Die Übereinstimmungsquote der  Merkmale liege bei 90 Prozent.

Angela Wehrmann, von vielen liebevoll Angi genannt, muss am Donnerstag von ihrem behandelnden Arzt in der Uniklinik Tübingen von dem Glückstreffer erfahren haben. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) Tübingen, die zusammen mit dem Sportverein Rangendingen am 29. April eine große Typisierungsaktion für die 32-jährige Leukämie-Patientin organisiert hat,  kann die Neuigkeit zwar noch nicht offiziell bestätigen. „Wir haben noch nichts Konkretes von ihr gehört“, erklärt Laura Riedlinger die Zurückhaltung. Aber wenn die Patientin selbst es überglücklich in die Welt hinausruft, „wird das sicher stimmen“.

Eines kann die DKMS-Mitarbeiterin mit Sicherheit sagen: Von der Typisierungsaktion in Rangendingen kann der Spender nicht abstammen. Die Zeitspanne ist zu kurz. Die Auswertung der Gewebeproben im Labor dauere mindestens vier bis sechs Wochen und die Aktion in der Rangendinger Mehrzweckhalle liegt noch nicht einmal drei Wochen zurück. Angis Spender sei mit Sicherheit über den weltweiten Suchlauf in den Spenderdateien gefunden worden.

Angela Wehrmann, deren Online-Tagebuch @angis_kampf bislang 159 Einträge und schon über 4200 Abonnenten hat, erntet jede Menge positiver Kommentare voller Mitgefühl und herzliche Glückwünsche von überall her. Eine Frau schreibt: „Ich verfolge dich beziehungsweise deine Story schon länger und war bisher immer eine stille Leserin. Aber heute muss ich dir einfach schreiben. Ich freue mich so für dich und drücke die Daumen.“ Eine andere Leserin spekuliert: „Ob es wohl jemand ist, der vielleicht sogar durch dich selbst darauf aufmerksam geworden ist? Das wäre doch verrückt!“

Irgendwie muss Angi geahnt haben, dass an diesem Tag etwas Wundervolles geschieht. Denn nach tagelangem Schweigen hatte sie sich am Morgen zum ersten Mal wieder auf Instagram zu Wort gemeldet. „Ich lag die letzten Tage sehr depressiv und traurig im Bett, weil ich einfach nichts machen konnte“, beschreibt sie eine „lange Tiefphase“. Ihr Körper sei sogar zu schlapp zum Laufen gewesen.

Nur wenige Stunden dann ein  wundersamer Wandel: „Ich hab das Gefühl, dass ich wieder lebe“, schreibt Angi. Dabei weiß sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht von ihren Glückstreffer. Was sie so aufbaute, war schlicht die Freude an der Bewegung, die ihr nach längerer Zeit wieder möglich war: „Man muss nur wollen, dann klappt es auch mit dem Sport“, schreibt die Patientin unter ein Foto von sich bei der Morgengymnastik. Angela Wehrmann liebt Bewegung. Für die ausgebildete Fitnesstrainerin ein Lebenselexier.

Und vielleicht hat sie ja beim Kniebeugen schon geahnt, dass ihr Lebensretter bereits gefunden ist…