Rangendingen Angi aus Rangendingen braucht Hilfe

Für Leukämie-Patientin Angela Wehrmann aus Rangendingen macht die DKMS eine Typisierungsaktion.
Für Leukämie-Patientin Angela Wehrmann aus Rangendingen macht die DKMS eine Typisierungsaktion. © Foto: DKMS
Rangendingen / ks 13.04.2018
Die 32-jährige Angela Wehrmann ist an Leukämie erkrankt. Nur ein passender Stammzellenspender kann ihr Leben retten.

Vor einem Monat bekam Angela Wehrmann, zweifache Mutter, Lehrerin und SVR-Sporttrainerin die niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs. Die 32-jährige Leukämiekranke kann nur überleben, wenn es irgendwo einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt und dieser zu einer Stammzellspende bereit ist. Bislang sei die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Angela Wehrmann erfolglos verlaufen, berichtet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei – gemeinnützige GmbH – mit Sitz in Tübingen. Derzeit befindet sich die junge Frau aus Rangendingen in der Klinik, wo sie mit starken Medikamenten behandelt wird.

Bürgermeister Johann Widmaier als Schirmherr und der Sportverein Rangendingen sind die treibenden Kräfte, die für Sonntag, 29. April, von 11 bis 16 Uhr eine Typisierungsaktion organisieren. Ohne zu zögern stellte der Rangendinger Rathauschef dafür die Festhalle kostenlos zur Verfügung. „Auch ich bin bereits seit vielen Jahren typisiert und finde es sehr wichtig, dass sich möglichst viele Menschen registrieren lassen, um anderen die Chance zum Leben geben“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren kann zum Lebensretter werden. Auf Anhieb fand Theresa Binder, die im Sportverein aktiv und führendes Mitglied der Initiativgruppe ist, 80 ehrenamtliche Helfer. Sie kommen von überall her: aus allen örtlichen Vereinen, Bekannten- und Freundeskreisen. Aber auch viele Leute aus der Umgebung hätten sich zur Mitarbeit bereiterklärt, berichtet Binder.

Bei Theresa Binder laufen so ziemlich alle Fäden zusammen. Im Nu stellte sie die Werbung für die Typisierungsaktion auf die Beine. Flyer und Schilder entwarf sie zusammen mit der Grafikerin Isabell Bilger aus Bietenhausen. Die Designerin habe ihre Dienstleistung kostenlos zur Verfügung gestellt, lobt Binder. Kräftig geworben wird im Mittelbereich Hechingen, im Raum Rottenburg, rund um Tübingen und in den sozialen Medien.

„Angi ist eine grenzenlose Optimistin, Sportskanone und ein Familienmensch. Sie liebt Bewegung, die frische Luft und hat meistens ein Lächeln auf den Lippen. Zumba tanzen ist ihre große Leidenschaft. Doch auf das muss Angi aktuell verzichten“, heißt es in den Flyern.

Betroffenheit herrscht auch an der Gemeinschaftsschule Rangendingen/Hirrlingen. Seit sechs Jahren sei Angela Wehrmann Lehrerin an der Schule, berichtet Rektorin Andrea Jetter. „Wir unterstützen unsere junge Kollegin, so gut es geht, und sind bei ihr“, sagt die Schulleiterin. Sekretärin Petra Vötsch und Lehrerin Dorothea Wolf nahmen an der Informationsveranstaltung des Sportvereins teil und vertreten in der Initiativgruppe die Rangendinger Schule. Schüler verkaufen Getränke, Kaffee, Kuchen, Rote Würste und backen Waffeln. Der Erlös geht ungeschmälert als Spende direkt an die DKMS. Denn die Registrierung eines Spenders kostet 35 Euro.

Die DKMS-Typisierungsaktion geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgt beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mit einem Wattestäbchen. Das ist alles. Theresa Binder stimmt sich optimistisch und rechnet mit ein paar Hundert Stammzellspender, die aus einem Umkreis von 40 Kilometern in die Rangendinger Festhalle kommen. Ihr Appell richtet sich ebenso an Spender, die bereits erfasst sind: „Auch mit Geldspenden können diese Menschen Leben retten.“

Info Auch Geldspenden helfen. Das Spendenkonto der DKMS bei der Kreissparkasse Tübingen hat die IBAN DE58 6415 0020 0002 0840 17.
Verwendungszweck: Angi.

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