Hechingen An diesem Samstag haben die Hechinger Musicalkinder ihren großen Auftritt

Hechingen / ERNST KLETT 05.04.2013
Das lange Wochenende ist vorbei, der Vorrat an Schokoladeneiern dürfte noch nicht gänzlich weggeputzt sein. Aber wie war das denn genau mit Ostern und der Auferstehung? Antworten gibt das Musical "Lilli".

Immer diese Umfragen. Aber manchmal machen sie schon Sinn beziehungsweise regen dazu an, Dinge zu verbessern. So wird zum Beispiel immer pünktlich zu hohen kirchlichen Feiertagen festgestellt, dass ein Gutteil der Bevölkerung nicht so ganz genau weiß, an was nun eigentlich erinnert wird. Bei Weihnachten dürfte es noch bei den meisten hinhauen, bei Pfingsten oder auch Ostern wird es schon wackeliger.

Gut, dass nachgebessert werden kann. Und dass muss nicht allein mit trockener Lernerei gehen. Es kann durchaus sehr unterhaltsam sein. Zum Beispiel mit dem Musical "Lilli und das unglaubliche Comeback". Das haben in dieser Woche Hechinger Kinder zusammen mit dem österreichischen "Kisi-Kids" im katholischen Gemeindehaus Hechingen einstudiert. Es bringt die Auferstehungsgeschichte auf äußerst kurzweilige und unterhaltsame Weise näher. Die Aufführung ist am morgigen Samstag um 16 Uhr in der Festhalle Boll.

Über das Drumherum und die Hintergründe gibt Pastoralreferent Peter Duttweiler Auskunft.

Kinder heutzutage vom Bildschirm wegzulocken und sie zu animieren selbst etwas zu machen, ist manchmal ganz schön schwer. Wie machen das die Leute von der Kisi-Truppe?

PETER DUTTWEILER: Eine schöne Gemeinschaft ist für viele Kinder und Jugendliche zum Glück immer noch sehr attraktiv. Bei Kisi kommt noch die Mischung aus dem Spaß an Musik, Tanz und Theater dazu und schließlich auch noch ein tolles Ergebnis auf die Bühne bringen zu können. Hinzu kommt noch, dass die Kids Erfahrungen mit einem lebendigen Glauben machen. Dass ihnen auch das bei Kisi etwas bedeutet, zeigen die Kommentare, die Jugendliche auf der Homepage von Kisi schreiben (www.kisi.at), wie zum Beispiel Magdalena (13 Jahre): ,Bei Kisi lernt man Neues über Gott und hat echte Freunde. Man kann über Probleme reden. Die Kleingruppen, in denen man über Verschiedenes spricht, sind für mich das Beste an Kisi. Und natürlich auch die Aufführungen. Sicherlich sind Musicals auch nicht jedermanns Sache, aber über 50 Anmeldungen zeigen doch, dass nicht alle Jugendliche dem Klischee des Nerts entsprechen.

Die Ostergeschichte sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Kommt die ,moderne Verpackung im Musical bei den Zuschauern richtig an?

DUTTWEILER: Das schöne an dem Musical ist, dass die moderne Welt mit ihren Fragen mit dem Erleben der Ostergeschichte verknüpft wird. Lilli Gottlieb zweifelt die Auferstehung an, deshalb nimmt sie ein Engelwesen mit auf eine Zeitreise mitten hinein in die Geschehnisse von Ostern. So bekommt die Ostergeschichte nur insofern eine moderne Verpackung, als die Ängste der Frauen am Grab, die Zweifel des Thomas und die Freude über die Auferstehung eben in Musik gepackt werden. Lilli nimmt mit ihrem Hund Xaverl eher die Beobachterrolle ein, ähnlich wie die Zuschauer im Publikum. Das Musical bewegt sich deshalb relativ nahe an der biblischen Vorlage, bringt aber die Emotionen der Figuren durch die Lieder noch mehr zur Geltung. Ob es bei den Zuschauern richtig ankommt, das mag jeder selbst entscheiden, aber ankommen tut es jedenfalls.

Warum gerade Österreich? Gibt es in Baden-Württemberg nichts Vergleichbares wie die Kisi-Kids?

DUTTWEILER: Das besondere an den ,Kisi - Gods singing Kids ist, dass sie auf der einen Seite biblische Musicals, Tänze und Theaterstücke einstudieren, zusätzlich aber auch andere Elementen einbringen. Zum Beispiel gehen wir in diesem Jahr neben den Proben noch auf eine Weltreise und lernen unterwegs vorbildliche Christen aus verschiedenen Ländern kennen. Neben dem Musikalischen ist den ,Kisis auch Glaubensweitergabe wichtig, dass die Kids eine gute Gemeinschaft erleben, ihre Gaben entdecken können und mit ihren Aufführungen etwas von der Liebe Gottes weitergeben können. Kisi ist ein katholischer Verein, der gleichzeitig auch eine große ökumenische Weite mitbringt. Mit all diesen Komponenten ist Kisi meines Wissens einmalig. Wir haben selbst als Familie gute Erfahrungen mit Kisi gemacht. Ich kann sagen, unseren Kindern macht Kisi viel Spaß, es ist theologisch gut, und wenn ich sehe, welch reifen Persönlichkeiten aus der Jugendarbeit von Kisi herauswachsen, dann ist das eine richtig gute Arbeit. Von daher bin ich überzeugt, dass wir auf ein gutes ,Pferd gesetzt haben. Außerdem ist Kisi weit über Österreich hinaus tätig. In Süddeutschland gibt es einige Gemeinden, die mit Kisi zusammenarbeiten.

Sie waren bei den Proben dabei. Kann man ein Musical in vier Tagen einstudieren?

DUTTWEILER: Ehrlich gesagt, ich war auch skeptisch. Aber die Mitarbeiter von Kisi, vor allem Johanna Binder, bringen so viel Erfahrung mit, dass es hinhauen wird. Der Vorteil ist, dass alle Teilnehmer im Vorfeld die Musical-CD erhalten haben. So können sie die Lieder alle schon und das Einüben wird deutlich leichter. Zum Teil sind auch Jugendliche von auswärts dabei, die das Musical schon einmal aufgeführt haben. Das hilft natürlich bei der Umsetzung.

Was erwartet die Zuschauer am Samstag in Boll?

DUTTWEILER: Ein tolles Musical mit Tanz, Theater, Solosängern und einem großen Chor. Kisi bringt eine eigene Lichtshow und Kostüme mit, so dass es ein richtig rundes Musical-Erlebnis geben wird. Natürlich hoffe ich, dass unsere Truppe nicht zu nervös ist, schließlich sind wir alle keine Profis. Was die Besucher auf jeden Fall erwartet, sind bewegende Texte und Lieder, die unter die Haut gehen. Ein Highlight für die kleinen Besucher ist ein Hundeduett. Was das mit der Ostergeschichte zu tun hat, müssen die Besucher aber schon selbst herausfinden.

Und wie kam die Irma-West-Gemeinschaft ins Spiel?

DUTTWEILER: Franz Ermantraut von der Irma-West-Gemeinschaft ist in unserer Gemeinde aktiv. Ihm ist es ein Anliegen, die Kinder- und Jugendarbeit zu fördern, und so hat er sich angeboten, dem Musical eine Starthilfe zu geben.

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