Hechingen Alte Meister und ganz Frisches

Das Hohenzollern-Quartett spielte in der Musikschule das neue Werk von Achim Braun und alte Meister. Foto: Karin Iova
Das Hohenzollern-Quartett spielte in der Musikschule das neue Werk von Achim Braun und alte Meister. Foto: Karin Iova
Hechingen / KARIN IOVA 05.03.2013
Alte Meister und frischgebackene Kompositionen erklangen im Musikzentrum der Jugendmusikschule. Das Hohenzollern-Quartett präsentierte das neue Werk des Bratschers Achim Braun, "Finis Mundi".

Britten, Schubert, Dvorak und Braun erklangen im gut gefüllten Saal des Hechinger Musikzentrums, dem sanierten Spittelgebäude. Brillant und mit fesselndem Ausdruck dargeboten wurden sie vom Hohenzollern-Quartett. Die Zuhörer bekamen am Samstagabend sogar eine ganz besondere Premiere zu Gehör. Der Bratscher des Quartetts, Achim Braun, ist nicht nur Lehrer an der Musikschule Hechingen, sondern auch ein begeisterter Komponist. Neben Stücken für Streichquarttete komponiert der Tübinger Werke für Solo-Violine bis hin zu Kinderopern.

An diesem Abend spielte das Hohenzollern-Quartett eine Premiere, wie sie exklusiver nicht sein kann. Erst im Dezember entstand der erste Teil des Streichquartetts Op. 7/4 mit dem mystischen Titel "Finis Mundi 2012". Der Rest entstand im Januar, und zwar in reger Absprache mit den Ensemblemitgliedern. "Man profitiert davon, wenn man den Komponisten neben sich hat", sagte Violonistin Renate Musat.

Der zweite Teil trägt den entmystifizierten Titel "2013 Fröhliche Weltbürger bei der Arbeit". Achim Braun erklärte, in dem Stück ginge es um die scheinbar drohende Apokalypse im Jahr 2012 und die Erkenntnis, dass sie nur ein Trugbild gewesen sei und 2013 alles seinen gewohnten Lauf nehme. Außerdem rufe sein Werk dazu auf, Grenzen zu lockern. Der Komponist fügte hinzu: "Die musikalische Sprache lässt sich nur schwer mit Worten übersetzen." In der Tat sprachen die Klänge für sich. Während man in "Finis Mundi" die Bedrohung fast schon spürte, fügte sich im zweiten Teil das Tongeflecht wieder auf melodiöse Weise zusammen.

Achim Braun war freilich nicht der einzige Meister, der an diesem Abend erklang. Passend zum Britten-Wagner-Verdi-Jahr, eröffnete das Hohenzollern-Quartett sein Konzert mit der "Simple Symphonie" des englischen Komponisten, Pianisten und Dirigenten Edward Britten. Besonders beeindruckend und publikumswirksam ist der zweite Teil "Playful Pizzicato", der durchgehend in dieser Zupftechnik gespielt wird. Franz Schuberts "Fünf Deutsche mit Coda und sieben Trios" entstand 1813, als er erst 16 Jahre alt war. Schubert, selbst Bratscher, schrieb sich in diesem Stück ein seltenes Bratschen-Solo, das durch Achim Braun hervorragend zur Geltung kam.

Nach der Pause bescherten Renate Musat (Violine), Anita Arbesser (Violine), Ellen Winkel-Lim (Violoncello) und Achim Braun (Viola und Bratsche) mit Antonin Dvoraks Streichquartett in F-Dur op. 96 ein beeindruckendes Finale. Als Zugabe gab es den dritten Teil eines Streichquartetts des italienischen Großmeisters Verdi.

Info Das Hohenzollern-Quartett entstand 2007, als sich vier Musikschullehrer ihren Traum verwirklichten und sich zu einem festen Streichquartett zusammentaten. Damals war noch Diana Poppei an der zweiten Violine. 2012 übernahm Anita Arbesser diesen Part.